Ohligs

Mitarbeiter des Ordnungsamts parken auf Blindenstreifen

In der Vergangenheit hatten Mitarbeiter des Ordnungsamtes mehrfach die Blindenleitstreifen am Hauptbahnhof blockiert. Foto: Gunther Wilde
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In der Vergangenheit hatten Mitarbeiter des Ordnungsamtes mehrfach die Blindenleitstreifen am Hauptbahnhof blockiert.

Auf dem Leitsystem am Hauptbahnhof wurden zuletzt mehrfach Fahrzeuge abgestellt – Stadt bedauert Vorfälle.

Von Kristin Dowe

Solingen. Mit steter Regelmäßigkeit – so hat es ST-Leser Gunther Wilde auf mehreren Fotos dokumentier – parkten in den vergangenen Wochen Mitarbeiter des Ordnungsamtes mitten auf den Blindenleitstreifen am Hauptbahnhof in Ohligs. „Offenbar wissen die Mitarbeiter gar nicht, was die Streifen bedeuten“, vermutet der Solinger, der selbst hochgradig sehbehindert ist. „Dabei bin ich und andere sehbehinderte Menschen dringend auf so eine Orientierungshilfe angewiesen.“

Zwar könne er nachvollziehen, dass das Ordnungsamt wegen der Kontrollen der Corona-Schutzbestimmungen rund um den Hauptbahnhof präsent sein müsse, doch gäbe es aus seiner Sicht genügend alternative Parkmöglichkeiten. „Der Platz ist riesengroß“, argumentiert Wilde. Diese Meinung teilt auch Sandra Wilms, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins Solingen (BSV), der an der Sauerbreystraße, also in der Nähe des Hauptbahnhofes, seine Geschäftsstelle hat. „Das passiert leider regelmäßig und erschwert unseren Mitgliedern, sich am Hauptbahnhof zu orientieren, wenn sie zu uns kommen möchten. Man muss ja nicht sein Pferd wie im Wilden Westen direkt vor dem Saloon abstellen“, bemerkt die Vorsitzende süffisant.

Auch im Bereich der Steinstraße auf der Rückseite des Hauptbahnhofes, wo die Seneca Advisors GmbH ein neues Hotel baut, liege oft Bauzaun herum, der ein weiteres Hindernis für sehbehinderte Menschen darstelle, moniert Wilms.

Stadt Solingen will Mitarbeiter für Blindenstreifen sensibilisieren

„Natürlich kommt es schon mal vor, dass auch Rettungssanitäter in Notfällen auf den Streifen parken müssen. Das bekommen wir dann schon mit und dafür habe ich auch Verständnis.“ Sie ärgere sich vielmehr darüber, dass insbesondere die Mitarbeiter des Ordnungsamtes offenbar nicht ausreichend für die Blindenleitstreifen sensibilisiert seien. „Das ist genauso, als wenn man eine Feuerwehrzufahrt zuparkt.“

Bei der Stadt gelobt man auf den Tageblatt-Hinweis hin Besserung. „Dass dort Fahrzeuge abgestellt wurden, geschah nicht mit Absicht, sondern unbedacht“, versichert Rathaussprecherin Birgit Wenning-Paulsen. Der Stadtdienst Ordnung habe die Kräfte des Kommunalen Ordnungsdienstes nun noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, „dass das Blindenleitsystem unberührt bleibt. Es wird nun sicherlich nicht mehr vorkommen.“

Generell seien Bindenleitsysteme im Bereich von Zug- und Busbahnhöfen, an Ampelanlagen, an Straßeneinmündungen beziehungsweise Stellen, an denen Fußgänger queren sollen, sowie an Haltestellen baulich vorgesehen. „Im Altbestand wird nach und nach umgebaut, bei neuen Haltestellen ist barrierefreies Bauen grundsätzlich vorgesehen“, heißt es bei der Stadt weiter.

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