Gute Seiten 2020

Mehr Besucher von auswärts kommen in die Stadt

Stadtsprecher Lutz Peters (v. l.), Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, Joachim Radtke und Sonja Nordmann vom Stadtmarketing stellten die Werbekampagne im Sommer unter der Müngstener Brücke vor. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Stadtsprecher Lutz Peters (v. l.), Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, Joachim Radtke und Sonja Nordmann vom Stadtmarketing stellten die Werbekampagne im Sommer unter der Müngstener Brücke vor.

Ein schwieriges Jahr geht zu Ende – doch beim Tourismus macht sich umfangreiches Marketing bemerkbar.

Von Philipp Müller

Mein Artikel im Solinger Ta-geblatt vom 9. Juli zu den Anstrengungen des Stadtmarketings, mehr Touristen nach Solingen zu locken, begann so: „Mächtig überspannt in Müngsten die Brücke mit 107 Metern Höhe das Tal der Wupper. Den Anblick sollen jetzt möglichst viele Tagestouris-ten genießen und den Müngstener Brückenpark als Ziel entdecken.“ Ein knappes halbes Jahr später zeigt sich, die Brücke ist tatsächlich das touristische Markenzeichen der Stadt Solingen und für die angrenzenden Städte. Zusammen mit Schloss Burg macht die Brücke dies.

Anfang November berichtete das Tageblatt über die unge-zügelten Touristenströme in Burg. Sie kommen im Herbst zum Schloss und nach Unter-burg, obwohl weder die Seil-bahn fahren darf, noch das Schloss wegen der Corona-Beschränkungen öffnen durfte. Lutz Peters, der Leiter des Stadtmarketings im Rathaus, führte das auch auf die gelungene Werbung um Tagestouristen zurück, über die das ST im Juli berichtet hatte. Und die mobilen neuen Freunde der Klingenstadt zog es natürlich bei warmem Herbstwetter auch in den Müngstener Brückenpark unter die „Riesenbrücke“.

Peters berichtete auch, die überregionale Presse würde Solingen als Ziel für Urlauber anpreisen. Vorneweg marschierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit einer großen Sonderseite. Klar, die Müngstener Brücke war das Titelbild. Doch der Blick von außen fiel auch auf andere Orte. Der Balkhauser Kotten nebst seinem Schleifermuseum wurde erwähnt. Und für Kulturinteressierte wurde etwa das Zentrum für verfolgte Künste genannt. Dessen Direktor berichtete zuletzt, dass es immer mehr Besucher von auswärts nach Solingen zu den verfolgten und verfemten Malern und Dichtern schaffen würden.

Marketing machte das Zentrum im November weltweit mit einer digitalen Ausstellung. Unter dem Titel „7Places.org“ wurde gemeinsam mit der UNO an die Pogromnacht von 1938 erinnert. Marketing für die Brücke machte Timm Kronenberg mit einer Tour zu den sechs Brücken, die in Europa gemeinsam Weltkulturerbe werden wollen.

Das sind drei positive Beispiele, was in diesem Jahr doch in dieser Stadt in den düsteren Zeiten der Pandemie richtig gut lief. Okay, diesen Artikel lesen Solinger, ein Solinger hat ihn geschrieben. Da kommen wir ohne das Meckern nicht aus. Oder doch? Doch es geht. Denn man muss das einmal alles im Zusammenhang sehen: Keiner der Akteure in dieser Stadt, der sich um das Image der Stadt bemüht und oft verdient macht, wird das allein können.

So wie ein Artikel in der FAZ noch kein Weltkulturerbe ermöglicht, so wenig eine digitale Ausstellung Menschen nach Solingen lockt, so untauglich der Versuch ist, vom klappernden Wasserrad am Balkhauser Kotten zu erwarten, die Besucher würden sich jetzt ganz Solingen anschauen – umso erfolgreicher sind sie doch am Ende gemeinsam gewesen.

Wir müssen uns nur alle selbst zwischendurch einmal auf die Schulter klopfen und sagen: „Es gibt tolle Sachen in Solingen.“

In diesem Sinne sollte auch im kommenden Jahr Betrieb für die Stadt gemacht werden. Noch konnte das Gallileum nicht alle Trümpfe auf den Tisch legen. Und die Stadtgesellschaft selbst hat mit den großen Festen auch tolle Karten auf der Hand, mit der man bei den Gästen aus anderen Städten – warum nicht auch Länder – immer einen guten Stich machen kann.

Wir müssen uns nur alle selbst zwischendurch einmal auf die Schulter klopfen und sagen: „Es gibt tolle Sachen in Solingen.“ Das fängt jeder übrigens am besten einmal so an: Für 2021 gehört für jeden Solinger auf die Tagesordnung, sich einmal selbst ein Bild von den Dingen in dieser Stadt zu machen. Nur was man gesehen hat, kann man auch würdigen. Das Motto „Reisen bildet“ gilt da auch bei einer Ultra-Kurzreise vor die eigene Haustüre.

Gute Seiten 2020

Das ST zeigt in einer kleinen Serie die guten Seiten, die das schwierige Jahr 2020 trotz aller Sorgen hatte.

22. Dezember: Der „Solinger Weg“

23. Dezember: Smart City bringt Solingen voran

Heute: Mehr Tagestouristen in der Stadt

28. Dezember: Der BHC siegt 28:27 gegen Hannover vor ausverkauftem Haus

29. Dezember: Feuerwehr rettet Tauben

30. Dezember: Guter Verlauf der Kommunalwahl

31. Dezember: Solingen bekommt 7 Millionen Euro vom Land für Schulen – fast die Hälfte des 15-Millionen-Topfes

2. Januar: Die Krankenhäuser arbeiten in der Krise gut zusammen

4. Januar: Der Handel stemmt sich einfallsreich gegen die Krise.

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