Zwischenfall

Nach Unfall mit Klärschlamm: Tote Fische in der Itter

Stimmung am Morgen vor dem Klärwerk in Ohligs: Auf dem Gelände liegen Schläuche, Arbeiter laufen mit Schubkarren herum und reinigen Pflanzen vom Klärschlamm. Vereinzelt liegen Sandsäcke vor Gullys und benachbarten Privatgrundstücken.
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Stimmung am Morgen vor dem Klärwerk in Ohligs: Auf dem Gelände liegen Schläuche, Arbeiter laufen mit Schubkarren herum und reinigen Pflanzen vom Klärschlamm. Vereinzelt liegen Sandsäcke vor Gullys und benachbarten Privatgrundstücken.

Die Ursache für das Unglück ist mittlerweile bekannt. Gewässerproben werden noch ausgewertet.

+++ Update, 18.40 Uhr +++ Nach dem Austritt von Klärschlamm am Dienstagabend an der Grenzstraße in Ohligs sind auf Hildener Stadtgebiet einige tote Fische gefunden worden. Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises Mettmann, sprach von einem „mehr als naheliegenden“ Zusammenhang zwischen den verendeten Fischen und dem Klärschlamm. Kollegen der Unteren Wasserbehörde kümmerten sich darum, die Tiere einzusammeln. Da die Flüsse derzeit viel Wasser führen, erklärte Hitzemann: „Im besten Fall ist das durchgerauscht – und das war es.“ Für Aussagen zu möglichen weiteren Schäden müssten die Analysen der Wasserproben abgewartet werden.

Die dürften laut Bezirksregierung „im Verlauf der kommenden Woche“ vorliegen. 2500 bis 3000 Kubikmeter Klärschlamm seien demnach aus einem geborstenen Faulturm auf das Gelände der Kläranlage ausgetreten. Der größte Teil konnte mit Sandsäcken gestoppt und mit Saugwagen aufgenommen werden. „Die Funktionsfähigkeit der Kläranlage ist weiterhin gegeben.“ Etwa 400 Kubikmeter seien in den Lochbach und in die Itter gelangt. Der Klärschlamm sei aber wohl fortgespült worden. „Bei unserer Vor-Ort-Überwachung waren keine Ablagerungen im Lochbach feststellbar“, so Sprecherin Dagmar Groß.

Ursache für das Unglück war offenbar Materialermüdung. Das teilt der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) auf Anfrage mit. Der beschädigte Faulschlammbehälter sei etwa 50 Jahre alt, wobei Behälter dieser Bauweise eine Lebenszeit von etwa 70 Jahren hätten. „Routinemäßige Sanierungs- und Erneuerungskonzepte für alle Faulbehälter sind in Arbeit. Für baugleiche Behälter jetzt prioritär“, so Heike Berlin-Brack vom BRW.

Laut Stadt Solingen sei der Bereich am Mittwoch gereinigt worden – „wodurch sich zumindest die Geruchsbelästigung minimiert hat“. bjb

+++ Update, 17.30 Uhr +++ Die Ursache für den Austritt von Klärschlamm am Dienstagabend an der Grenzstraße in Ohligs war offenbar Materialermüdung. Das teilt der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) auf Anfrage mit. Der beschädigte Faulschlammbehälter sei etwa 50 Jahre alt, wobei Behälter dieser Bauweise eine Lebenszeit von etwa 70 Jahren hätten. „Routinemäßige Sanierungs- und Erneuerungskonzepte für alle Faulbehälter sind in Arbeit. Für baugleiche Behälter jetzt prioritär“, so Sprecherin Heike Berlin-Brack. BRW-Mitarbeiter hätten mit Sandsäcken das Gelände verwallt, um eine Ausbreitung einzudämmen. „Wir können jedoch nicht ausschließen, dass Klärschlamm in den Lochbach oder die Itter geflossen ist.“ Proben „wurden und werden genommen“ und analysiert. Laut Stadt sei der Bereich inzwischen gereinigt, „wodurch sich zumindest die Geruchsbelästigung minimiert hat“. bjb

Ursprüngliche Meldung vom 18. Januar, 6.50 Uhr: Klärschlamm ausgetreten - Mögliche Geruchsbelästigung in Ohligs

Solingen. Im Klärwerk Ohligs ist es zu einem Zwischenfall gekommen: Einer von zwei Klärschlammbehältern ist am Mittwochabend gerissen, rund 3000 Kubikmeter Klärschlamm haben sich über das Gelände ergossen. Das führt in der Umgebung des Klärwerks zur Geruchsbelästigung.

Am Abend wurde der Schlamm so weit wie möglich zurück in die Klärtechnik befördert, teilt die Stadt Solingen mit. Ob und welche Mengen sich in den Lochbach ergossen haben und möglicherweise weiter zur Itter fließen, ist zurzeit noch unklar. Die Stadt Solingen als zuständige Untere Umweltbehörde hat Umweltalarm ausgelöst, die Bezirksregierung Düsseldorf ist informiert. Das Klärwerk liegt unmittelbar an der Grenze zu Hilden und Haan.

Es wurden Proben genommen, um zu ermitteln, welche Stoffe mit dem Klärschlamm ausgetreten sind. Ergebnisse der Analyse werden in wenigen Tagen erwartet. Vorsichtshalber sollten Hundebesitzer ihre Hunde zunächst vom Gewässer fernhalten. red

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