Spaziergang

Mit der Superintendentin durchs Lochbachtal

Kirche sollte an möglichst vielen Stellen prägend sein, meinte Dr. Ilka Werner bei der Tour durchs Lochbachtal. Foto: Andreas Erdmann
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Kirche sollte an möglichst vielen Stellen prägend sein, meinte Dr. Ilka Werner bei der Tour durchs Lochbachtal.

Dr. Ilka Werner ist eine von elf Solingerinnen und Solingern, die zu 30 besonderen Spaziergängen eingeladen haben.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Frisches Grün schmückt die Bäume im Lochbachtal. Der Frühling ist hier überall sichtbar, ja auch hörbar, riechbar und spürbar, während wir, Ilka Werner, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises, und ich dem Wanderweg folgen. Er führt uns von Tiefendick über Bech zur Wallstraße und wieder zurück. Später gehen wir noch talaufwärts zum Locher Hammer. Eine Gruppe um Werner, Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki und Radiojournalist Bernd Hamer hat unter dem Motto „Die Pfingstdynamik nutzen“ wanderfreudige Solinger zu ein- bis anderthalbstündigen Spaziergängen in die Natur eingeladen. „Walk and Talk“ – „Gehen und Reden“ – heißt die Aktion, die noch bis Freitag läuft.

„Der Winter war lang, der Frühlingsbeginn fast winterlich, die Kontaktmöglichkeiten bleiben noch beschränkt“, erklärt Ilka Werner. Da habe man nach etwas gesucht, um sich unter Coronabedingungen aufzumachen, nach draußen zu gehen und den Schwung von Pfingsten zu nutzen. Im Spazierengehen und im Wandern selbst haben Ilka Werner und ich sogleich ein Gesprächsthema gefunden. „Eine meiner schönsten und spannendsten Wanderungen war die auf dem Jakobsweg, aber durch Portugal“, berichtet sie. Regelmäßig ist sie in Urlauben mit einer Freundin auf mehrtägigen Touren unterwegs. „Mein Mann fährt dann unser Gepäck zu den Zielpunkten.“

Meine eigenen Wanderungen oder kürzere Spaziergänge unternehme ich am Liebsten in den Wupperbergen und in den Tiroler Alpen. Ich kam dazu durch den Rat meines Arztes, häufiger und mindestens eine Stunde lang spazieren zu gehen. „Dabei ist Solingen eine ideale Stadt für Touren zu Fuß. Egal wo man ist, man geht drauflos und ist in kurzer Zeit in Wald.“

Im Lochbachtal gibt es einiges zu entdecken. Urige, stämmige Buchen. Am gegenüberliegenden Hang schimmert die beschauliche Fachwerk-Hofschaft Bech hinter den Bäumen auf. Wir passieren die Becher Mühle. An einer Stelle schwelt ein süßlicher Geruch in der Luft. Wir untersuchen die Sträucher der Umgebung, finden aber nicht heraus, was da so stark duftet. Kurios: woanders steht ein E-Roller mitten im Wald. „Ob dem Fahrer das Geld ausgegangen ist?“

Die Natur wirkt heute besonders frisch, denn es ist der erste warme Tag nach einer langen verregneten Phase. „Wie passend, dass ausgerechnet heute auch der Lockdown etwas heruntergefahren wird.“ In ihrer Arbeit habe sich während des langen Lockdowns einiges geändert, berichtet Ilka Werner. „Gottesdienste wurden als Videos aufgezeichnet und im Internet gesendet. Konferenzen, Besprechungen fanden zumeist per Zoom oder Videoschaltung statt.“ Man könne auf diese Art sehr konzentriert und intensiv arbeiten. „Aber es fehlt etwas - die Ausstrahlung, das direkte zwischenmenschliche Miteinander.“ Gerade jetzt, wo die Coronakrise abflaut, sei eine spannende Zeit. „Wie werden wir uns in der neu gefundenen Freiheit entwickeln?“ Einiges, so manche Videokonferenz werde wohl bleiben. „Dann aber nicht aus der Not heraus, sondern, weil es eine praktische Art der Kommunikation darstellt.“

„Die Aktion ist ein toller Erfolg. Wir werden sie bestimmt wiederholen.“

Dr. Ilka Werner

Ein interessantes Thema wechselt das andere. So geht es einmal im wahrsten Sinne des Wortes „um Gott und die Welt“, dann um Formen des Glaubens, das Verfassen von Gedichten, Geschichten, Zeitungsartikeln und Predigten, Solinger Mundart, die Vereinsamung einzelner Menschen in der Coronakrise und um die Rolle der Kirche in der Gesellschaft.

„Kirche und ihre christlichen Standpunkte sind sehr wichtig für unsere Stadt“, betont Ilka Werner, die in allen Kirchengemeinden des Kreises zuhause ist. „Kirche sollte an möglichst vielen Stellen prägend sein und mitreden und mitgestalten.“ Am Ende stellen wir fest, „Walk and Talk“ hat uns beiden sehr gut gefallen und gut getan. „Die Aktion ist ein toller Erfolg“, resümiert Ilka Werner. An den 30 Touren mit elf einladenden Personen bestand ein großes Interesse. „Wir werden sie bestimmt wiederholen. Mal schauen, vielleicht schon im Sommer oder zu Erntedank.“

Walk und Talk

Spaziergänge: Die Pfingsttouren (alle Plätze vergeben) laufen vom 25. Mai bis zum 4. Juni.

Veranstalter: Dr. Ilka Werner, Ioanna Zacharaki, Bernd Hamer, Uta D. Rose, Ulrike Kilp, Friederike Höroldt, Susanne Koch, Corinna Maßmann, Almut Hammerstaedt-Löhr, Thomas Förster, Margit Rolla.

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