Prozess

Mann muss 2100 Euro Strafe zahlen, weil er auf der Bonner Straße gehupt hat

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Zu langsam gefahren – Autofahrer geraten in Streit.

Von Dirk Lotze

Solingen. Für Hupen auf der Bonner Straße in Ohligs muss ein 27 Jahre alter Fahrer eines Porsche-SUV aus Solingen 2100 Euro Strafe zahlen. Der Kaufmann nahm vor dem Landgericht Wuppertal eine Verurteilung wegen Nötigung eines vorausfahrenden Autofahrers doch noch an. Zunächst hatte er wegen der Höhe der Strafe Berufung eingelegt. Der Betrag entspricht seinem Einkommen von einem Monat, wie es das Gericht angenommen hat.

Laut Urteil ging es dem Angeklagten bei der Tat im Februar 2019 darum, dass der andere Autofahrer zu langsam fuhr. Schließlich sei es noch an einer Ampel zu einem Streit gekommen.

Vor dem Landgericht erklärte der Mann: „Der ist nicht 30 gefahren, wie im Urteil steht, sondern höchstens Tempo 10. Und an der Ampel ist er nicht weiter gefahren, obwohl grün war.“ Er fügte hinzu, er wolle über Einzelheiten nicht länger streiten, weil sich das Verfahren in die Länge ziehe: „Ich seh’ das ein, Hupen darf man nur bei Gefahr. Ich zahl dafür. Aber es ist zu viel.“

Das Gericht rechnete nach. Der Angeklagte wohnt bei den Eltern. Seinen Angaben zufolge lässt er sich monatlich von 2700 Euro netto nur 900 Euro auszahlen. 1800 Euro hält der Arbeitgeber ein, für die Nutzung des Firmen-Porsches. Die Erläuterung des 27-Jährigen für den vorsitzenden Richter: „Wenn Sie so eine Chance hätten, würden Sie das doch auch machen.“ Fazit des Richters: „Sie definieren sich über das Auto.“ Das Einkommen sei richtig berechnet. Darüber hinaus gebe es einen früheren Eintrag im Verkehrsregister: Ein Streifenwagen habe beim Hinterherfahren Tempo 160 bei dem Porsche gemessen– wo höchstens 80 angeordnet war. Darauf nahm der Angeklagte seine Berufung zurück. Die Geldstrafe kommt der Landeskasse zu Gute.

Erst vor wenigen Tagen war am Landgericht in Wuppertal der Prozess um den Tod eines anvertrauten Kleinkinds aus Solingen fortgesetzt worden.

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