Mit dem ST wandern

Eine leichte Tour von Sandberg zu Sandberg durch die Heide

Die Hildener Heide hat sich in den vergangenen 200 Jahren stark gewandelt. Von Heidegebieten, Mooren und sumpfigen Wäldern sind heute nur kleinere Bestände übrig geblieben. Doch hier leben immer noch heidetypische Tiere wie Zauneidechse und Ringelnatter, Specht, Grasfrosch und Teichmolch.
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Die Hildener Heide hat sich in den vergangenen 200 Jahren stark gewandelt. Von Heidegebieten, Mooren und sumpfigen Wäldern sind heute nur kleinere Bestände übrig geblieben. Doch hier leben immer noch heidetypische Tiere wie Zauneidechse und Ringelnatter, Specht, Grasfrosch und Teichmolch.

Das ST stellt Wanderrouten vor – heute geht es in die Nachbarstadt Hilden, in die Hildener Heide.

Von Andreas Erdmann

Hilden. Eine schöne Tour mit abwechslungsreichen Naturlandschaften, darunter Heide-, Wiesen- und Waldgebiete, drei Sandberge sowie einen Weiher bietet ein Rundweg durch die Hildener Heide.

Wir starten vom Wanderparkplatz neben dem Waldrestaurant 12 Apostel an der Elberfelder Straße 175 in Hilden. Das Gasthaus stellt einen idealen Ort zum Einkehren vor oder nach der Wanderung dar. Es wurde bereits 1908 als Waldschenke eröffnet und seitdem mehrfach umgebaut. Auf dem nahe gelegenen Weiher mit zwei kleinen Inseln konnte man früher mit Ruderbooten fahren. In der Mitte sprudelte lange Zeit eine hohe Wasserfontäne. Heute tummeln sich Enten und Gänse in dem Gewässer und an den Uferbereichen.

Wir folgen dem Weg links am Ufer entlang. Dort befindet sich auch der Eingang zum Hildener Waldbad. Das Freibad besteht seit 1923. Heute verfügt es über ein Sport- sowie ein Nichtschwimmerbecken von je 50 Metern Länge und Sprungtürme mit bis 10 Metern Höhe. Folgt man dem Weg linksum ins Grüne, gelangt man an einer Wegkreuzung zu dem so genannten „Lievenstein“. Dieses Denkmal, 1929 errichtet, erinnert an Wilhelm Ferdinand Lieven (1839 bis 1902), den Stifter des Hildener Stadtwaldes als einem Teilgebiet der Hildener Heide.

An der Kreuzung biegen wir rechter Hand in den Weg ein. An dessen Ende geht es linksum auf den in nördlicher Richtung verlaufenden Wanderweg. Dieser dient auch als Trimm-Pfad: Schilder und Sportgeräte am Wegesrand regen zu sportlichen Übungen an. Der Weg führt leicht bergan auf den etwa 81 Meter hohen Taubenberg, dem niedrigsten Berg unserer Wanderung. Er gehört zu den Sandbergen der Bergischen Heideterrasse. Vor drei Millionen Jahren schlängelte sich hier der Rhein durch die Landschaft. Dabei grub er sein Bett immer tiefer und hinterließ eine etwa drei Kilometer breite und 80 Kilometer lange terrassenartige Geländestufe aus Sand und Kies.

Mit dem ST wandern: Nach dem Bürenbach kommen die Bruchwälder

Wir halten uns geradeaus, gehen leicht bergab. Nachdem wir den Bürenbach überquert haben, biegen wir in den rechts abzweigenden Weg ein. Das Gelände umher zeigt stellenweise die Merkmale typischer Bruchwälder auf. „Bruch, Broich“ beschreibt in Rheinischen Sprachen ein nasses, sumpfiges Gebiet. Denn vor mehr als 200 Jahren erstreckten sich hier noch ausgedehnte Heidegebiete, Moore und sumpfige Wälder. Davon sind heute nur kleinere Bestände übrig geblieben. Doch hier leben immer noch heidetypische Tiere wie Zauneidechse und Ringelnatter, Specht, Grasfrosch und Teichmolch. Als Heidepflanzen siedeln hier seltene Torfmoose, Seggen und fleischfressender Sonnentau, auch Königsfarn und Pfeifengras. Moorbirken und Schwarzerlen gedeihen prächtig bei ganzjährig hohem Grundwasserspiegel. Da Mikroorganismen heruntergefallenes Laub und Äste nicht ganz zersetzen, entstehen ähnliche Torfschichten wie in Mooren.

Um den Jaberg, auf dem dieser Aussichtsturm steht, ranken sich mehrere Legenden.

Wir überqueren den Sandbach. Dann geht es rechtsum auf einen Weg, der uns an eine weitläufige Wiesenebene führt. Heute verwildert, befand sich hier früher ein Segelflugplatz. Rechts im Schatten steht eine Bank zum Rasten. Schön ist der Weg geradeaus durch die Wiese. Aber auch der Pfad, der am diesseitigen Ufer seitlich des Sandbachs in dieselbe Richtung verläuft, ist reizvoll. So oder so, am Ende biegen wir rechter Hand in den Hauptweg ein. Abermals rechts liegt ein Regenüberlaufbecken. Am Ende überqueren wir die Elberfelder Straße und gehen geradeaus weiter. Links liegt der Haaner Waldfriedhof. Rechts erstreckt sich abermals eine weitläufige Wiese. Und bei der Erhebung vor uns handelt es sich um den 106,2 Meter hohen Sandberg.

Mit dem ST wandern: Schlüssel zum Aussichtsturm liegt im Hildener Rathaus

An der Wegkreuzung halten wir uns rechts. Reizvoll sind die Pfade, die dann rechts durch die Wiese verlaufen und wieder zurück auf den Hauptweg führen. Oberhalb des Kinderspielplatzes lohnt es sich, auf den Sandberg zu steigen. Es führen aber auch andere Wege auf die Erhebung. Im Frühjahr blüht am westlich gelegenen Hang großflächig und prächtig der Ginster. An anderen Stellen treten Flächen von Feinsand zutage, nach dem der Berg benannt ist. Folgen wir weiter dem Hauptweg, führt er uns geradeaus in den Wald und direkt auf den 109,6 Meter hohen Jaberg zu. Er wird auch Joberg genannt. Er stellt die höchste Erhebung des Kreises Mettmann dar. Auf dem Plateau ragt, 1931 errichtet, ein 13,2 Meter hoher Aussichtsturm auf, der mit Funkmasten ausgerüstet wurde. Seit 2018 ist die Tür verschlossen – es kann aber im Hildener Rathaus ein Schlüssel entliehen werden. Einige Sagen ranken sich um den Jaberg. Einmal soll er der Gottesberg gewesen sein. Dann der überdimensionale Grabhügel des Hunnenkönigs Attila, der hier in goldener Rüstung in einem goldenen Sarg begraben sein soll. In anderen Legenden heißt es, Hexen seien auf Besenstielen und Mistgabeln in der Walpurgisnacht auf den Berg geflogen.

Hinter der Türseite des Turms folgen wir dem steilen Pfad bergab, bis wir auf einen Weg stoßen, in den wir rechtsum einbiegen. Links liegt das großflächige Gelände der Waldkaserne. Sie ist eine Kaserne der Bundeswehr und wurde ab 1937, damals noch als Kaserne der Wehrmacht, erbaut. Der Fußweg führt zur Elberfelder Straße. Wir halten uns links und sehen auf der anderen Straßenseite den Ausgangspunkt der Wanderung.

28. Tour

Länge: ca. 110 Minuten

Schwierigkeitsgrad: leicht, auch für Kinder geeignet

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk

Busverbindung: Bus 784, Haltestelle Waldschenke

Zum Einkehren: Restaurant 12 Apostel, Elberfelder Straße 175, Hilden, Tel. (0 21 03) 82 72

zwoelfapostel-hilden.de

Waldbad Hilden, Elberfelder Straße 173, Hilden, Tel. (0 21 03) 79 52 00

stadtwerke-hilden.de

PDF-Download: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ - unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf:

www.bergisch-bestes.de

Weitere Wanderstrecken innerhalb und um Solingen, finden Sie auf unserer Überblicksseite.

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