Mit dem ST wandern

Wanderserie: Faszinierende Fernblicke und historische Häuser

Gut erhaltene Fachwerkbauten sind für Unterkohlfurth typisch.
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Gut erhaltene Fachwerkbauten sind für Unterkohlfurth typisch.

Das Tageblatt stellt Wanderrouten vor – diesmal geht es von der Kohlfurth auf den Sudberg.

Von Andreas Erdmann

Bergisches Land. Eine Wandertour mit viel Natur, faszinierenden Fernblicken und einer Reihe historischer Orte bietet unsere heutige Wanderung: Es geht von der Kohlfurth über Unter- und Oberkohlfurth auf dem Cronenberger Höhenrücken zum Sudberg.

Wir starten an der alten Straßenbahnbrücke auf der Wuppertaler Seite der Kohlfurth. Der Ortsname rührt vermutlich von dem Bach „Kolf, Kolve oder Külf“ her, der von der Solinger Seite in die Wupper mündet. Er bedeutet „Wasserloch“. Wir gehen am Areal der Museumsbahnen vorbei und folgen der Straße Kohlfurther Brücke flussabwärts. In dem markanten Gebäude rechts mit dem Biergarten befindet sich heute das Strandcafé.

Wir gelangen zum kleinen Ort Schütt. Dort sind unterhalb des Bahndamms heute noch Obergraben und Deichkrone des früheren Schütterhammers zu erkennen. Einst Schleifkotten, wurde er später als Reckhammer zum Recken von Stahl ausgebaut. In dem Doppelhaus Schütt 1/2 wohnte um 1900 der Stahlwarenfabrikant Von den Steinen, der vor Ort mehrere Stahlbetriebe besaß.

Die alte Dorfschule wurde zum Wohnhaus umgebaut

Wir folgen der Straße geradeaus, bergan durch die Siedlung. Unten an der Wupper – von hier aus nicht sichtbar – liegt die Kläranlage Kohlfurth. Wir werden später vom Bergrücken aus einen Blick auf die Anlage haben. Die Straße Unterkohlfurth führt uns hinauf in die gleichnamige alte Hofschaft. Wir kommen an einer Reihe gut erhaltener historischer Fachwerk- und Schieferhäuser vorbei, biegen oben nach rechts ab. In dem zum Wohnhaus umgebauten Haus 75, links, befand sich einst die Dorfschule. Die Straße führt nach Oberkohlfurth hinauf.

Im Vordergrund die Papiermühle, am Horizont die Clemenskirche.

Wir folgen der Kohlfurther Straße bergan bis zu der scharfen Linkskurve. Hier biegen wir rechts in den mit einem „W“ markierten Wanderweg, der uns in Windungen durch eine schöne Waldlandschaft führt. Man sieht vorwiegend Buchen, aber auch Ahorn, Birken und Wildkirschen, Kastanien, Weißdorn und Ilex. Wir überqueren zwei Zuläufe des Wusterhauser Bachs, folgen dem Hauptweg. Nach einem Rastplatz gelangen wir, hinter der Abzweigung rechts, zu einem grandiosen Aussichtspunkt. Eine Bank lädt zur Rast ein.

Hier bietet sich uns eine atemberaubende Fernsicht nach Solingen, auf die Orte Papiermühle, Ketzberg und Hasseldeller Kopf. Von der Stadtmitte sind – über wogenden Wäldern – Clemenskirche und Stadtkirche zu erspähen. Rechts wandert der Blick zur Wupper sowie zur Kläranlage Kohlfurth.

Hinter Stiepelhausen lässt sich ein Blick auf Remscheid mit seinen markanten Türmen werfen: Lutherkirche (v. l.), der Waterbölles und das Rathaus.

Weiter geht’s! Es geht hinunter in die aus nur drei Häusern bestehende Ortslage Stiepelhaus. Die Bezeichnung geht vielleicht auf einen Familiennamen zurück. Hinter dem Stiepelhauser Bach geht es bergan, vorbei an Pferdewiesen. Nach dem Hochspannungsmast biegen wir rechts in den mit „W“ bezeichneten Wanderweg ein. Auch hier steht eine Bank mit schöner Aussicht. Wir kommen an einer Quelle vorbei. Parallel verläuft ein Reitpfad. An der Wegkreuzung schließlich folgen wir dem Weg scharf links, am Feldrand entlang.

Von der nächsten Bank aus ist die Fernsicht fantastisch: Wir blicken weit über Hintersudberg und das Morsbachtal hinweg zu der auf dem Berg liegenden Stadt Remscheid mit ihren Türmen.

Hintersudberg war einst ein eigenständiges Dorf. Das erste Gehöft mit Fachwerkhaus entstand um 1600. Später siedelten sich kleine Werkzeugfirmen, Schmieden, Drechslereien und eine Messinggießerei an. Hergestellt wurden Sägen, Scheren und Beile. Im Zweiten Weltkrieg wurde dort manches zerstört, da eine Flak stationiert war.

Der 240 Meter hohe Sudberg ist südlichster Zipfel von Wuppertal

In Hintersudberg ist die Müngstener Brücke zu sehen, die seit 1887 die Städte Solingen und Remscheid per Schiene verbindet.

Wir gehen am Feldrand entlang. In der Ferne erblicken wir bald die Bergzüge bei Müngsten und die Müngstener Brücke. Seit 1897 verbindet die Eisenbahnbrücke Remscheid und Solingen miteinander. Wir folgen der Sudberger Straße, biegen dann links in die Siedlung Mittelsudberg ein. Der rund 240 Meter hohe Sudberg bildet Wuppertal südlichsten Zipfel. Namensgebend war der frühere Hof Sudberg.

Am Haus Mittelsudberger Straße 60 biegen wir links ein und kommen zur Straße Stiepelhaus. Diese führt uns wieder durch den gleichnamigen Ort und zurück zum Aussichtspunkt. Bei der Wegkreuzung am Rastplatz kann man eine Abkürzung nehmen: Es geht links bergab ins Wusterhauser Bachtal. Man folgt dem Bach, überquert ihn, geht dann auf dem Weg parallel zur L 74 und schließlich bergan nach Oberkohlfurth.

Linkerhand bietet sich eine schöne Ansicht auf Unterkohlfurth. Oben angelangt, geht es linksum. Wir kommen wieder am Schulgebäude (Haus 75) vorbei, gehen nun aber rechts bergab. Unten bei den Straßenbahnschienen treffen wir auf die Haltestelle „Schulkohlfurth“. Von 1914 bis 1969 hielt hier die Bahn Linie 5, die vom Solinger Mühlenplatz nach Wuppertal-Dönberg fuhr. Eine Teilstrecke bis Greuel wird zeitweise von historischen Fahrzeugen der Bergischen Museumsbahnen befahren.

Wir biegen links in den bergab führenden Weg und kommen zurück zum Ort Schütt. Geradeaus geht es zum Ausgangspunkt unserer Tour.

Tour 45

Dauer: etwas über 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk für die Waldwege

Busverbindung: CE 64, Haltestelle Kohlfurth

Zum Einkehren: Biergarten Strandcafe, Kohlfurther Brücke 56, 42349 Wuppertal www.strandcafe.de

Café Hubraum, Kohlfurther Straße 30-32, 42651 Solingen www.cafe-hubraum.de

Tipp: Die ersten 40 Folgen unserer „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den GPX-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – gibt es als PDF-Download. www.bergisch-bestes.de

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: Von Kohlfurth auf den Sudberg

Alle Folgen der Wanderserie lesen Sie hier

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