„Schau nicht weg“ – Kampagne geht weiter

Mehr Zivilcourage im Alltag ist gefordert

Mereyem Kalkan (l.) von der Clearingstelle und Patricia Bennertz von der Jugendförderung zeigen die neuen Flyer zur Aktion. Foto:
+
Mereyem Kalkan (l.) von der Clearingstelle und Patricia Bennertz von der Jugendförderung zeigen die neuen Flyer zur Aktion.

Die Kampagne ist nicht neu, aber wichtiger denn je.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die Kampagne „Schau nicht weg“, die Jugendförderung und Clearingstelle in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorstellten, ist nicht neu, aber wichtiger denn je. Kinder und Jugendliche sollen sich in Notsituationen nicht alleine wissen, sondern sich auf die Hilfe der Gesellschaft verlassen können.

Die beiden Begriffe „Zivilcourage“ und Öffentlichkeit“ müssten wieder verstärkt miteinander verknüpft werden, schließlich zeichne sich eine gut funktionierende Gesellschaft dadurch aus, dass man aufeinander achte und sich in Notfällen aufeinander verlassen könne, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der für dieses Projekt die Schirmherrschaft übernommen hat.

„In ein Geschäft gehen, wenn man sich bedroht fühlt, einen Busfahrer ansprechen, wenn man den Eindruck hat, verfolgt zu werden oder im schlimmsten Fall nicht scheuen die Nummer 110 der Polizei anzurufen“, nannte Patricia Bennertz vom vorbeugenden Jugendschutz und der Fachstelle für Gewaltprävention der Jugendförderung Beispiele für Notsituationen. Dann seien „alle außenrum“ gefragt. „Wir wollen öffentliche Schutzräume öffnen“, fasste Kurzbach zusammen. Folglich klebt seit gestern einer der schrillen und gut sichtbaren gelb-pinken Kampagnen-Aufkleber auch am Rathaus.

Aufklärungsmaterial wird an Schulen verteilt

Genauso wichtig wie die Hilfsbereitschaft dieses gesellschaftlichen Netzwerks sei es, in jungen Leuten ein Bewusstsein dafür zu verankern, es im Ernstfall auch zu nutzen, sagte Bennertz. „Vielen fällt es besonders in schockierenden Momenten schwer, sich verständlich zu machen, oder sie fürchten, dass man ihnen nicht zuhört. Da wollen wir nun die Schwelle absenken, indem wir noch mal deutlich an die Erwachsenen appellieren. Schaut nicht weg, übernehmt Verantwortung und kümmert Euch.“ In einem weiteren Schritt wolle man nun an Schulen und über die Clearingstelle der Katholischen Jugend Aufklärungsmaterial verteilen.

Spezielle Flyer erläutern verständlich und konkret Beispiele, um unangenehmen Situationen das Bedrohliche zu nehmen. „Was tun bei Provokationen in der Fußgängerzone?“, „Wie verhält man sich, wenn Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sich prügeln?“ oder: „Was ist zu tun, wenn man selber angegriffen wird?“ Online werden zudem auch andere Formen von Bedrohung angesprochen – etwa die, die über digitale Kanäle kommt.

www.schaunichtweg.info

Polizei: Kriminalität in der Innenstadt sinkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Welche Kreuzung suchen wir heute?
Welche Kreuzung suchen wir heute?
Welche Kreuzung suchen wir heute?
Impfstation: Falsches Vakzin gespritzt
Impfstation: Falsches Vakzin gespritzt
Impfstation: Falsches Vakzin gespritzt
„Stresi 23“ lädt heute und morgen zum Parkour
„Stresi 23“ lädt heute und morgen zum Parkour
„Stresi 23“ lädt heute und morgen zum Parkour
Mit Vater auf Tour: Weil der Junge mal an die frische Luft muss
Mit Vater auf Tour: Weil der Junge mal an die frische Luft muss
Mit Vater auf Tour: Weil der Junge mal an die frische Luft muss

Kommentare