Solingen Jazzt

Musikalisches Experiment überzeugt die Zuhörer

Die Cyborg Haines Dub Band um Bassist Hannes Vesper bot eine extraterrestrische Mischung aus Jazz und Dub. Foto: Tim Oelbermann
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Die Cyborg Haines Dub Band um Bassist Hannes Vesper bot eine extraterrestrische Mischung aus Jazz und Dub.

Cyborg Hains Dub Band gab der Reihe „Solingen Jazzt“ in der Cobra eine neue Note.

Von Lucas Hackenberg

Solingen. Schon zum Beginn wurde deutlich: Der Donnerstagabend im November sollte im Zeichen einer musikalischen Mission stehen. Die bestand darin, den Dub – eine Variante des Reggae – mit der im August gestarteten Reihe „Solingen Jazzt“ in Verbindung zu bringen. Hannes Vesper und seine Cyborg Hains Dub Band nahmen sich diesem Vorhaben an – und überzeugten auf ganzer Linie. Die Besucher der Cobra wurden mit auf eine Reise genommen, die nicht besser zum Debütalbum „Space in Dub“ des Solinger Bassisten hätte passen können. Der geerdete Jazz erhielt durch die Kombination mit dem Dub als Hauptaugenmerk der Musiker eine extraterrestrische Komponente.

Es sind schon irgendwie zwei Prozent Jazz dabei, aber das meiste besteht dann eben doch aus Reggae und vor allem Dub.

Hannes Vesper, Cyborg Hains Dub Band

Die Herausforderung, diese beiden verschiedenen Musikstile zu verbinden, war für die fünf Musikerkollegen allerdings nicht leicht: „Für die Reihe ,Solingen Jazzt‘ ist das, was wir machen, natürlich in gewisser Weise ungewöhnlich, weil schon irgendwie zwei Prozent Jazz dabei sind, aber das meiste eben dann doch aus Reggae und vor allem Dub besteht“, sagte Hannes Vesper gleich zu Anfang. Dem zahlreich erschienenen Publikum gefiel die Interpretation des Mottos aber ungemein. So konnte Vesper, der eigens für die Vorstellung des neuen Werkes an die Synthesizer und Keyboards wechselte, zusammen mit dem aus Berlin angereisten Daniel Schröteler am Schlagzeug, Norbert Scholly an der Gitarre, Lukas Dworak am Bass und Klaas Voigt, der Saxofon und Querflöte spielte, in Merscheid für Begeisterung sorgen.

Keinesfalls zu vernachlässigen waren aber auch die Extras, die das musikalische Experiment zum Erlebnis werden ließen. So war eine von Klaas Voigt gespielte Ananas-Percussion ebenso wichtig für den visuellen Teil des Auftritts wie auch die Teils ungewöhnliche, aber so intendierte Drumstick-Haltung des Schlagzeugers Daniel Schröteler, die dem Konzert ein enormes Maß an Authentizität verleihen konnte. Auch seine Bandkollegen nahmen eben diese Stimmung auf und machten sich so den gewagten Mix aus beiden Musikrichtungen zu eigen und sorgten für eine Unverwechselbarkeit in ihrer Art zu musizieren.

In etwa anderthalb Stunden stellte die Band dem gebannten Publikum die von Hannes Vesper komponierten Stücke „Red Weed“ und „Little Sunflower“ vor. Wie viel Arbeit hinter der Kreation dieser eigenen Werke steckt, ließen die Musiker zwischen den Stücken durchblicken.

Bereits vor 15 Jahren begann der Solinger mit der Aufnahme seines ersten Tracks auf CD. Über die Jahre kamen dann immer wieder einige hinzu, bis sich der an einer Musikschule tätige Basslehrer zusammen mit seiner Band zu der Zusammenstellung auf einem Album entschloss. So ergab es sich, dass die Musikliebhaber in der Cobra in den Genuss kamen, sowohl brandneue Stücke der Cyborg Hains Dub Band zu hören als auch älteren Sounds aus den Anfangsjahren.

Am Ende des Abends war es demnach kaum verwunderlich, dass Jede und Jeder im Publikum nach dem angekündigten letzten Song des Konzertes nach einer Zugabe verlangte. Diesen Wunsch schlugen die fünf sympathischen Musiker selbstredend nicht aus. Auch wenn ein wenig vom Jazz abgewichen wurde, passte der Auftritt also nicht minder in den bisher erfolgreichen Verlauf von „Solingen Jazzt“.

Hintergrund

Bereits seit mehreren Jahren bietet die Veranstaltungsreihe „Solingen Jazzt“ musikalische Unterhaltung für all diejenigen an, die sich an der Vielfältigkeit der Musikrichtung erfreuen. Auch in den nächsten Monaten und Jahren soll es immer wieder Konzerte in dieser Hinsicht geben. Aber auch der nächste Auftritt der Cyborg Hains Dub Band steht bereits fest. Bereits am 29. Dezember wollen die Musiker abermals in der Cobra für einen weiteren musikalischen Leckerbissen sorgen.

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