Teil des Welterbeprozesses

Schaberger Bahnhof erhält Parkplatz und Denkmal

Am Bahnsteig 2 des Schaberger Bahnhofs ist ein Pendler-Parkplatz geplant. Dort lagert ein Bauteil der Müngstener Brücke, das künftig als Denkmal dienen soll. Fotos: Christian Beier
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Am Bahnsteig 2 des Schaberger Bahnhofs ist ein Pendler-Parkplatz geplant. Dort lagert ein Bauteil der Müngstener Brücke, das künftig als Denkmal dienen soll.

Die Stadt will den Bahnhof nahe der Müngstener Brücke aufwerten – und zum Teil des Welterbeprozesses machen.

Das künftige Brückendenkmal wurde diese Woche bei einer nächtlichen Aktion zum Bahnhof Schaberg gebracht.

Von Andreas Tews

Solingen. Der Bahnhof Schaberg ist für das spärliche Parkplatzangebot in seinem Umfeld bekannt. Die wenigen vorhandenen Plätze sind oft belegt, die Verhältnisse sind auch bei der An- und Abfahrt sehr beengt. Das soll sich ändern. Die Stadt will hinter dem Bahnhof einen Parkplatz anlegen. Die Verantwortlichen erhoffen sich davon, dass der Bahnhof für Pendler attraktiver wird. Eine weitere Aufwertung wird der Bahnhof durch ein Denkmal erfahren: ein aus der Müngstener Brücke ausgebautes Stahlteil, das dort ausgestellt werden soll. Schaberg wird damit Teil des Welterbeprozesses zur Müngstener Brücke.

Solingen: Stellplätze sollen mehr Pendler in die Bahn locken

Der neue Parkplatz ist Teil der Bestrebungen, im Zuge des städtischen Nachhaltigkeitsprogramms mehr Menschen dazu zu bewegen, vom Auto auf die Bahn umzusteigen. Ein weiteres Projekt ist unter anderem ein neuer Haltepunkt im zweieinhalb Bahnkilometer entfernten Meigen. Das Ziel ist, den Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen von jetzt 16 auf 30 Prozent fast zu verdoppeln.

Der Parkplatz in Schaberg könne dazu beitragen, das Fahrgastaufkommen in den S-Bahnen der Linie S 7 zu erhöhen, erklärt die Stadtverwaltung. Er soll Platz für 14 Autos bieten. Vorgesehen ist er auf der Fläche hinter dem Bahnhof, auf der die Deutsche Bahn (DB) derzeit Material für die Baustelle an der Müngstener Brücke lagert. Eigentlich war geplant, dass diese Fläche nach Abschluss der Brückensanierung renaturiert wird.

Zumindest auf den vorderen rund 440 Quadratmetern der insgesamt knapp 4000 Quadratmeter großen Fläche soll dies nicht geschehen, damit dort in Zukunft Pendler parken und über einen direkten Zugang zum Gleis 2 des Haltepunkts gelangen können. In diesem Zugang sehen die städtischen Planer einen weiteren Vorteil für den Bahnhof. Dieser Weg biete künftig einen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig 2. Er ist bisher durch den Fußgängertunnel, also über Treppen zu erreichen.

Eine besondere neue Attraktion des kleinen Bahnhofs ist in der Nacht zu Donnerstag mit einem Sondertransport angeliefert worden: ein 25 Tonnen schweres Teil der oberen Fahrbahnbrücke der Müngstener Brücke, das im Zuge der Sanierung vor sieben Jahren ausgebaut worden war. Es war bisher auf Remscheider Gebiet zwischengelagert und steht jetzt auf dem Platz hinter dem Schaberger Bahnhof.

Solingen: Genauer Standort für die neue Attraktion wird noch gesucht

Dort soll es als Ausstellungsobjekt dienen – wo genau, steht noch nicht fest. Zunächst erhält das etwa acht mal acht Meter große Stahlbauteil einen neuen Anti-Rost-Anstrich. Der Verein „Welterbe Müngstener Brücke“ entscheide zu einem späteren Zeitpunkt, wo der Standort des Denkmals sein werde, teilt ein Sprecher der DB mit.

Bei der Stadt verspricht man sich durch das Ausstellungsstück einen Schub für die Welterbe-Bewerbung. „Es ermöglicht aus nächster Nähe den Blick auf ein originales Brückenbauteil, wie es an der Brücke selber nie auf Augenhöhe wahrgenommen werden kann“, heißt in einem Bericht des Rathauses an die Politik.

Die Kosten von 123 000 Euro für den Parkplatz (die Stadt hofft auf eine 90- bis 100-Prozent-Förderung durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) und den Unterbau des Denkmals (15 000 Euro) will die Rathausspitze für 2022 in den städtischen Haushalt einplanen. Ein Grundsatzbeschluss zum Bau der Stellplätze und für die Installation des Denkmals fällt Mitte Juni im städtischen Umwelt- und Verkehrsausschuss.

Müngstener Brücke: Im Bahnhof Schaberg steht jetzt ein Brückendenkmal

Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.
Ein Stück der Fahrbahn der Müngstener Brücke wurde von Remscheid nach Schaberg gebracht.  © Christian Beier

Park-Sensoren

Mit Hilfe moderner Technik sollen Autofahrer künftig erfahren können, ob auf dem neuen Pendlerparkplatz am Bahnhof Schaberg noch Plätze frei sind. Sensoren sollen laut Stadtverwaltung die Auslastung in Echtzeit erfassen. Diese Daten werden in Kundeninformationsdienste des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr eingespeist und damit öffentlich verfügbar sein.

Standpunkt: Wichtige Mosaiksteine

Von Andreas Tews

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Der Schaberger Bahnhof führt durch die enge Zufahrt und die spärlich vorhandenen Parkplätze vor allem für Pendler ein Schattendasein. Wertet die Stadt ihn durch einen neuen Pendlerparkplatz auf, ist dies ein Mosaikstein auf dem Weg zu einem attraktiveren Öffentlichen Personennahverkehr. Da die Fläche durch die Baustelle der Deutschen Bahn ohnehin schon vorbereitet und erschlossen ist, erscheint dies auch wirtschaftlich sinnvoll. Von symbolischer Bedeutung ist ein Mosaikstein für ein weiteres Großprojekt: das geplante Denkmal in Schaberg. Es mag im Gesamtzusammenhang des Welterbeprozesses für die Müngstener Brücke eine Kleinigkeit sein, schafft aber eine noch engere Bindung der Menschen an die Brücke. Auch das könnte bei der Welterbe-Entscheidung irgendwann ausschlaggebend sein.

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