Telefonaktion

Malteser bieten Anrufe gegen Einsamkeit an

Seit Montag werden die ersten Telefonate mit Senioren des St.-Antonius-Heimes geführt. Foto: Christian Beier
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Seit Montag werden die ersten Telefonate mit Senioren des St.-Antonius-Heimes geführt.

Durch eine Telefonaktion sollen Senioren auch ohne Besuch soziale Kontakte pflegen können.

Von Moritz Jonas

Solingen. Die Corona-Pandemie macht deutlich, wie wichtig soziale Kontakte für uns und unser Wohlbefinden sind. Das trifft vor allem auf kranke, alte und alleinstehende Menschen zu. Aus diesem Grund haben die Malteser in Solingen einen Telefonbesuchsdienst eingerichtet, um Betroffene ab sofort zu unterstützen und ihnen mit ihrem Telefondienst eine Freude zu bereiten.

Der Telefonbesuchsdienst ist für den Malteser Hilfsdienst bundesweit nicht neu, bekam aber durch die Corona-Pandemie und die damit verbundene Ansteckungsgefahr bei jeglichen Begegnungen noch mal eine ganz besondere Bedeutung. Denn mit einem persönlichen Telefonanruf schenken die Malteser älteren, alleinstehenden Menschen, die wenig soziale Kontakte haben, regelmäßig eine Zeit der Freude und menschlicher Nähe – quasi ein Besuch am Telefon. In Solingen gab es dieses Angebot der Malteser bisher noch nicht. Hier engagierten sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zum Beispiel im Abstrichzentrum des Krankenhaus Bethanien im Kampf gegen die Pandemie.

Solingen: Man hofft, das Angebot bald flächendeckend anbieten zu können

„Als im November im Solinger Malteserstift St. Antonius 87 Menschen in Quarantäne mussten, da zwei Bewohner positiv getestet wurden, ereilte uns ein Hilferuf mit der Bitte, die Isolation für die dort lebenden Menschen irgendwie erträglicher zu machen,“ berichtet Bettina Heuschkel, Ehrenamtsreferentin der Malteser in Solingen. „Leider konnten wir zunächst nicht helfen, da die Bewohner das Haus nicht verlassen und niemand, der dort nicht arbeitet, ins Haus durfte.“ Da kamen die Malteser auf die Idee, für die Bewohner einen Telefonbesuchsdienst anzubieten. Der Gedanke fand bei Marion Huss, der Hausleitung des St.-Antonius-Heims, großen Zuspruch: „Es ist eine sehr schöne Idee, über die sich ganz besonders die Bewohner freuen, die ansonsten wenig soziale Kontakte pflegen können“, sagt Huss.

Deshalb kümmerte sich Wolfgang Guenther, Leiter des Anrufprojektes, in den vergangenen Wochen darum, dass die Voraussetzungen für den Start der Aktion geschaffen wurden. Denn zunächst einmal mussten die Ehrenamtler in der persönlichen Gesprächsführung geschult werden, um die Telefonate zu führen. „Das ist besonders wichtig, denn wir wollen uns deutlich von einem Nottelefon oder Ähnlichem abheben. Es soll eher wie ein Gespräch zwischen Freunden ablaufen“, erklärt Guenther.

Trotzdem sei auch klar, dass mit intimen Informationen, die möglicherweise während der Gespräche aufkommen könnten, höchst vertraulich umgegangen werde, so Guen-ther. „Wir werden explizit darauf achten, dass die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Bewohner und Anrufer passt, denn nur so führt die Aktion zum gewünschten Erfolg“, sagt Huss.

Zunächst wird die Anruf-Aktion im St. Antonius getestet, man hoffe aber darauf, dass sich bald Senioren aus ganz Solingen melden können, sagt Guenther. Die Nachfrage scheint sehr hoch zu sein. „Alle Bewohner, die wir gefragt haben, ob sie den Telefondienst in Anspruch nehmen wollen, haben ausnahmslos zugestimmt“, erzählt Huss. Es werde bereits überlegt, ob man die Anrufe bald auch per Video durchführen soll, um sie noch persönlicher und näher zu gestalten. Guenther sucht für sein Team allerdings noch dringend mehr ehrenamtliche Telefonpaten. „Es ist egal, ob 25 oder 75 Jahre alt, jeder ist als Helfer herzlich willkommen“, sagt er. Denn um das Angebot auch außerhalb der Malteser-Einrichtungen anzubieten, sei Unterstützung unbedingt notwendig.

Kontakt

Interessierte Helfer und Senioren, die angerufen werden möchten, können sich bei den Maltesern melden und einen Termin vereinbaren.

Tel. (02 12) 6 39 71

tbd.solingen@malteser.org

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