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Mehrere Interessenten für Walder Stadtsaal

Andy Heibach ist zuversichtlich, eine gute Lösung für den Walder Stadtsaal zu finden.
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Andy Heibach ist zuversichtlich, eine gute Lösung für den Walder Stadtsaal zu finden.

Gastronom Andy Heibach sucht bis Ende des Jahres einen Käufer für den Saal an der Friedrich-Ebert-Straße.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Seit mehr als zwei Monaten steht der Walder Stadtsaal zum Verkauf. Bis Ende des Jahres hat Eigentümer Andy Heibach sich nach eigenen Angaben die Frist gesetzt, die Immobilie zu verkaufen. „Ich will, dass es passt: für mich, für Wald und den Käufer. Wenn sich das Richtige nicht ergibt, mache ich weiter.“

Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Es gebe ernstzunehmende Interessenten, sagt Dario Dzamastagic vom Immobilienmakler Engel & Völkers, der den Stadtsaal Wald in Heibachs Auftrag vermarktet. „Wir verhandeln mit mehreren Interessenten sehr intensiv, die den Saal für den Stadtteil erhalten wollen.“ Darunter seien auch Solinger, sagt Dzamastagic, der selbst aus der Klingenstadt kommt.

Heibach hat den Stadtsaal vor zehn Jahren von der Stadt Solingen zu einem symbolischen Preis von 1 Euro gekauft – mit der Auflage, den Saal für Vereine, politische Sitzungen und Kulturveranstaltungen weiterhin zur Verfügung zu stellen. Die Auflage gilt nicht mehr.

„Es würde mir leicht fallen, wenn ich den Stadtsaal in gute Hände abgebe.“

Andy Heibach, Gastronom

Zum Zeitpunkt des Verkaufs 2012 stand die Immobilie bereits längere Zeit leer. Dringend sanierungsbedürftig sei das Dach gewesen. Seit der Übernahme habe er einen sechsstelligen Betrag in den Stadtsaal investiert, sagt Heibach. Gleichzeitig hätten viele Freunde und Walder Bürger tatkräftig mit angepackt. So wurden das Dach und die Technik im Saal erneuert, ein neuer Tresen eingebaut. Im Außenbereich legte Heibach den Biergarten an. „Das Biergartengeschäft im Sommer läuft richtig gut.“

Doch die Corona-Pandemie war eine Zäsur für den Gastronomen, dem in Wald auch das Al B'Andy gehört, das er verpachtet hat, sowie in Burg das Hotel In der Straßen. „Mit Corona war alles plötzlich auf null.“ Finanziell gerettet habe ihn das Corona-Testzentrum, das er 2021 im Stadtsaal eröffnete.

Zunächst führte er es mit seinem Team in Eigenregie. Inzwischen gehört es zum Corona-Schnelltestzentrum Solingen, das im Gründer- und Technologiezentrum seinen Hauptstandort hat. Er wolle nicht irgendwann aus einer Notlage heraus seine Häuser verkaufen müssen, sagt der 55-Jährige. Deshalb biete er den Stadtsaal jetzt zum Verkauf an.

Bis Ende des Jahres will er Anfragen für die Vermietung annehmen. Die Bezirksvertretung Wald tagt regelmäßig im Stadtsaal, es finden Veranstaltungen wie „Nightwash“ statt und Blutspendetermine des DRK. „Viele Firmen halten sich mit Feiern aber noch zurück.“

Wegen Brandschutzauflagen dürften in den Saal aktuell maximal 199 Personen, bestätigt Heibach. Sind es mehr, müsse eine Brandsicherheitswache gestellt werde. Der Brandschutz sei ein Bereich, in den der Käufer des Walder Stadtsaals investieren müsste.

Im Stadtteil wird aufmerksam verfolgt, was aus dem Veranstaltungsort wird. „Die Walder würden sich wünschen, dass es bleibt, wie es ist“, sagt Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD). Der Biergarten sei im Sommer ein Publikumsmagnet. Doch Zeier äußert auch Verständnis für die Verkaufspläne. „Durch Corona ist vieles verloren gegangen.“ Aus Walder Sicht sei wichtig, dass die künftige Nutzung zum Ortskern passe.

Der Verkauf falle ihm durchaus schwer, sagt Heibach: „Aber es würde mir leicht fallen, wenn ich den Stadtsaal in gute Hände abgebe.“

Stadt ist ehemalige Eigentümerin

Bereits im Mai erklärte Stadtsprecherin Sabine Rische, dass die Stadt Solingen nicht über einen Rückkauf des Stadtsaals nachdenke. Das gelte nach wie vor. Die Stadt war bis 2012 Eigentümerin der Veranstaltungsstätte. Sie trennte sich aus Kostengründen von der Immobilie, die Sanierungsbedarf hatte.

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