Digitalpakt für Schulen

Solingen: Ministerin übergibt 3,1 Millionen Euro

Ministerin Yvonne Gebauer (4.v.r.) übergab den Förderbescheid über 3,15 Millionen Euro an OB Tim Kurzbach in Anwesenheit von (v.l.) Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, Schulleiter Michael Becker, Ressortleiter Dirk Wagner, Schulleiter Alexander Lübeck, Jürgen Reiprich und Claudia Brosche (Schulverwaltung) und Dezernentin Dagmar Becker.
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Ministerin Yvonne Gebauer (4.v.r.) übergab den Förderbescheid über 3,15 Millionen Euro an OB Tim Kurzbach in Anwesenheit von (v.l.) Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, Schulleiter Michael Becker, Ressortleiter Dirk Wagner, Schulleiter Alexander Lübeck, Jürgen Reiprich und Claudia Brosche (Schulverwaltung) und Dezernentin Dagmar Becker.

Mit dem Zuwendungsbescheid aus dem Digitalpakt für Schulen liegt Solingen ganz weit vorn

Solingen. Eine Milliarde Euro umfasst der „Digitalpakt Schule in Nordrhein Westfalen“. Davon wurden bislang 15 Millionen Euro von den NRW-Kommunen abgerufen. „Solingen befindet sich mit über 3,1 Millionen Euro an der Spitze“, lobte Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch das Engagement in der Stadt rund um das Thema Digitalisierung von Schulen. Diese Summe hatte die NRW-Schul- und Bildungsministerin als Zuwendungsbescheid bei ihrem Besuch in Solingen im Gepäck.

Bei der symbolischen Scheckübergabe im Humboldtgymnasium betonte Gebauer die Vorreiterrolle, die Solingen bei diesem Thema habe. „Die Stadt ist bei der digitalen Ausstattung sehr gut auf dem Weg und auch bei dem Projekt Smart City eine von fünf Pilotstädten bundesweit“, so Gebauer.

Ministerin Gebauer lobte die Stadt für das große Engagement bei der Digitalisierung der Schulen.

Mit den 3,15 Millionen Euro aus dem Digitalpakt plus 350 000 Euro der Stadt als Eigenanteil werden derzeit die schnellen Internet-Verbindungen in die Schulen, die Inhouse-Verkabelungen in den Gebäuden und das flächendeckende Wlan finanziert. Nachdem 2018 das Humboldtgymnasium, die Theodor-Heuss-Realschule und das Friedrich-List-Berufskolleg als Pilotschulen gestartet waren, kamen im vergangen Jahr zahlreiche weitere Schulen, darunter alle weiterführenden Schulen, hinzu. „In diesem Jahr werden noch die zwölf restlichen Gebäude angeschlossen, so dass Ende dieses Jahres alle Schulen über einen schnellen Wlan-Anschluss verfügen“, skizziert Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) den Erfolg.

„Wir sind seit zehn Jahren an dem Thema dran, und der lange Anlauf hat jetzt bewirkt, dass wir ganz weit vorne sind“, betonte auch Michael Becker, Leiter des Technischen Berufskollegs. Becker ist für den Schulleitersprecherrat in der Lenkungsgruppe Digitalisierung und damit quasi Verbindungsglied zwischen Schulen und Stadt. Er lobte die gute Zusammenarbeit. „Es ist auch wichtig, den Eltern das Signal zu geben, dass alle 41 Solinger Schulen mit 55 Standorten in ein kompliziertes Gesamtprojekt eingebunden sind“, betonte Michael Becker.

Für die Stadt koordiniert Dirk Wagner den digitalen Ausbau der Schulen. Der Ressortleiter Verwaltungssteuerung betont: „Die 3,15 Millionen aus dem aktuellen Zuwendungsbescheid sind ein wichtiger Schritt für die Infrastruktur.“ Insgesamt könnten aus dem Digitalpakt sogar 7,6 Millionen Euro in die Klingenstadt fließen.

Solingen: Die nächsten Anträge für weitere Millionen laufen

„Gerade sind wir nämlich dabei, die nächsten Anträge für Endgeräte wie Computer und Laptops sowie für Präsentationstechnik wie Whiteboards und Beamer in den Klassen zu stellen“, skizziert Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) die weiteren Schritte. Es sei großartig, dass Bund und Land so viel Geld für die digitale Ausstattung der Schulen zur Verfügung stellten, es sei aber ebenso vorbildlich, das Geld klug und sinnvoll zu investieren, unterstrich Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher.

Man habe in Solingen früh erkannt, dass die Digitalisierung für die Bildung junger Menschen hohe Priorität habe und dass es nicht ausreiche, nur die Kabel in die Schulen zu verlegen, so Kurzbach. Zum Gesamtkonzept gehörten natürlich auch die regelmäßige Wartung und die technische Hilfe bei Notfällen. Dass das gut funktioniere, unterstrich Alexander Lübeck, Leiter des Humboldtgymnasiums, das als eine der ersten Schulen ans Netz ging. „Wir haben den Glasfaseranschluss schon länger, ebenso in der Schule Wlan für die Lehrer. Jetzt wird das Schüler-Wlan eingerichtet“, so Lübeck. Klassensätze mit i-Pads können von den Lehrern für den Unterricht verwendet werden. „Im Notfall gibt es auch schnell technische Unterstützung. Die Stadt hat nicht nur mitfinanziert, sondern auch mitgedacht“, so Lübeck.

Schülergeräte

Laptops: Während des Corona-Homeschoolings waren fehlende digitale Geräte in vielen Familien ein Problem. Das Land stellte Solingen 1,3 Millionen Euro für Laptops zur Verfügung. Die ersten 3500 bestellten Geräte und Zubehör sind eingetroffen, werden jetzt erfasst und dann ausgegeben.

Standpunkt

simone.theyssen-speich@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Simone Theyßen-Speich

Wenn es darum geht, schnell und vor allen Dingen mit einem guten Konzept Geld für die Solinger Schulen aus Fördertöpfen des Landes oder des Bundes zu erhalten, dann ist Solingen auch in der Vergangenheit immer ganz vorne mit dabei gewesen. So ist der große Umbau des Technischen Berufskollegs nur möglich geworden, weil dafür alleine 9,6 Millionen Euro an Landesfördermitteln akquiriert werden konnten. Auch jetzt bei der Digitalisierung hat die Klingenstadt offensichtlich wieder die Nase vorn. Die Tatsache, dass bislang nur wenige Städte und Kreise Fördermittel abgerufen haben, zeigt, wie aufwendig es ist, ein schlüssiges Konzept zu erstellen.

Dass Solingen mehr als ein Fünftel des bislang im Land insgesamt zugewiesenen Geldes erhalten hat, kann sich da sehen lassen. Aber es geht nicht nur ums Ausbauen und Anschaffen, sondern gerade bei der Digitalisierung auch darum, die Technik dauerhaft zu warten und notfalls zu reparieren. Aber auch hier gibt es Lob der Schulen. Jetzt müssen auch die Lehrer mitgenommen werden bei der digitalen und analogen Unterrichtsgestaltung.

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