Prozess

Nach Beißattacke: Haft für 24-Jährige

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Die alkoholabhängige Frau musste sich vor Gericht verantworten, weil sie unter anderem in Ohligs eine Polizistin gebissen haben soll.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach Angriffen gegen Polizistinnen und Polizisten in Solingen, mindestens einer Beißattacke und weiteren, gewalttätigen Übergriffen soll eine psychisch erkrankte und schwer alkoholabhängige Angeklagte drei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe verbüßen. Das Landgericht Wuppertal weist die Frau in eine Entziehungsklinik ein; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die 24-Jährige ist Mutter zweier Kinder im Grundschulalter, die getrennt von ihr leben. Der Vorsitzende Richter bezog sich in der vorläufigen, mündlichen Urteilsbegründung auf das Gutachten eines Gerichtspsychiaters und stellte fest: „Wir haben es mit einer Persönlichkeit zu tun, die unter Alkohol die Fähigkeit verliert, sich zu steuern.“ Dann komme „die hässliche Seite“ der Angeklagten hervor: Sie beleidige, kratze, beiße, spucke und bespritze Gegner mit Blut.

Das Urteil stellt eine Beißattacke auf eine Polizistin im Juni 2019 fest. Die Beamtin und ihre Kollegen hatten die Angeklagte und weitere Verdächtige in einem leerstehenden Haus in Ohligs aufgegriffen, nachdem Nachbarn den Notruf gewählt hatten. Die Polizistin erlitt eine Verletzung an einem Oberschenkel, die sich entzündete. Vorübergehend bestand Sorge um eine mögliche Infektion: Die Angeklagte war nach Abschluss der Polizeimaßnahme nicht mehr greifbar; niemand wusste, welche Krankheiten sie hatte.

Ebenfalls 2019 kam es zu einem Diebstahl von Wodka aus einem Supermarkt in Ohligs. Dem Urteil zufolge attackierte die Frau dabei einen Ladendetektiv mit einem Klappmesser. Die Tat verurteilte das Gericht wie schweren Raub. Zusätzlich eingerechnet sind zwei Übergriffe auf Beamte in Polizeiwachen. Nicht aufgeklärt werden konnten ein Hausfriedensbruch und ein Prügelangriff bei einem Streit am Schachbrett auf dem Mühlenplatz in der Stadtmitte. Tatwerkzeug soll dabei eine der übergroßen Schachfiguren gewesen sein.

Solingen: Aufklärung durch Zeugenaussagen und Video-Mitschnitte

Die Angeklagte bat um Entschuldigung und erklärte, sie schäme sich. An Einzelheiten könne sie sich wegen der Alkoholisierung nicht erinnern. Sie erinnere sich aber, mit der Polizei zu tun gehabt zu haben. Die gebissene Beamtin bat sie um Entschuldigung. Das Gericht klärte die Anklagepunkte durch Zeugenaussagen und Video-Mitschnitte auf.

Die Frau bleibt in Untersuchungshaft, bis ihr Urteil rechtskräftig wird.

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