Kooperationsvertrag

Museum aus Gouda ist Partner des Solinger Zentrums für verfolgte Künste

Das Zentrum für verfolgte Künste empfing eine Delegation aus Gouda.
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Das Zentrum für verfolgte Künste empfing eine Delegation aus Gouda.

Delegation kam zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags in die Klingenstadt.

Von Philipp Müller

Dabei wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Solingen. Wenn im kommenden Jahr Solingens Partnerstadt Gouda das 750-jährige Bestehen feiert, dann ist bei den Festakten auch das Zentrum für verfolgte Künste dabei. Denn gestern unterzeichnete Museumsdirektor Jürgen Kaumkötter einen Kooperationsvertrag mit dem gerade entstehenden Museum Libertum. Dazu war eine achtköpfige Delegation aus den Niederlanden nach Solingen gereist.

Im Ratssaal des Museums in Gräfrath wurde besprochen, dass zum Jahreswechsel Gouda Teil der laufenden Online-Ausstellung „7Places“ wird. Sie greift an verschiedenen Orten jüdisches Leben seit dem 4. Jahrhundert auf und belegt Judenverfolgung über frühe Pogrome, den Holocaust bis in die Neuzeit. Am Rande des gestrigen Treffens erklärte Kaumkötter, die Vertreter aus Gouda hätten den Geist gelobt, den das Zentrum mit seiner Arbeit verkörpere.

Dieser Geist soll dann im Juni 2022 auch in Gouda zu sehen sein. Kaumkötter und sein Zentrumsteam reisen im Oktober in die Partnerstadt, um sich die Räume anzuschauen. Zwar ist der Betrieb des Libertums schon angelaufen, aber vieles müsse noch gebaut und installiert werden, hätten die Niederländer berichtet.

Schon 2019 besuchten Gäste aus Gouda das Gräfrather Museum. Damals wurde ausgelotet, wie das Libertum im Kulturzentrum Chocoladefabriek und die Solinger Ausrichtung kooperieren können. Das gemeinsame Ziel: Regelmäßig Ausstellungen aus Solingen für Gouda übernehmen. Daneben sollen später auch eigene Konzeptionen des Libertums in Solingen gezeigt werden.

Schon 2019 wurde beispielsweise die gerade mit einem Jahr Verspätung laufende Ausstellung (| Kasten) zum Kriegsende 1945 mit Kunst aus Konzentrationslagern als ein Projekt für den Austausch ins Blickfeld genommen. Das wird nicht mehr gehen. Jürgen Kaumkötter will aber für die Eröffnung 2022 möglichst Originale aus der Sammlung des Zentrums für verfolgte Künste im Libertum ausstellen.

Im Kulturzentrum Chocoladefabriek in Solingens Partnerstadt sind die Stadtbibliothek Gouda, das Regionalarchiv Mittelholland, die Druckerwerkstatt Gouda und „Kruim – essen & trinken“ untergebracht. An der Adresse Klein Amerika hat auch das Museum Libertum seinen Sitz. Zentrales Thema der Einrichtung sind Frieden und Freiheit. Das wird mit Bezügen zur Gegenwart und Vergangenheit auch mit Aspekten des Widerstands beleuchtet.

„Wir wollen gemeinsam Projekte mit Schulen fördern.“

Jürgen Kaumkötter, Direktor

Seit Jahresbeginn hat das Libertum für die Öffentlichkeit mit seinem „Freiheitserlebnis“ bereits vorläufig geöffnet. Zum Konzept des Museums gehören auch Bildungsangebote. Sie erklären auch die Zeit, in der die Niederlande und Gouda durch das deutsche Nazi-Regime besetzt waren.

Genau da knüpft auch der Kooperationsvertrag mit dem Titel „Memorandum of Understanding“ an. „Wir wollen gemeinsam Schulprojekte fördern“, erklärt der Solinger Museumsdirektor. Die Internationale Schule in Gouda sei bereits im Boot. Kaumkötter wünscht sich, dass möglichst viele Solinger Schulen Teilnehmer des kulturellen und geschichtlichen Austauschs mit der Partnerstadt werden.

Zugleich versteht sich das Libertum als Ort der politischen Debatte. Außerdem bietet sich das Meeting-Café De Vrijheid (Die Freiheit) als Treffpunkt für den zwanglosen Austausch unter den Besuchern an. Dort soll auch bewusst und zielgerichtet der Austausch mit Neubürgern von Gouda gesucht werden. Das soll die Toleranz und das Verständnis zwischen den Kulturen verbessern helfen.

Ausstellungen

Im Zentrum für verfolgte Künste läuft aktuell unter dem Titel „ . . . und laut zu sagen: Nein.“ eine Ausstellungs-Trilogie. Zu sehen ist ein Blick in die Zeit der Nazis und des Widerstands in Solingen vom Max-Leven-Zentrum. Zusammen mit der Stiftung Boris Lurie aus New York beleuchtet das Zentrum den Werdegang eines Künstlers, der seine KZ-Erfahrungen zu einer eigenen Kunstrichtung stilisierte. Schließlich ist das Herzstück die Schau mit Kunst von Menschen, die im KZ Sachsenhausen trotz aller bedrohlichen und meist tödlichen Umstände die Wirklichkeit des Grauens durch Kunst verarbeiteten.

https://verfolgte-kuenste.com

Das Zentrum für verfolgte Künste nahm den Betrieb mit Publikum mit einem offenen Museumstag wieder auf.

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