Prozess

Mann lagert 12,5 Kilogramm Marihuana in Omas Keller

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Sechsjährige Haftstrafe: 32-Jähriger muss nach einem Jahr in eine geschlossene Entzugsklinik

Von Dirk Lotze

Solingen. Das Landgericht hat einen Angeklagten (32) verurteilt, der in Solingen und außerhalb in fünf fremden Wohnungen Drogen zum Weiterverkauf gelagert hatte. Die größte Einzelmenge von 12,5 Kilogramm Marihuana fand die Polizei versteckt im Keller seiner Großeltern, in seiner Wohnung hatte er eine Schreckschusspistole bereitgehalten. Die Wuppertaler Richter verurteilten den Mann zu sechs Jahren Freiheitsstrafe. Laut Gerichtsarzt ist er suchtkrank: Er soll ein Jahr im Gefängnis verbüßen und dann in eine geschlossene Entziehungsklinik verlegt werden.

Der Mann ist gelernter Kaufmann und vorbestraft wegen Schwarzfahrens. Seinem Geständnis zufolge hat er seit Jahren nur „Party gemacht“. Er sei verschuldet und habe einem Verleiher 10 000 Euro monatlich zurückzahlen sollen. Für diesen Mann soll der Angeklagte bis zur Festnahme im Oktober 2021 zur Rückzahlung die Drogen verkauft haben –unter ständiger Angst und „wie ein Leibeigener“, wie Staatsanwaltschaft und Verteidiger des Angeklagten übereinstimmend zusammenfassten. Den Hintermann wollte der 32-Jährige nicht nennen, obwohl er dem Gericht und allen Beteiligten bekannt ist. „Ich kann ihn ja gelegentlich selbst drauf ansprechen“, kommentierte der Staatsanwalt.

Von dem geheimen Drogenlager im Keller sollen die Großeltern nichts gewusst haben, das sehen die Ermittler als erwiesen an. Dieses Versteck allein enthielt genug Marihuana für 130 000 Drogenzigaretten, sogenannte Joints.

Der Angeklagte soll sich in der Haft größte Sorgen gemacht haben, Großvater und Großmutter nicht mehr wiedersehen zu können. Beide sollen aufgrund ihres Gesundheitszustands nicht nach Wuppertal zum Besuch im Gefängnis reisen können. Das Urteil ist rechtskräftig.

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