Bundestagswahl 2021

Mehr Briefwähler in Solingen als zuvor: So läuft die Auszählung im großen Konzertsaal

Um Punkt 15 Uhr wurden die roten Wahlbriefe geöffnet. Mit der eigentlichen Auszählung begannen die rund 150 Freiwilligen im großen Konzertsaal allerdings erst drei Stunden später. Foto: Christian Beier
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Um Punkt 15 Uhr wurden die roten Wahlbriefe geöffnet. Mit der eigentlichen Auszählung begannen die rund 150 Freiwilligen im großen Konzertsaal allerdings erst drei Stunden später.

Ein Drittel der Stimmen wird im großen Konzertsaal ausgezählt. Rund 150 Freiwillige helfen beim Auszählen.

Solingen. Der Startschuss fällt um Punkt 15 Uhr. Drei Stunden, bevor die Wahllokale schließen, beginnen im Theater und Konzerthaus die Vorbereitungen für die Auszählung. Mehr als 150 freiwillige Helferinnen und Helfer sind bei dieser Bundestagswahl nötig, um die Briefwahlstimmen der Klingenstadt auszuzählen. 38 800 der 111 703 wahlberechtigten Solinger haben einen Wahlschein beantragt – so viele wie niemals zuvor.

„Uns war klar, dass der Briefwähler-Anteil steigen wird“, sagt Peter Würges vom Wahlamt. Dementsprechend wurde die Zahl der Briefwahlvorstände von 13 auf 20 erhöht. Ein Team besteht aus sechs bis neun Freiwilligen, jede Gruppe soll ähnlich viele Stimmen auszählen müssen. „Das ist ein straffes Programm“, sagt Würges.

Zunächst öffnen die Helferinnen und Helfer die roten Wahlbriefe. Darin dürfen sich der Wahlschein und der blaue Stimmzettelumschlag befinden – nicht mehr und nicht weniger. Die Versicherung an Eides statt muss vom Wahlberechtigten unterschrieben sein. Mit Negativlisten wird ausgeschlossen, dass niemand zwei Stimmen abgeben kann.

Briefwahlen: Auszählung folgt einem bestimmten Prinzip

Das Öffnen der blauen Stimmzettelumschläge – die eigentliche Auszählung – beginnt wie in den übrigen 82 Wahllokalen erst um 18 Uhr. Dabei halten sich die Freiwilligen an ein vorgegebenes Verfahren. Unter anderem teilen sie die Stimmzettel zunächst danach auf, ob Erst- und Zweitstimme an dieselbe Partei gegangen sind oder nicht. Bei Ungereimtheiten beschließt der Wahlvorstand, wie mit der Stimme umgegangen wird.

Schwierig könne es beispielsweise werden, wenn sich ein Kreuz über mehrere Felder erstreckt, erläutert Peter Würges. In den meisten Fällen sei der Wählerwillen jedoch zu erkennen – das entscheidende Kriterium. „Wenn sich die Unsicherheiten nicht ausräumen lassen, ist die Stimme leider ungültig.“

Der Sonntag wird für die rund 800 Freiwilligen in Solingen lang. Bei der Auszählung der Briefwahlstimmen begann er am Nachmittag – Ende offen. Bei der Kommunalwahl im Herbst vergangenen Jahres sei man gegen 22.30 Uhr fertig gewesen. „Wie lange wir brauchen, lässt sich im Voraus schlecht vorhersagen und hängt immer davon ab, wie gut die einzelnen Teams durchkommen“, erläutert Peter Würges.

Briefwahlen in Solingen: Beim Auszählen der Stimme ist volle Konzentration von Nöten

Der städtische Mitarbeiter, der normalerweise die Solinger Bürgerbüros leitet, erinnert an die große Verantwortung, die die Wahlhelferinnen und -helfer tragen: „Bei einem so hohen Anteil kann die Briefwahl richtungsweisend sein. Da ist volle Konzentration nötig.“ Dementsprechend „glücklich erschöpft“ seien alle Beteiligten am Ende eines Wahlabends – wenn alles funktioniert hat.

Trotz allem komme auch der Spaß nicht zu kurz. „Viele Wahlvorstände arbeiten schon seit Ewigkeiten zusammen und freuen sich richtig darauf, sich wiederzusehen“, berichtet Thomas Groos, Abteilungsleiter Statistik. Dirk Wagner, Chief Digital Officer der Verwaltung, und Ricarda Stelter von den Technische Betrieben können das bestätigen. Seit vielen Jahren engagieren sie sich bei Bundes-, Landtags- sowie Kommunalwahlen als Wahlhelfer. Warum sie den Sonntag nicht auf der Couch verbringen? Es herrscht Einigkeit: „Das gehört für uns zur Bürgerpflicht.“

Im Live-Ticker erfahren Sie alle Ergebnisse und Ereignisse des Wahltages.

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