Mit dem ST wandern

Wanderserie: Beschauliche Bachtäler und beeindruckende Aussichten

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Der Meigener Bach fließt über steinerne Stufen, die an eine Treppe erinnern, in den Städtgesmühler Bach.

Das ST stellt Wanderrouten vor. Diese Tour führt vom Coppel-Park zum Hasseldeller Kopf.

Vom Andreas Erdmann

Solingen. Abwechslungsreich, mit einigen historischen Schauplätzen und voller Natureindrücke ist eine Tour vom Gustav-Coppel-Park nach Altenbau und rund um den Hasseldeller Kopf. Bitte beachten Sie, dass es möglicherweise immer noch zu Behinderungen durch Sturmschäden kommen kann.

Wanderungen im ST

Wir starten vom Coppelstift an der Wupperstraße 80 und der dahinter gelegenen Parkanlage. Im Gustav-Coppel-Park wachsen Bäume unterschiedlichster Art: knorrige Eichen, Trauerweiden, Ahorn, Buchen, Eiben bis hin zum Mammut- und Tulpenbaum und exotischem Ginko. Auch üppige Sträucher, darunter Rhododendren und Forsythien, befinden sich auf dem 51 000 Quadratmeter großen Gelände, das bis zum Hippergrund reicht. Dazu findet man viele Blumen- und Staudenbeete, Terrassen und zwei Teiche. Zahlreiche Tiere – Singvögel, Fischreiher, Enten, Frösche, Fledermäuse, einige Libellenarten – sind hier heimisch.

Der Park war von 1920 bis in die frühen 1960er Jahre Solingens Botanischer Garten. 1963 dann wurde der neue Botanische Garten am Vogelsang eröffnet. Seit 2010 betreuen Fördervereine die bis dahin städtische Anlage. Namensgeber ist der Solinger Fabrikant Gustav Coppel. Er und seine Familie stifteten 1906 erhebliche Gelder für den Bau des Coppelstifts als Säuglingsheim und Erholungsstätte. Heute ist die Einrichtung Beratungsstelle.

Wir folgen dem Wanderweg am Hippergrund und kommen an einem Spielplatz, dem vom Spar- und Bauverein restaurierten Pavillon und mächtigen, unter Denkmalschutz stehenden, Baumriesen vorbei. Die Ortsbezeichnung Hippergrund rührt übrigens von Ziegen her – auf Solinger Mundart: „Hippen“ –, die hier früher grasten. Wir folgen dem Städtgesmühler Bach durch das gleichnamige Bachtal und biegen nach der Gartensiedlung am Kannenhof rechts in den Waldweg ein. Dieser führt zum sogenannten „Treppenbach“: dort fließt der Meigener Bach über steinerne Stufen, die an eine Treppe erinnern, in den Städtgesmühler Bach. Eine Sitzbank lädt zum Verweilen ein.

Die Ursprünge der Ortschaft Altenbau sind unklar

Ein Stück weiter talabwärts, zwischen Kannenbrühl und Altenbau, muss einst die Städtgesmühle gestanden haben. Ihre Ursprünge liegen im Dunkeln. Aber zweifellos rührt ihr Name von einer Betreiberfamilie Stetges oder Stetsges her. Im 1715 ist sie erstmals auf einer Karte verzeichnet. 1909 wurde die Mühle durch einen Brand völlig zerstört. Auch die Ursprünge der Ortschaft Altenbau, zu der uns der Hauptweg führt, sind unklar. Der Name „Bau“ (Bergbau) könnte auf eine frühere Erz- oder Kohlegrube hinweisen. Vielleicht war diese im Besitz einer Familie „Alt“. Sicher ist: 1715 gab es hier mindestens zwei Wohnhäuser. Um 1900 war Altenbau mit seinem gleichnamigen Restaurant ein beliebter Ausflugsort. Zum Gasthaus gehörten ein großer Veranstaltungssaal, in dem ein Orchester aufspielte, und eine am Hang gelegene Gartenanlage. Später eröffnete auch die Gaststätte „Jägerhof“. Beide Betriebe existieren nicht mehr.

Geht man ein kurzes Stück an den Häusern vorbei Richtung Papiermühle, öffnet sich links ein Pfad, der bergan in den Wald führt. Unter stämmigen Buchen und Eichen steigen wir auf zum Hasseldeller Kopf. Dort tauchen dann links Gebäude der Wohnsiedlung Hasseldelle auf. Der Ortsname geht auf das Wort für Haselstrauch, „Hassel“, und „Delle“, also eine Talsenke, zurück. Befanden sich früher landwirtschaftliche Felder auf der plateauartigen Anhöhe, ließ der Spar- und Bauverein um 1970 auf 11 000 Quadratmetern Grundfläche die Siedlung errichten. Am 29. März 1971 stellte er den „neuen Stadtteil“ Hasseldelle vor – mit 192 Wohnungen in sechs- bis achtgeschossigen Häusern. Die Siedlung galt als „mustergültig“ und damals als fortschrittlich: Alle Häuser waren mit Aufzügen und alle Wohnungen mit Bädern und modernen Küchen ausgestattet.

Oben am Feld angelangt, biegen wir rechts in den Weg ein und umrunden den Hasseldeller Kopf. An der Wegkreuzung unten halten wir uns links, dann noch einmal links. Oben angelangt, steht an der nächsten Wegkreuzung eine Bank. Rechts davon zweigt der Hasseldeller Weg ab, der durch eine kleine Hofschaft führt. Dahinter eröffnet sich uns zur rechten ein herrliches Panorama. Man blickt zum einen hinüber nach Ketzberg und dann über Stöcken und die Kohlfurth hinweg bis weit nach Wuppertal-Cronenberg. Auch links am Hang liegt eine alte Hofschaft. Eine Wohnbebauung vor Ort ist erstmals 1824 verzeichnet. Unten stößt der Weg auf die Cronenberger Straße.

Wir gehen bergan, bis hinter der Kurve links ein steiler Weg mit Treppenstufen zur Hasselstraße hinaufführt. Oben angelangt, hat man auch hier eine beeindruckende Weitsicht ins Tal. Wir überqueren die Hasselstraße zur Margarethenstraße, biegen dann links in die Straße Erbenhäuschen ein. Direkt vor der Siedlung führt der Ginsterweg bergab zur Gartensiedlung am Sommerberg, die wir auf dem Hauptweg durchqueren. Dann geht es rechtsum, steil bergab ins Klauberger Bachtal. Bachaufwärts führt uns der Wanderweg geradewegs in die Klauberger Hofschaft. Rechts geht es rauf zum Himbeerweg, dann links auf die Straße Klauberg. Der Name Klauberg oder Clauberg geht auf ein altes Adelsgeschlecht zurück, das um 1400 erstmals erwähnt wird. Namhafte „Clauberger“ sind der Philosoph Johannes Clauberg (1622 bis 1665) und der berüchtigte SS-Arzt in Auschwitz Carl Clauberg (1898 bis 1956). Zu den interessanten Gebäuden im Ort zählen das Haus Klauberg 6 und der frühere „Klauberger Hof“ in der Klauberger Straße 41.

Wir folgen der Margaretenstraße linksum zur Kreuzung, dann geradeaus der Kasinostraße. Noch einmal links geht es in die Bleichstraße und an deren Ende rechterhand zu unserem Ausgangspunkt.

Tour 42 – Vom Coppel-Park zur Hasseldelle

Dauer: ungefähr 100 Minuten.

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer, auch für Kinder geeignet.

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk, besonders für die Waldpartien.

Busanbindung: Linie 698, Haltestelle Bleichstraße

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: Hasseldeller Kopf

Tipp: Die ersten 40 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den GPX-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – gibt es als PDF-Download. Sowohl die ersten 20 als auch die weiteren 20 Teile sind für je 7,90 Euro erhältlich unter:

www.bergisch-bestes.de

Alle Folgen unserer Serie „Wandern mit dem ST“ haben wir hier für Sie aufgelistet: Wandern rund um Solingen mit unseren Entdeckungstouren

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