Ratespiel für Besucher

Museum Plagiarius: Original oder Fälschung? Der Test lohnt sich

Anhand von 14 Exponaten können Besucher herausfinden, ob sie Fälschung und Original unterscheiden können. Mit diesem Konzept geht das Museum Plagiarius neue Wege – angeregt von einer Schulklasse, Peter Spaunhorst (l.) und Holger Sann.
+
Anhand von 14 Exponaten können Besucher herausfinden, ob sie Fälschung und Original unterscheiden können. Mit diesem Konzept geht das Museum Plagiarius neue Wege – angeregt von einer Schulklasse, Peter Spaunhorst (l.) und Holger Sann.

Museum Plagiarius bittet Besucher zum Ratespiel – Anfassen und Ausprobieren ist ausdrücklich erlaubt – das ST hat es ausprobiert.

Von Andreas Römer

Solingen. Echt oder Fälschung? Das können alle Besucher im Museum Plagiarius jetzt selbst herausfinden. Bislang konnte man nur die verschiedenen Originalprodukte und Plagiate in Vitrinen bestaunen – schön beschriftet, welches das Original und welches die Kopie ist. Anfassen verboten. Doch gerade das, wollen viele Besucher. Doch wie kann ich das selbst erkennen, mich schützen und bitteschön das Original und keine Fälschung kaufen?

Angeregt wurden die Museumsmitarbeiter von einer Schulklasse, die nur zu gern alles einmal angefasst und ausprobiert hätte, wie Peter Spaunhorst vom Museum erzählt. Da habe man dann einen Tisch gekauft, sieben verschiedene Produkte darauf platziert und daraus noch ein kleines Ratespiel mit Lösungswort gemacht. „Das war der Renner auf dem Aktionstag der Bergischen Museen im Juni im Lokschuppen Hochdahl“, berichtet Holger Sann.

Museum Plagiarius in Solingen: Manchmal hilft nur das Bauchgefühl weiter

Also einfach einmal selbst ausprobiert. Bei dem Kuscheltier gefüllt mit Perlen scheint das mit der Kopie nicht ganz so schwer zu sein, fehlen einem doch bereits die Augen und ein Ohr. Wer das Original nicht kennt und wenn die Kopie noch nicht lädiert wäre, dann wäre es nicht so einfach. Aber gut – hier scheint der Fall klar zu sein. Der Buchstabe am Original wird notiert.

Danach wird es aber schon kniffelig. Keine Ahnung wie die Original-Waschtischarmatur aussieht. Schick sind hier beide, auch wenn sie in der Form ein bisschen unterschiedlich sind. Das Material fühlt sich für mich als Laien auch gleich an. Da hilft dann nur ein bisschen das Gefühl, um einen Buchstaben zu notieren.

Die edel gestaltete Isolierkanne dagegen ist kein Problem. Zwar sieht die Fälschung gut aus, aber hier hilft Anfassen tatsächlich. Mindestens zwei Punkte fallen auf – der Lösungsbuchstabe ist kein Problem. Und auch die dreiste Kopie der Hundeleine macht nach der haptischen Prüfung keine Schwierigkeiten. Da hilft es den Fälschern auch nicht, dass sie die Verpackung eins zu eins nachgemacht haben – bei der Leine habe sie das nicht geschafft.

Das fürs Design ausgezeichnete Besteckset hätte man vom bloßen Anschauen auch nicht unterscheiden können. Ja, die Farbe ist nicht gleich – aber woher soll ich wissen, wie das Original aussieht? Wer aber das Set auseinandernimmt und ein wenig mit dem Besteck rumprobiert, wird die Fälschung sicher erkennen. Und auch der Rucksack gibt beim Anfassen schnell ein paar Hinweise, wo die Fälscher gespart haben. Später lenken die Museumsmitarbeiter auch noch den Blick aufs Logo – auch das stimmt nicht ganz.

Sechs von sieben Buchstaben sind notiert – das muss doch jetzt klappen. Doch das Aluminiumprofil ist irgendwie nicht zu unterscheiden? Wo ist der verdammte Unterschied? Gewicht? Farbe? Dicke des Aluminiums? Es passt irgendwie alles. Okay, hier hilft dem Texter die Erfahrung mit Buchstaben und Wörtern. Die sechs Buchstaben ein bisschen hin und her geschoben und schon fehlt nur noch einer, um ein sinnvolles, passendes Wort zu bilden. Also muss das Profil mit diesem Buchstaben das Original sein. Ja, ein bisschen geschummelt ist es schon, aber das Rätsel ist gelöst.

Zum Dank darf ich in die Schachtel mit Süßigkeiten greifen und meine Belohnung nehmen. Das war interessant und spannend. „Wenn hier ganze Familien sich versuchen, gibt es immer wieder interessante Diskussionen“, erzählt Holger Spann. Die Belohnung am Ende sei da auch gar nicht so wichtig. Vielmehr gehe es ja darum, die Sinne zu schärfen und auf das Problem mit Nachahmern und Fälschern aufmerksam zu machen. Der Verein Aktion Plagiarius zeichnet jedes Jahr die dreistesten Fälscher aus. Die Preisträger der vergangenen Jahre sind alle im Museum zu bestaunen.

Und Peter Spaunhorst vom Museum gibt ganz zum Schluss auch noch zu, dass das mit dem Aluminiumprofil wirklich schwer sei. Aber er verrät, woran man das Original erkennen kann. Das wollen Sie jetzt auch wissen? Dann müssen Sie schon selbst im Plagiarius Museum am Südpark den Test machen – es lohnt sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Am Freitag öffnet der „Ohligser Supermarkt“
Am Freitag öffnet der „Ohligser Supermarkt“
Am Freitag öffnet der „Ohligser Supermarkt“
Vierjähriger schickt Brief an die Feuerwehr
Vierjähriger schickt Brief an die Feuerwehr
Vierjähriger schickt Brief an die Feuerwehr
Entscheidung zwischen Familie und Heim
Entscheidung zwischen Familie und Heim
Entscheidung zwischen Familie und Heim
Lidl eröffnet neue Filiale am Nümmener Feld
Lidl eröffnet neue Filiale am Nümmener Feld
Lidl eröffnet neue Filiale am Nümmener Feld

Kommentare