Rathaus hält ihn für illegal

Lukastrail: Stadt warnt vor Haftung

Der Lukastrail führt über viele Hügel und selbst gebaute Rampen. Jetzt will die Stadt ihn zurückbauen lassen. Bei der Suche nach einem neuen Standort will der Verein Velo Solingen helfen.
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Der Lukastrail führt über viele Hügel und selbst gebaute Rampen. Jetzt will die Stadt ihn zurückbauen lassen. Bei der Suche nach einem neuen Standort will der Verein Velo Solingen helfen.

Die Stadt muss den ihrer Ansicht nach illegalen Lukastrail nicht nur aus Naturschutzgründen beseitigen.

Solingen. Claudia Wackerl, Abteilungsleiterin bei der Unteren Naturschutzbehörde, wies in der Bezirksvertretung Ohligs auch auf Haftungsrisiken hin. „Wir tragen ein Risiko als Grundstückseigentümerin. Wir können eine solche Nutzung nicht länger tolerieren.“ So bestehe die Gefahr von Klagen, sofern auf dem Trail etwas passiere. Vertreter von CDU und Grünen forderten die Verwaltung auf, eine Alternative für die Mountainbiker zu finden.

Das hatte in der Vorwoche auch die SPD angemahnt, während sich die FDP für eine Tolerierung ausgesprochen hatte. Wackerl betonte, man sei in Gesprächen mit Velo Solingen und dem Stadtdienst Sport. Es werde keine leichte Aufgabe, das sei Naturschutz aber auch nicht. Nur 8 Prozent der Fläche in Solingen seien Naturschutzgebiet: „In diesen Bereichen ist die Abwägung schon getroffen.“ -bjb-

Unser Artikel vom 30.8.2022

Stadt soll Ersatz für Lukastrail finden

Naturschutzbeirat sieht Vorrang für Artenschutz, SPD fordert neue Prüfung.

Von Andreas Tews

Solingen. Bevor der Mountainbike-Parcours Lukastrail in der Ohligser Heide abgebaut wird, soll die Stadt zusammen mit den betroffenen Jugendlichen einen Alternativstandort im Solinger Westen finden. Das fordern der Vorsitzende des Sportausschusses, Ernst Lauterjung, und die Bezirksbürgermeisterin von Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid, Gundhild Hübel (beide SPD). Im städtischen Naturschutzbeirat stieß der bevorstehende Abbau hingegen überwiegend auf Zustimmung.

Weil auch nach Auffassung der Stadtverwaltung der Trail mit den Zielen des Umweltschutzes in dem Gebiet nicht vereinbar sei, kündigte sie an, den Parcours im Winter abreißen zu lassen. Die Überprüfung durch die Stadt geht auf eine drei Jahre alte Anfrage von Enrique Pless zurück.

Nach seiner Kenntnis wurde der Parcours auch in den vergangenen Jahren immer wieder erweitert. Pless: „Das können wir nicht dulden.“ Die Auffassung von Mountainbike-Fahrern, ein solcher Trail schade der Natur nicht mehr als ein Wanderweg, zweifelt der Vorsitzende des Naturschutzbeirates an. Radfahrer hätten zusammen mit ihrem Rad ein höheres Gewicht. Dadurch und durch den Einfluss der Reifen werde der Boden stärker verdichtet. Dass sich dies auf die Pflanzenwelt auswirke, sei in der Ohligser Heide zu beobachten.

Wie lange es den Trail schon gibt, ist umstritten

Umstritten ist, ob der Trail schon vor 2005 existierte, als das betreffende Gebiet westlich der St. Lukas Klinik unter Naturschutz gestellt worden war. Laut Pless belegen Luftaufnahmen aus früheren Jahren, dass es den Parcours in jetziger Form 2005 noch nicht gegeben habe. Somit gebe es für ihn keinen Bestandsschutz.

Lauterjung widersprach: „Wir haben ernstzunehmende Hinweise darauf, dass Jugendliche die Strecke schon deutlich vor 2005 angelegt haben.“ Darum solle die Stadtverwaltung noch einmal prüfen, „ob nicht doch ein Bestandsschutz greift“. Weil der Trail beliebt sei, halten es die Sozialdemokraten für wichtig, dass eine neue Strecke im westlichen Teil der Stadt liegen und genauso gut zu erreichen sein müsse wie der Lukastrail.

Auch Pless kann den Frust der betroffenen Downhill-Fahrer nachvollziehen. Weil Bedarf für solche Angebote bestehe, empfiehlt der Umweltschutzbeirat Verwaltung und Politik, möglichst schnell einen Ersatzstandort zu suchen. Der neue Trail müsse mit den Vorgaben des Naturschutzgesetzes vereinbar sein.

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