Innenstadt

Mühlenplatz erhält ein neues Gesicht

Der Solinger Architekt Andreas Seidensticker hat das neue Gesicht des Mühlenplatzes geplant. Zu Weihnachten soll er begehbar sein, im Frühjahr soll der Brunnen sprudeln. Foto: Christian Beier
+
Der Solinger Architekt Andreas Seidensticker hat das neue Gesicht des Mühlenplatzes geplant. Zu Weihnachten soll er begehbar sein, im Frühjahr soll der Brunnen sprudeln.

Ende November eröffnet Tedi auf 1200 Quadratmetern, Pizza Pazza folgt im März 2021.

  • 650.000 Euro fließen in das Projekt in der Innenstadt.
  • Schon Weihnachten soll der Mühlenplatz begehbar sein.
  • Auch in den Clemens-Galerien soll sich bald etwas tun.

Von Philipp Müller

Solingen. Der Mühlenplatz ist von den alten Steinen schon fast befreit. Der Untergrund der im Stil eines Atriums angelegten Treppe ebenfalls. Mit Verzögerung legt die Firma Benning aus Münster mit viel Tempo los, den Platz in den Clemens-Galerien zu sanieren. Ist alles fertig, sei etwas mehr als 650 000 Euro Bausumme aufgewendet worden, erklärt der Solinger Architekt Andreas Seidensticker. Er hat die Arbeiten, die im Auftrag der Stadt Solingen und der Eigentümer GmbH des Einkaufszentrums ausgeführt werden, geplant und leitet jetzt die Arbeiten. Der Platz bekommt ein stabiles, 14 Zentimeter dickes Pflaster aus Betonwerksteinen, die bei Festen viel Gewicht aushalten.

Doch Seidensticker blickt auch zum Rand des Platzes. Schon zum 28. November werde Tedi den Umzug ins Obergeschoss abgeschlossen haben und neu eröffnen. Wobei Obergeschoss fast falsch ist. Denn der Zugang zum Discounter bleibt ebenerdig links neben dem Alex. Mit einer Rolltreppe oder per Aufzug geht es bequem auf 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche. In den früheren Tedi zieht Pizza Pazza ein. Dafür beginnen die Umbauten, die Seidensticker zu verantworten hat, am 20. November.

„Schon zu Weihnachten soll der Mühlenplatz begehbar sein.“
Andreas Seidensticker, Architekt

Die Pizzeria mit Lieferservice wird auch von der Goerdelerstraße aus erreichbar sein. Aus zwei Fenstern entstehen Türen. Den Innenausbau übernehmen die Betreiber selbst. Die Abluft für die Küche gibt es schon, sie durchstößt den neuen Tedi im Obergeschoss bereits als breite Säule.

Seidensticker schaut beim Anblick der Geschwindigkeiten auf dem Platz zufrieden auf die freigelegte Fläche und formuliert sein Ziel: „Schon zu Weihnachten soll der Mühlenplatz begehbar sein.“ Einen Strich durch diese Rechnung könne jetzt nur noch das Wetter machen. Nach dem Jahreswechsel geht es dann an die neue Treppe. Sie erhält Stufen aus Granit. Für den neuen Brunnen – er wird, steht man auf dem Platz, links Richtung Alex liegen – müssten neue Rohre und Leitungen verlegt werden. Der alte Brunnenraum im Gebäude erhalte eine neue Technik. Die Bauzeit dafür taxiert der Architekt auf etwa Ende Februar 2021. So könne es dann einen Frühstart in die Terrassensaison geben. Auch Pizza Pazza erhält dazu Fläche.

Die Stadt werde zur Hauptstraße oberhalb der neuen Treppe noch fünf bis sechs Bäume pflanzen. Das mache sie auf eigene Kosten. Für den Umbau muss die Stadt nichts bezahlen. Die 650 000 Euro tragen zu 80 Prozent das Land NRW und zu 20 Prozent die Eigentümergesellschaft, deren Geschäftsführer Dr. Jochen Stahl ist. Der hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Ideen für das anliegende Grundstück mit Kaufhof und Peek & Cloppenburg jetzt zur Reife bringen zu wollen.

Seidensticker sagt, er plane daran bereits seit März und die zweite Planungsstufe sei erreicht, um das Bauplanungsverfahren einzuleiten, in dem Stadtverwaltung, Politik und Bauherr sich abstimmen müssen. Seniorengerechtes Wohnen, Handel, Dienstleistungen und eine große Passage zum Fronhof sind die vier wichtigen Säulen des Neubauprojekts, dessen Baustart Ende 2021 erfolgen soll.

Auch in den Clemens-Galerien gehe es weiter, erklärt der Architekt. Es gebe Interessenten für Handelsflächen. Da sei er zusammen mit Stahl und den möglichen Mietern in Gesprächen, zu welchen Kosten Leerstand wirtschaftlich in naher Zukunft neu strukturiert werden könne. 

Mühlenplatz: Umbau ist gestartet

 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier

Standpunkt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Philipp Müller

Wenn im März die ersten Sonnenstrahlen den neuen Mühlenplatz erwärmen, dann wird Solingen einen neuen Treffpunkt haben. Das ist Idee hinter der Sanierung des zwanzig Jahre alten Platzes. Mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt ist einer der Trümpfe, den die Stadt bei der Umgestaltung der City spielen will und muss. Da ist es gut, dass man nicht nur darüber redet, sondern es jetzt auch an dieser Stelle endlich losgeht. Seit vier Jahren bestimmt Jochen Stahl, der Frankfurter Projektentwickler, die Umstrukturierung des gesamten Areals. Er konzentriert in den Clemens-Galerien Gastronomie und Discounter. 

Die Nase braucht da keiner zu rümpfen. Der Kaufmann hatte von Anfang an klargemacht, eine „Kö“, eine Fifth Avenue, könne es in der Solinger City nicht geben. Doch mit Sport Borgmann und weiteren, kleinen Fachgeschäften zeigt sich auch: Mit der richtigen Mischung haben Einkaufszentren durchaus eine Zukunft. In vielen Städten werden sie abgerissen, in Solingen erhält eines immer mehr Leben durch Frequenzbringer für die City. Gut so. 

Das könnte Sie auch interessieren

Top-Links

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen auf 6,9 - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen auf 6,9 - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen auf 6,9 - Coronaschutzregeln verlängert
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke

Kommentare