Kohlfurth

Museumsbahnen gehen auf letzte Tour

Zum letzten Mal in diesem Jahr fahren am Sonntag die historischen Straßenbahnen in Kohlfurth aus dem Depot ab. Archivfoto: Moritz Alex
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Zum letzten Mal in diesem Jahr fahren am Sonntag die historischen Straßenbahnen in Kohlfurth aus dem Depot ab.

Verein in der Kohlfurth blickt auf aufregende Saison in Zeiten der Corona-Pandemie zurück.

Von Philipp Müller

Solingen. Am Sonntag findet der letzte Fahrtag der Bergischen Museumsbahnen (BMB) in Kohlfurth auf der Wuppertaler Seite statt. Denn endet eine Saison, die auch die Nerven und vor allem die Kasse der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder strapazierte. Erst im Juli konnte der Betrieb überhaupt aufgenommen werden. Die fehlenden Einnahmen führen dazu, dass nicht alle Instandhaltungsarbeiten wie vorgesehen durchgeführt werden können. Außerdem sei jetzt schon klar, dass die beliebten Nikolausfahrten nicht stattfinden werden, berichtet Michael Malicke BMB-Beirat. „Es ist unmöglich, dass der Nikolaus allen Kindern aus der Nähe Geschenke überreicht.“

Doch deprimiert blickt Malicke nicht auf die Saison zurück. Schon gar nicht auf den Sonntag, wenn es nochmals auf die historische Strecke durchs Kaltenbachtal geht. Auch der des Manuelskotten wird angefahren, der geöffnet haben wird.

Doch die Besucher müssen sich auf einige Änderungen einstellen, erklärt das Beiratsmitglied: „Durch die Pandemie gibt es besondere Regelungen. Einstieg und Ausstieg in der Kohlfurth sind getrennt, Fahrscheine werden vor Ort bereits außerhalb der Tram verkauft und es gilt die Maskenpflicht. Auch das Fahrpersonal hat besondere Auflagen zu erfüllen.“ Dazu werden Fahrkartenkontrolleure und Straßenbahnfahrer von den maximal 20 Gästen pro Fahrt getrennt.

Laut Malicke gelten die gleichen Bedingungen, wie es bei einer normalen Straßenbahn auch sei. „Wie sind ein richtiger Straßenbahnbetrieb, wenn auch Deutschlands kleinster. Uns unterscheidet aber, dass wir nur mit historischen Bahnen fahren“, erklärt Malicke. Das macht der Verein seit mehr als 50 Jahren so in der Kohlfurth. Auf Distanz steht auch der Bücherwagen. Am Eingang des Geländes ist er aufgebaut und hält Literatur zu Trams und Eisenbahnen in Deutschland sowie Souvenirs bereit. „Auch hier gilt Maskenpflicht und es darf jeweils nur eine Person eintreten“, betont Michael Malicke.

In der Rückschau auf die Saison sagt er, dass es anstrengende Monate waren. Und bedrückend zugleich, denn schon die Fahrten am Pfingstwochenende, sonst ein sehr beliebter Termin bei den Straßenbahnfreunden, konnte nicht stattfinden. Aber da sei schon klargewesen, dass hohe Kosten für die elektrischen Anlagen entstehen werden. Hinzu kam, dass Diebe die Fahrdrähte gestohlen hatten.

Solingen: Verein kommt ohne Schulden durch die Pandemie

Diese habe der Verein zunächst aus eigenen Beständen ersetzt. Es habe Hilfen vom Land NRW gegeben. Und Schulden habe der Verein dadurch bisher auch nicht. Das liege auch am Einsatz der vielen Vereinsmitglieder, die den Fahrbetrieb aufrecht erhalten.

„Es gibt nichts Schöneres als die strahlenden Kinderaugen, wenn wir die Fahrkarte abknipsen.“
Michael Malicke, Straßenbahn-Fan

Doch bevor jetzt an der Kohlfurth alles in den „Wintermodus“ geht, soll am Sonntag nochmals vor allem für Kinder ein Erlebnis geboten werden. Zwar dürften Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre umsonst mitfahren. Trotzdem gebe es für jeden Fahrgast ein Ticket. „Es gibt nichts Schöneres als die strahlenden Kinderaugen, wenn wir die Fahrkarte abknipsen“, freut sich Malicke auf den letzten Fahrtag.

Letzter Fahrtag

Ab 10.40 Uhr starten die Klassiker, alle mindestens 60 Jahre alt, vom Betriebshof in Kohlfurth und fahren im 30-Minutentakt auf der historischen Strecke von 1914. Die letzte Fahrt startet um 17.40 Uhr.

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