ST vor Ort

Corona-Pandemie setzt den Eisenbahnfreunden zu

Trotz der Corona-Pandemie haben die Eisenbahnfreunde um Vorstandsmitglied Jörg Köhler an der Anlage gearbeitet.
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Trotz der Corona-Pandemie haben die Eisenbahnfreunde um Vorstandsmitglied Jörg Köhler an der Anlage gearbeitet.

Das Vereinsleben der Eisenbahnfreunde nimmt nur langsam wieder Fahrt auf.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Der Haltepunkt Löhdorf liegt in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs Aufderhöhe und des dortigen Finanzamts. Nur wenige Meter weiter sind Schloss Burg, Walder Stadion, das Zwillingswerk und der Peter-Höfer-Platz zu finden. So eine komprimierte Reise durch die Klingenstadt ist nur an einem Ort möglich: bei den Eisenbahnfreunden Solingen. Vor 40 Jahren hat sich der Verein gegründet, seit rund 20 sitzt er an der Aufderhöher Straße.

Früher konnten die Modellzüge den Schattenbahnhof nur rückwärts verlassen – das ist nun nicht mehr notwendig.

In den vergangenen beiden Jahren war dort weniger los als gewohnt. „Wir haben unter Corona gelitten“, sagt Jörg Köhler. Er ist im Vorstand der Eisenbahnfreunde für die Finanzen verantwortlich und eines der Gründungsmitglieder. Die Pandemie brachte das Vereinsleben zwischenzeitlich zum Erliegen. Und noch immer werden die Treffen nicht so angenommen wie vor der Krise.

Alle Folgen der Stadtteilserie

Am vierten Freitag jedes Monats findet im Vereinsheim der Fahrtag statt. Ab März 2020 mussten die Termine ausfallen, der Neustart im Herbst 2021 entpuppte sich als kurze Episode. Inzwischen besteht die Möglichkeit jedoch wieder, ab nachmittags bis zum frühen Abend in entspannter Runde miteinander zu fachsimpeln. Die Arbeit an der Anlage steht samstagsvormittags im Vordergrund. Zwischen 10 und 14 Uhr wird gebastelt und an verschiedenen Projekten gearbeitet. Zusätzlicher Clubtag ist der Montagabend. „Da zeigen sich unsere Mitglieder aktuell aber noch sehr zurückhaltend“, sagt Köhler.

An der Aufderhöher Straße gibt es einige Solinger Wahrzeichen zu betrachten. Ein Highlight: Schloss Burg.

Knapp 40 zählen die Eisenbahnfreunde derzeit. In guten Zeiten war die Zahl doppelt so groß. Wie in vielen Vereinen fehle Nachwuchs, bedauert das Vorstandsmitglied. Zwar gebe es durchaus junge Menschen, die sich für das Thema Modellbau begeistern. Aber: „Viele Jugendliche können sich das Hobby nicht leisten.“

Eisenbahnfreunde wollen und müssen wieder Veranstaltungen planen - doch die Unsicherheit durch die Pandemie bleibt

Erschwerend hinzu kommt, dass die Eisenbahnfreunde in den Jahren 2020 und 2021 keine öffentlichen Veranstaltungen durchführen konnten. Das ist doppelt bitter. Denn einerseits sind die traditionellen Modellbahntage eine gute Gelegenheit, um neue Mitstreiter zu gewinnen. Andererseits sind die Tage der offenen Tür eine Einnahmequelle, um die Aktivitäten des Vereins zu finanzieren. „Deshalb müssen wir unbedingt wieder Veranstaltungen planen“, betont Köhler. Jedoch haben die Verantwortlichen angesichts der andauernden Pandemie Schwierigkeiten, einen Termin festzulegen. Zu groß ist die Unsicherheit.

An den Fahrtagen kommen die Mitglieder zum geselligen Austausch im Vereinsheim zusammen.

Wenngleich die Pandemie dem Vereinsleben zugesetzt hat, wurde an den Anlagen gearbeitet. „Wir haben uns abwechselnd und in Kleingruppen getroffen, um Kontakte möglichst zu vermeiden“, berichtet Köhler. Die Spuren N, H0, 0 und LGB sind an der Aufderhöher Straße zu finden. Auf der H0-Anlage, Maßstab 1:87, wurde eine der Bahnen erweitert und zudem digitalisiert. Der Schritt ermöglicht es, mehrere Züge gleichzeitig auf einem Gleis fahrenzulassen und die Funktionen der Loks umfänglicher zu nutzen.

Auch auf Spur 0 – Maßstab 1:43,5 – gibt es neue Möglichkeiten. Köhler und Mitstreiter haben für die Hauptstrecke einen unterirdischen Schattenbahnhof errichtet. Der Vorgänger, ein Sackbahnhof, machte es notwendig, die dort abgestellten Züge rückwärts an die Oberfläche zu rangieren – dieses umständliche Verfahren ist nun Geschichte.

Große Investitionen planen die Eisenbahnfreunde in der näheren Zukunft nicht. Die räumlichen Kapazitäten in Aufderhöhe sind ausgeschöpft. An Arbeit mangelt es den Modellbauern dennoch nicht, betont Jörg Köhler: „Wir wollen vor allem modernisieren. Eine Eisenbahn darf nie fertig sein.“

www.eisenbahnfreunde-sg.de

Serie

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In der ST-Stadtteilserie steht in dieser Woche Aufderhöhe im Mittelpunkt. In den kommenden Tagen geht es unter anderem um die Aktivitäten der Evangelischen Kirchengemeinde St. Reinoldi Rupelrath, das Bauprojekt des TSV Aufderhöhe und die Verkehrssituation im Stadtteil. Morgen werden die Besonderheiten des Bethanien-Geländes vorgestellt.

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