Ehrung

Ministerpräsident Wüst verleiht Sylvia Löhrmann den Landesverdienstorden

Ministerpräsident Hendrik Wüst verlieh gestern Sylvia Löhrmann den Landesverdienstorden in Düsseldorf.
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Ministerpräsident Hendrik Wüst verlieh Sylvia Löhrmann den Landesverdienstorden in Düsseldorf.

Der Ministerpräsident des Landes NRW, Hendrik Wüst (CDU), verlieh am Dienstag, 23. August, dem 76. Landesgeburtstag, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an Sylvia Löhrmann.

Von Philipp Müller

Die Staatsministerin a. D. wurde mit elf weiteren, neuen Ordensträgerinnen und Ordensträgern im Museum K21 im Ständehaus in der Landeshauptstadt Düsseldorf für ihren Einsatz für die Erinnerungskultur ausgezeichnet.

Gegenüber dem Tageblatt sagte die Geehrte: „Das ist etwas Besonderes. Es freut mich, weil damit auch das Thema Erinnerungskultur mehr Aufmerksamkeit erhält.“ Mit der Auszeichnung, die sie unter anderem für ihren Einsatz im Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ als Generalsekretärin des gleichnamigen Vereins erhielt, würden sich für sie „Lebenskreise schließen“. Die 65-Jährige begreift den Landesverdienstorden als Ansporn, sich weiterhin ehrenamtlich einzusetzen. „Die Gesellschaft lebt vom Ehrenamt“, ist ihre feste Überzeugung.

Die Solinger Politikerin der Grünen war seit 2010 stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Schule und Weiterbildung im Kabinett der damaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Doch daneben, davor und seit dem Ausscheiden aus dem Amt 2017 war und ist sie vielfältig ehrenamtlich aktiv.

„Fassungslosigkeit darf niemals zu Tatenlosigkeit werden.“

Hendrik Wüst lobt Löhrmanns Tatkraft als Vorbild für alle

In der Laudatio ging Ministerpräsident Hendrik Wüst auf Löhrmanns Einsatz entsprechend ein: „Sylvia Löhrmanns Engagement für eine lebendige Erinnerungskultur ist immer auch Engagement gegen Antisemitismus und Fremdenhass.“ Es seien wichtige Erfolgsgeschichten, die Sylvia Löhrmann mitgeschrieben habe. Wüst nannte das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Es sei der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ mit seiner Generalsekretärin Sylvia Löhrmann, „der sich darum verdient gemacht hat, jüdisches Leben in Geschichte und Gegenwart sichtbarer zu machen“.

An Löhrmann gerichtet sagte Wüst: „Hinter solchen Erfolgsgeschichten stehen immer Menschen. Menschen wie Sylvia Löhrmann. Schon als Jugendliche treibt sie die Geschichte der Shoah um, wie sie selbst einmal gesagt hat.“ Und der Ministerpräsident betonte: „Aus Fassungslosigkeit darf niemals Tatenlosigkeit werden. Und so ist das tatkräftige Engagement von Menschen wie Sylvia Löhrmann immer auch ein Appell an jede und jeden von uns, ihrem Vorbild zu folgen.“

Löhrmann betonte im ST-Gespräch die Wichtigkeit der Erinnerungskultur: „Sie brauchen wir, um aus den schrecklichsten Ereignissen wie dem Menschheitsverbrechen der Shoah Lehren zu ziehen.“ Dabei weist sie den Erwachsenen die wichtige Rolle zu, den jüngeren Generationen zu erklären, wie wichtig Erinnern als gesellschaftlicher Auftrag sei.

Es geht aus ihrer Sicht darum, alles lebendig und leicht zugänglich zu organisieren. Da spielten Zeitzeugen eine wichtige Rolle. Sie selbst habe schon in ihrer Zeit als Lehrerin an der Alexander-Coppel-Schule damit begonnen, sich für Erinnerungskultur einzusetzen.

Sylvia Löhrmann ist in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv

Heute macht sie das auf beeindruckend vielen Feldern allein in Solingen: Sie ist Mitglied im Verein für die künftige Bildungs- und Gedenkstätte Max Leven. Auf ihre Initiative hin wurde der Freundeskreis für das Zentrum für verfolgte Künste gegründet, das sich mit der Verfolgung von Kunst und Kultur, der Verfemung und Ermordung von Künstlerinnen und Künstlern nicht nur während der Nazizeit beschäftigt. Die Pädagogin gehört auch dem deutschen Kuratorium für die israelische Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem an. Sie engagiert sich in Wuppertal im Verein der Gedenkstätte Alte Synagoge, in Remscheid für den Verein Pferdestall. Und in Wuppertal sitzt sie im Beirat für Polizeigeschichte.

Da sei es nicht ganz einfach gewesen, Begleitpersonen für die gestrige Verleihung auszuwählen, gibt sie zu. Neben ihrem Ehemann Reiner Daams war es dann Martina Zsack-Möllmann in ihrer Rolle als Vorsitzende des Frauenforums. Die Gleichstellung bleibe ebenfalls eine aktuell wichtige Aufgabe, erklärte die neue Ordensträgerin.

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