Zentrum für verfolgte Künste

40 Bilder des ermordeten Maks Levin zeigen den Ukraine-Krieg

Maks Levin wurde nur 40 Jahre alt. Seit 2014 dokumentierte er den Krieg und die Kriegsverbrechen in seinem Land – bis er selbst erschossen wurde.
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Maks Levin wurde nur 40 Jahre alt. Seit 2014 dokumentierte er den Krieg und die Kriegsverbrechen in seinem Land – bis er selbst erschossen wurde.

Maks Levin wurde nur 40 Jahre alt. Seit 2014 dokumentierte er den Krieg und die Kriegsverbrechen in seinem Land – bis er selbst erschossen wurde. Das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen stellt 40 Fotos aus.

Solingen. Schwarze Linien im Ratsaal des ehemaligen Gräfrather Rathauses, heute Sitz des Zentrums für verfolgte Künste, zeichnen den Pulsschlag der Ukraine seit 2014. Kräftig fällt das Kardiogramm 2014 aus. Damals begann nach den Unruhen auf dem Majdan in der ukrainischen Hauptstadt Kiew der Krieg im Osten des Landes und die Krim wurde von den Russen besetzt. Immer dabei war der Fotograf Maks Levin.

Seit dem 24. Februar dieses Jahres ist der Pulsschlag Tag für Tag schwächer. „Stirbt das Land?“, fragt die Ausstellung „Deadlines“. Drei Punkte am Ende der Ausstellung mit einem letzten Foto von Maks Levin lassen die Antwort offen.

Sicher ist, dass der 40-jährige Fotograf Mitte März in der Nähe von Kiew verschollen war. Am 1. April wurde er in einem Dorf gefunden – er hatte noch seine Presse-Weste an, die Kamera lag neben ihm und in seinem Kopf steckten zwei Kugeln aus einer Pistole. Sein Schicksal und seine Fotos gingen um die Welt.

Maks Levin zeigt, wie der Ukraine-Krieg ist

Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann
Kriegsbilder von Maks Levin.
Kriegsbilder von Maks Levin. © Tim Oelbermann

Viele glückliche Umstände und das Gespür des Förderkreises des Zentrums, dabei besonders das des Solinger Fotojournalisten und stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Uli Preuss, ließen nun „Deadlines“ als eindruckvolle, zugleich bedrückende und zum Frieden mahnende Ausstellung in kürzester Zeit entstehen.

Sylvia Löhrmann, Vorsitzende des Förderkreises, betonte dann auch in ihrer Eröffnungsrede, der Förderkreis wolle nicht nur Akzente setzen und dabei helfen, die Schicksale von den Nazis verfolgter Kunstschaffender sichtbar zu machen. „Wir müssen auch die Verbrechen gegen Künstlerinnen und Künstler in der Neuzeit aufzeigen.“ Für viele habe der Krieg in der Ukraine erst am 24. Februar begonnen. „Dabei läuft er schon seit acht Jahren.“ Maks Levin sei selber Opfer des Krieges geworden. „Deadlines“ drücke viel aus: „Wo sind jetzt die roten Linien? Wo sind heute die Todeslinien?“

Die Kriegsbilder von Maks Levin im Zentrum für verfolgte Künste sind als Kardiogramm der Ukraine gestaltet. Rund 50 Besucher kamen zur Eröffnung.

Jürgen Kaumkötter, Direktor des Zentrums, dankte dem Förderkreis, dass er die Ausstellung ermöglicht habe. Die Realisierung innerhalb von nur 14 Tagen sei „sportlich“ gewesen. Die Kuratorin des Zentrums, Birte Fritsch, rief die Eröffnungsgäste und die künftig Besuchenden dazu auf, den Ratssaal und die Fotos als Dialograum zu verstehen, um ins Gespräch zu kommen.

An „Deadlines“ wirkten auch zwei nach Deutschland geflohene Ukrainerinnen mit, die Maks Levin persönlich kannten. In ihren kurzen, emotionalen Ansprachen wurde deutlich, wie wichtig ihnen diese Ausstellung ist, an der sie mit dem Team des Zentrums fast Tag und Nacht in der Vorbereitung gearbeitet hatten.

Die kräftigen Kardiogramm-Ausschläge aus dem Jahr 2014 aufgreifend, sagte Olena Tanchynets, die Direktorin des Kultur- und Bildungszentrums „TepLytsia“ in Browary bei Kiew: „Vor acht Jahren haben wir selbst versucht, uns gegen die Russen zu wehren. Jetzt brauchen wir Hilfe.“ Der Krieg sei durch einen einzelnen, brutalen, aggressiven und zornigen Mann – Russlands Präsidenten Wladimir Putin – ausgelöst worden.

„Ich kämpfe dafür, dass alle sehen, wie der Krieg in der Ukraine aussieht.“

Nataliia Volianiuk, Journalistin

Nataliia Volianiuk ist Journalistin und war Kollegin von Maks Levin. Sie erklärte: „Mein Mann ist in der Ukraine Soldat. Ich kämpfe in Deutschland dafür, dass alle sehen, wie der Krieg in der Ukraine aussieht.“

Kriegsfotografien würden Kriege nicht beenden können, aber schonungslos offenlegen, wie er auch Verbrechen ermöglicht, sagte Uli Preuss in seinem Vortrag zur Geschichte der Kriegsfotografie. Er erinnerte daran, dass bereits sieben Journalisten an der Front seit der Kriegseskalation im Februar 2022 gestorben seien.

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Olena Tanchynets gab noch dies mit auf den Weg: „Keiner in der Ukraine wollte den Krieg. Maks Levin wollte ihn stoppen.“ Dabei kam er um und hinterlässt vier Söhne.

Levin und „Deadlines“ im Zentrum

Öffnungszeiten: Die Ausstellung läuft bis zum 26. Juni und ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr zu sehen.
Maks Levin: Der Fotograf lebte und arbeitete in der Ukraine. Seine Fotos übernahmen Online-Portale, Zeitungen, Fotoagenturen. Sein Bild eines zerstörten Wohnhauses in der Nähe von Kiew war Titelbild des Wochenmagazins „Der Spiegel“.

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