Lumen

James Bond und Spider-Man können Kinojahr nicht retten

„Keine Zeit zu sterben“ war im Lumen der erfolgreichste Film des Jahres, berichten Meinolf Thies (l.) und Frank Lichtenberg.Foto: Tim Oelbermann
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„Keine Zeit zu sterben“ war im Lumen der erfolgreichste Film des Jahres, berichten Meinolf Thies (l.) und Frank Lichtenberg.

Solinger Lichtspielhäuser leiden unter der Corona-Krise – Lumen senkt Eintrittspreise bei Disneyfilmen.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Der Kinorückblick 2021 fällt genauso traurig aus wie im Vorjahr, als nur 85 000 Besucher im Lumen gezählt wurden. In diesem Jahr verzichtet Geschäftsführer Meinolf Thies auf konkrete Zahlen, sondern spricht nur von weniger als einem Drittel früherer Ergebnisse. Durch die acht Monate dauernde Schließung von November 2020 bis Juni 2021 war es ja auch nur ein halbes Kinojahr, und wenn nicht James Bond mit seinem mehrfach verschobenen Start von „Keine Zeit zu sterben“ nicht für viele Kinogänger gesorgt hätte, wäre das Ergebnis noch deprimierender ausgefallen.

Thies nennt nicht wie früher die Besucherzahlen der zehn Top-Hits, sondern hebt nur die erfolgreichsten Filme mit James Bond und zum Jahresende „Spider-Man“ heraus. In der Spitzengruppe befanden sich zudem noch „Fast and Furious 9“, der Kinderfilm „Paw Patrol“, „Dune“ und „Venon“, bei den deutschen Filmen waren es „Catweazle“ mit Otto Waalkes und „Die Schule der magischen Tiere“.

Die Einspielergebnisse dieser Filme machten Mut, doch angesichts weiterer Corona-Einschränkungen gibt es in Solingen wie auch überall anders nur besorgte Gesichter. Wie soll man ein Filmtheater wirtschaftlich betreiben, wenn nur ein Drittel der Sitzplätze belegt werden darf? Wie kann man planen, wenn die Verleihe angekündigte Starts auf spätere Termine verschieben? Was, wenn die neuen Filme nicht auf der Leinwand zu sehen sind, sondern gleich im Internet landen und als bezahlter Stream für das Heimkino zu erwerben sind?

Lumen-Geschäftsführer kritisieren Verhalten von Filmverleihern

Meinolf Thies und Co-Geschäftsführer Lutz Nennmann haben sich für dieses Verhalten speziell beim Disneyverleih eine Gegenmaßnahme ausgedacht: „Wir haben die Eintrittspreise drastisch gesenkt, so dass Disney weniger Geld erhält, weil prozentual abgerechnet wird.“ Frank Lichtenberg, Assistent der Geschäftsleitung und Solinger Theaterleiter, ergänzt: „Das ist besser als Disneyfilme gar nicht zu spielen, auch wenn wir weniger verdienen. Aber wir haben so das Publikum nicht vergrätzt.“

Thies, der neben dem Solinger Lumen noch für sieben andere Kinokomplexe verantwortlich ist, versteht zum Beispiel nicht, warum der Film „Wunderschön“ von Karoline Herforth kurzfristig verschoben wurde: „Es gab in Deutschland für die Ladies Nights 40 000 Vorbestellungen, und wir hätten in Solingen auch zwei Säle gefüllt.“ Jetzt müssen die Interessentinnen bis zum 2. Februar warten, bis sie den Film genießen können. Aber Thies ist sich nicht sicher, ob es dabei bleibt: „Wir befinden uns in einer großen Wundertüte und warten mit großer Sorge, wie es mit Corona weitergeht.“

Frank Lichtenberg weist auf die Corona-Bilanz in deutschen Kinos hin: „Es gab noch keinen Fall, den man zurückverfolgen kann. Wir bieten einen gefahrlosen Kinobesuch.“

Nach diesen Regeln waren die ersten Vorstellungen der Ladies Night gut gestartet, und auch die Sneak-Filme montags mit unbekannten Titeln wurden beibehalten. Nur der beliebte Kaffeeklatsch findet vorläufig nicht statt.

Angesichts der Besucherzahlen, die nach den Herbstferien wieder in den Keller gingen, ist man in Solingen unsicher, ob das vorhandene Angebot an neuen und attraktiven Filmen tatsächlich zum Einsatz kommt: „Die Verleihe orientieren sich international an den Besucherzahlen und starten nur Filme, die gute Einspielergebnisse garantieren.“

Ähnlich wie das Lumen hat auch das Cobra-Kino stark unter der Pandemie gelitten.

Corona-Regeln

Besucher: In Solingen gilt die 2G-Regel, jeder Besucher muss nachweisen, dass er geimpft oder genesen ist.

Mitarbeiter: Es werden nur Mitarbeiter nach 2G-Regel beschäftigt, und die vor jeder Schicht zusätzlich getestet werden.

Kino: Im Eingangsbereich, Kasse und Foyer gilt Maskenpflicht, die nur auf den Sitzplätzen ausgesetzt. Außerdem wird zwischen den Besuchern immer ein Sitz freigelassen.

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