Nachgerückte Abgeordnete

Marina Dobbert (SPD) ist im Landtag schon „mittendrin“

Ihr Wahlkreisbüro hat die Landtagsabgeordnete Marina Dobbert im SPD-Haus am Birkenweiher unter dem Dach.Foto: Christian Beier
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Ihr Wahlkreisbüro hat die Landtagsabgeordnete Marina Dobbert im SPD-Haus am Birkenweiher unter dem Dach.

Nachgerückte Abgeordnete ist seit knapp 100 Tagen im Amt.

Von Andreas Tews

Solingen. Von einer Endzeitstimmung sei im Landtag acht Monate vor dem Ende der Legislaturperiode nichts zu spüren, sagt Marina Dobbert. Dazu seien die Themen wie Corona oder die Folgen der Flutkatastrophe zu akut, sagt die Solinger Landtagsabgeordnete. Knapp 100 Tage, nachdem sie ins Parlament nachgerückt ist, sieht sich die 63-Jährige selbst schon „mitten im Gewühl“. Für ihre Fraktion ist sie in den Fachausschüssen für Schule und Bildung sowie Europa und Internationales aktiv. Politische Akzente will sie in diesen Bereichen, aber auch bei Sozialthemen und im Sport setzen.

Marina Dobbert war im Solinger Wahlkreis bei der Landtagswahl 2017 dem CDU-Kandidaten Arne Moritz unterlegen. Auch über die SPD-Landesliste reichte es zunächst knapp nicht. Nachdem seit der Wahl mehrere Abgeordnete ihrer Partei ausgeschieden waren, rückte sie zum 1. Juni für Rüdiger Weiß (Bergkamen) nach.

Für sie seien die vergangenen 100 Tage spannend gewesen, weil man im Landtag an Themen anders herangehe, als in der Kommunalpolitik. „Die Kollegen machen es mir aber leicht“, sagt die gebürtige Solingerin. Sie habe schnell erkannt, dass sie für Solingen einiges bewegen könne. Dies gelte unter anderem für den Öffentlichen Personennahverkehr, sagt Dobbert im ST-Gespräch. Im Bezug auf die Ausfälle beim S-Bahn-Betreiber Abellio könne man als Abgeordnete Druck machen oder sich für eine bessere Lokführerausbildung stark machen.

Ausbildung und Arbeit sind für die ehemalige Qualifizierungsberaterin der Arbeitsagentur wichtige Themen. Aus- und Weiterbildung sei für alle Menschen wichtig. Dazu gehöre auch eine gerechte Entlohnung. In der Schulpolitik sieht sie derzeit alles an Corona gekoppelt. Sie spricht sich für so viel Präsenzunterricht wie möglich aus. Es sei mit den Kindern vieles aufzuarbeiten. Darum solle das Land Geld für zusätzliches Personal in die Hand nehmen.

Für Dobbert steht fest, dass sie sich bei der Landtagswahl im Mai 2022 wieder im Solinger Wahlkreis zur Wahl stellen will. Noch ist aber nicht sicher, ob ihre Partei sie nominiert, denn mit dem neuen SPD-Unterbezirks-Co-Vorsitzenden Manfred Ackermann hat sie als amtierende Abgeordnete einen parteiinternen Gegenkandidaten. Dies bezeichnet sie als „ungewöhnlich, aber nicht verwerflich“. Über die Kandidatur entscheiden die Delegierten der SPD-Ortsvereine am 1. Oktober.

Bis dahin und darüber hinaus will sie als Abgeordnete mit politischen Inhalten und mit Bürgernähe punkten. Dobbert: „Mir ist die Wahlkreisanbindung wichtig. Ich möchte weiterhin für die Menschen ansprechbar sein.“

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