Ausbildung

Marie-Louise Behrens leitet das Friedrich-List-Berufskolleg

Marie-Louise Behrens startete im Januar als neue Schulleiterin am Friedrich-List-Berufskolleg. Die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund liegt ihr besonders am Herzen. Foto: Christian Beier
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Marie-Louise Behrens startete im Januar als neue Schulleiterin am Friedrich-List-Berufskolleg. Die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund liegt ihr besonders am Herzen.

Marie-Louise Behrens hat viele Pläne für ihre neue Schule.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Sie war erst wenige Wochen im Amt, als der Lockdown und die Schulschließungen kamen: Seit Januar leitet Marie-Louise Behrens das Friedrich-List-Berufskolleg (FLBK). Die Pandemie hat ihre Arbeit in den vergangenen Monaten maßgeblich bestimmt – aber nicht nur: „Trotz Corona geht die Arbeit weiter.“ Neben der Digitalisierung und der Vorbereitung auf den Distanzunterricht will Behrens unter anderem Schüler mit Migrationshintergrund noch besser fördern. „Das liegt mir sehr am Herzen.“

Die gebürtige Wattenscheiderin war zuletzt stellvertretende Leiterin an einem Berufskolleg in Bochum. Die 54-Jährige kommt eigentlich aus der freien Wirtschaft. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre arbeitete sie lange in der Wirtschaftsprüfung und wechselte dann in den Schulbereich, wo sie unter anderem Referendare ausbildete. Nun also Solingen.

„Ich fühle mich hier sehr wohl und habe ein tolles Kollegium vorgefunden“, betont sie. Noch wohnt sie in Essen, sie suche jedoch nach einer Wohnung in der Klingenstadt. Als Leiterin des Friedrich-List-Berufskollegs mit seinem kaufmännischen Schwerpunkt ist sie nun für 50 Lehrkräfte und rund 1100 Schüler verantwortlich. Als Stellvertreter unterstützt sie Thomas Möller, der die Schule nach der Pensionierung von Isolde Brosig kommissarisch leitete.

„Ich fühle mich am Friedrich-List- Berufskolleg sehr wohl.“
Schulleiterin Marie-Louise Behrens

Wichtigstes Thema ist derzeit wohl der Distanzunterricht. Wie alle Solinger Schulen arbeitet das FLBK mit der Software Microsoft Teams, die die Stadt Solingen zur Verfügung stellt, sowie der Lernplattform Moodle. Alle Lehrkräfte seien nun geschult, Unterricht auch digital geben zu können.

„Ich habe selbst an einer solchen Probestunde in der Rolle einer Schülerin teilgenommen“, erzählt Behrens. „Ein spannendes Erlebnis, aber es war auch anstrengend.“ Klar sei, dass Unterricht über eine Videokonferenz nicht einen ganzen Vormittag stattfinden könne. „Anders als im normalen Unterricht steht man da als Schüler immer im Fokus.“ Deshalb würden sich beim Lernen auf Distanz solche Stunden per Video mit Studienzeiten abwechseln.

Das hat die Schule bereits mehrfach getan. Fünf Coronafälle unter Schülern habe es in den vergangenen Wochen gegeben, berichtet Lehrer Torsten Küster. Mehrere Klassen und Lehrer mussten deshalb in Quarantäne. Von zu Hause aus schrieben die Schüler sogar Klassenarbeiten: Die Aufgaben mussten innerhalb von 45 Minuten online bearbeitet werden, danach wurde der Zugang geschlossen. Behrens: „Ein Verfahren, das auch andere nutzen.“

Die Schule wartet nun auf 110 Leih-iPads von der Stadt Solingen, die in dieser Woche geliefert werden sollen. Rund zehn Prozent der Schüler bräuchten die Geräte, da sie bedürftig seien.

Beim Thema Förderung hat Behrens vor allem die Vollzeitschüler im Blick, die ein Drittel der Schülerschaft ausmachen. Am Berufskolleg kann unter anderem der Abschluss nach Klasse 9 oder 10 gemacht werden. Um den Schülern eine Ausbildungsperspektive zu verschaffen, arbeitet die Schule unter anderem mit Solinger Unternehmen zusammen, die ihnen Praktika anbieten. Die Berufsvorbereitung wollen Behrens und ihr Team zertifizieren lassen. Vertiefen wollen sie zudem die Gesundheitsförderung und die Anti-Rassismus-Arbeit. Für letzteres engagierten sich die Schülervertretung und die Schulsozialarbeiter bereits sehr, erzählt Torsten Küster.

2021 steht der 120. Geburtstag des Berufskollegs an, zu dem ein neues Logo und eine neue Homepage gestaltet werden. An der Burgstraße 65 soll es zudem eine Erweiterung geben: Geplant ist ein dreistöckiger Neubau mit Unterrichts- und Fachräumen auf 1300 Quadratmetern Fläche, der bis 2023 fertig sein soll.

Friedrich-List-Berufskolleg

Schule: Zum Friedrich-List-Berufskolleg gehören die Berufsfachschule sowie das Wirtschaftsgymnasium. Zudem gibt es die Berufsschule für Auszubildende in kaufmännischen Berufen und IT-Berufen sowie für medizinische Fachangestellte. An dem Berufskolleg wurden auch Schüler mit geringen Deutschkenntnissen in der Internationalen Förderklasse unterrichtet.

www.flbk.de

Schulverwaltung bekommt neuen Leiter: Oliver Vogt übernimmt Aufgabe von Anke Svensson.

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