Shopping-Center im Wandel

Mühlenplatz wird bis Dezember umgebaut

Der Mühlenplatz wird umgebaut. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsmarkt soll das fertig sein. Eine neue Rolltreppe (kleines Bild) führt bald in die 1. Etage zum neuen Tedi. Fotos: Michael Schütz
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Der Mühlenplatz wird umgebaut. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsmarkt soll er fertig sein.

In den Clemens-Galerien führt bald eine zweite Rolltreppe in die 1. Etage.

  • In den Clemens-Galerien in Solingen will Frankfurter Projektentwickler weiter an seinen Plänen festhalten.
  • Der geplante Einzug von Woolworth verzögert sich.
  • Es wird über eine Öffnung Richtung Fronhof nachgedacht.

Von Philipp Müller

Solingen. Den Handel treffen die Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie besonders stark.

Eine neue Rolltreppe führt bald in die 1. Etage zum neuen Tedi.

Dr. Jochen Stahl, der Frankfurter Projektentwickler, berichtet von Einbrüchen um die 50 Prozent in den von ihm betreuten Shopping-Centern. Doch in den Clemens-Galerien werde er weiter an seinen Plänen festhalten, den geplanten Umbau zu vollenden. So werde nach dem Sommer bis Ende November, Anfang Dezember der Mühlenplatz neu gestaltet werden. „Die Ausschreibungen der Arbeiten sind dazu im Wesentlichen abgeschlossen“, erklärt Stahl.

Solingen: Zusätzliche Rolltreppe kommt

Auch in den geplanten Einzug von Pizza Pazza komme jetzt Bewegung. Bauzäune und eine schon baulich verkleinerte Fläche des Discounters Tedi legen Zeugnis dafür ab, was jetzt kommt: Der Tedi zieht, wie vom Tageblatt bereits berichtet, in die erste Etage auf die Fläche des früheren Felix Kids Club. Dazu wurde das bisherige Ladenlokal geteilt. In die rechte Seite kommt eine Rolltreppe, um die Kunden bequem vor die Ladentüre zu bringen. „Eigentlich kann man heute in Shopping-Centern keine 1. Etage mehr vermieten“, erklärt Jochen Stahl. Aber mit der Rolltreppe soll es trotzdem gelingen, Kundenfrequenz zu erzeugen. In den linken und hinteren Bereich zieht dann Pizza Pazza ein. Angestrebt sei, dass im 1. Quartal 2021 dort die Pizza-Öfen regelmäßig glühen sollen.

„Entscheidungen müssen im nächsten halben Jahr getroffen werden.“

Jochen Stahl, Clemens-Galerien

Solingen: Einzug von Woolworth verzögert sich

Verzögern wird sich der geplante

Einzug von Woolworth in den früheren Standort von Kaufhof

. Denn für dieses Gebäude und auch das mit Peek & Cloppenburg, der Mietvertrag läuft 2021 aus, sind

neue Pläne in Vorbereitung

Die Zukunft des Gebäude-Riegels mit Kaufhof und Peek & Cloppenburg bespricht Projektentwickler Stahl gerade mit der Stadt Solingen.

Beide Häuser gehören zur Eigentümer GmbH, deren Anteilseigner und Geschäftsführer Stahl ist. Was genau passieren soll, will er nicht verraten. Er sei mit der Stadt dazu im Gespräch.

Doch Stahl holt beim Thema Handel, Immobilien und Zukunft aus. Habe man Anfang des Jahres gedacht, noch fünf, vielleicht sechs Jahre Zeit für die Umstrukturierung zu haben, sei mit Ausbruch der Corona-Pandemie klar: „Wir haben jetzt nur ein halbes Jahr Zeit.“ Denn die Wahrheit komme schneller auf den Tisch als gedacht. Damit meint er das Abwandern der Umsätze in den Online-Handel, damit wachsende Leerstände und die unsichere Aussicht der Wirtschaft, die dazu zwingen, bei Investitionen auch mehr Reserven für mögliche Ausfälle einzubauen.

Dass der Handel in Bewegung ist, betont auch stets Ralf Engel. Der Wuppertaler Rechtsanwalt ist Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands und für Solingen zuständig. Er rät den Händlern schon länger, das Thema Digitalisierung offensiv anzugehen. Dabei gehe es darum, stationären Handel und den im Internet miteinander zu verzahnen.

Das wird auch im Konzept „City 2030“ angesprochen, das die Politik verabschiedet hat. Wohnen, Dienstleistungen, Verschiebung von Handelsflächen wird dort im großen Zusammenhang gedacht. Auch für die Gebäude mit Kaufhof und P & C gibt es Vorschläge. Eine Öffnung Richtung Fronhof ist eine der Varianten.

Der Architekt Dr. Holger Pump-Uhlmann war einer der Gutachter und Planer von „City 2030“. Er hält eine Öffnung der „Hinterhofstruktur“ zwischen Kaufhof, Galerien und Fronhof für wichtig, um die Wegebeziehungen der City zu verbessern. Corona wirke wie ein Brandbeschleuniger, der schnelle Entscheidungen erfordere. Immobilieneigentümer müssten sich intensiv dem Thema Wohnen widmen. Neue Einwohner in der City würden dann auch den Handel stärken helfen. 

20 Jahre Galerien

Am 27. April 2000 eröffneten die Clemens-Galerien. Das Shopping-Center hat seitdem viele Eigentümerwechsel erlebt. Am 12. und 13. September soll der Geburtstag auch im Rahmen von 48h live gefeiert werden. Timm Kronenbergs City-Art-Project bereitet dazu kulturelle Veranstaltungen vor.

Standpunkt: City kommt in Bewegung

Von Philipp Müller

Corona bedeutet für die Gesellschaft in vielen Bereichen eine enorme Herausforderung. Die Stimmen mehren sich, dass sich viel verändern wird und vermutlich schnell.

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Aber nicht alles muss weg oder neu konzipiert werden. So setzt Jochen Stahl für die Clemens-Galerien weiter auf den Mix starker Discounter, Fachgeschäfte wie Borgmann oder Gastronomie. Mit dem Kino ist ein Mieter an Bord, der die Menschen ins Shopping-Center zieht. Doch was soll aus dem ehemaligen Kaufhof werden? Mit Sicherheit kein neues Kaufhaus. Denn der letzte Warenhauskonzern in Deutschland streicht sein Filialsystem gerade massiv zusammen. 

Discounter wie Kik oder Tedi, aber auch Drogerieketten wie Rossmann – alles Mieter in den Clemens-Galerien – springen in die Bresche. Dass Stahl das keine 50 Meter weiter im großen Stil kopieren wird, ist klar, weil ohne Sinn. Die Antwort über was der Projektentwickler zusammen mit der Stadt brütet, ergibt sich eher aus dem Konzept City 2030. Dort geht es darum, Wohnen und Handel neu zu denken. Man darf auf die Lösung gespannt sein. 

Friseurin Christiane Droppmann zieht von der Kölner Straße in die Clemens-Galerien.

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