ST vor Ort

Markt und Fußgängerzone: Ohligs steht ein Umbau bevor

In der Ohligser Fußgängerzone stehen einige Veränderungen an. Foto: Michael Schütz
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In der Ohligser Fußgängerzone stehen einige Veränderungen an.

Arbeiten rund um den Marktplatz sollen noch im Herbst beginnen – Händler auf der Düsseldorfer Straße sind froh, dass es dort erst 2022 losgeht.

Von Björn Boch

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Solingen. Wohl selten war eine Baumaßnahme dieser Größenordnung so geräuschlos fortgeschritten wie zuletzt: In den zuständigen Gremien wurden die jüngsten Pläne zum Umbau der Düsseldorfer Straße und des Ohligser Marktplatzes weitgehend durchgewunken – ganz im Gegensatz etwa zu den Plänen für die Ostseite des Bahnhofs, die in der Bezirksvertretung wenig Gefallen fanden (wir berichteten).

Stadtteilpolitiker, Vereine und Initiativen und die Ohligserinnen und Ohligser selbst waren eingebunden und haben zugestimmt oder mittels Bürgerbeteiligung abgestimmt (| Kasten). Sie freuen sich auf ihre neue Fußgängerzone und den Marktplatz mit mehr Aufenthaltsqualität – zumindest die meisten. Es gibt aber auch Kritik von Anwohnern und dem Seniorenbeirat.

„Händler und Gastronomen sind natürlich auch besorgt.“

Frauke Pohlmann, OWG, über die kommende Dauerbaustelle auf der Düsseldorfer Straße

„Die Umgestaltung der Ohligser Innenstadt ist eine großartige Chance, Ohligs auch für die nächsten Jahrzehnte als lebendigen und attraktiven Stadtteil fit zu machen“, erklärt Frauke Pohlmann, Schriftführerin der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG). Dabei seien natürlich viele Punkte zu berücksichtigen – so solle der Stadtkern im Alltag zum Verweilen einladen, aber auch für kleine und große Veranstaltungen gut nutzbar sein.

Die OWG stehe gemeinsam mit der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) im regelmäßigen Austausch mit der Stadtentwicklung. „Natürlich sind Händler und Gastronomen aber auch besorgt darüber, dass eine langfristige Großbaustelle vor der Tür so kurz nach dem sechsmonatigen Lockdown zu erneutem Rückgang der Besucherfrequenz und weiteren Umsatzeinbußen führen könnte“, so Pohlmann.

Dem gelte es erneut mit Kreativität gemeinsam entgegenzutreten, auch wenn in erster Linie die Planer und ausführenden Firmen gefragt seien. „Wir haben bisher den Eindruck, dass diese Sorge gehört und ernst genommen wird“, so Pohlmann. Ein Grund: Zunächst werde mit dem Marktplatz begonnen, erst nach dem Weihnachtsgeschäft ist die Fußgängerzone in mehreren Bau-Abschnitten dran.

ISG-Geschäftsführerin Gloria Göllmann hat bereits ein intensives Baustellenmarketing angekündigt, um die Händler bei Laune und die Kunden bei den Händlern zu halten. Und sie blickt voraus: „Wir freuen uns schon auf ein sehr besonderes Dürpelfest 2022, welches baustellenbedingt etwas anders als in den vergangenen Jahren organisiert, aber nicht minder schön wird.“

ISG wie Ohligser Jongens (| ausführlicher Bericht morgen) freuen sich über einen Marktplatz, der kein Parkplatz mehr sein wird. Künftig gibt es nur noch Parkmöglichkeiten für Behinderte und Ladesäulen für E-Autos. „Der Markt soll ein kommunikativer Treffpunkt werden“, betonten Dr. Jörg Wacker und Joachim Junker von den Jongens beim Vor-Ort-Termin. Jörg Wacker hat mit seiner Frau Nina den Pavillon auf dem Ohligser Markt erworben, der zur Weinbar wird.

Einigen aus Ohligs gefällt das nicht, wie am ST-Lesertelefon deutlich wurde. Monika Dahmen etwa hatte sogar gehofft, das Angebot werde ausgeweitet. „Die Plätze sind immer gut nachgefragt bei den Besuchern der nahegelegenen Geschäfte und Gaststätten und werden auch für Handwerker dringend benötigt.“

Ein ganz anderes Problem mit den Plänen hat dagegen Herbert Gerbig, Vorsitzender des Solinger Seniorenbeirats: „Der Marktplatz und die Düsseldorfer Straße werden für Millionen Euro umgebaut, und man ist nicht in der Lage, dort eine vernünftige Toilette zu bauen“, schreibt er dem ST. Der Seniorenbeirat trete weiter für eine funktionierende Toilette in jedem Stadtteil ein – „sauber und mit Personal besetzt, damit es nach Möglichkeit keine Schäden durch Randalierer geben kann“.

Im Sommer nimmt das ST die Solinger Stadtteile in den Blick. In dieser Woche liegt der Fokus auf Ohligs.

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