Ist Luisa da?

„Luisa“ bietet Hilfe bei sexueller Belästigung

Mareike Pach (v. l.) und Patricia Bennertz machten im Lumen auf die Kampagne aufmerksam.
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Mareike Pach (v. l.) und Patricia Bennertz machten im Lumen auf die Kampagne aufmerksam.

Stadt und Frauenberatungsstelle schließen sich bundesweiter Aufklärungsaktion an.

Von Kristin Dowe

Solingen. Aufdringliche Blicke, eine unerwünschte Berührung oder ein unangenehmes Date: Sexuelle Belästigung kann viele Gesichter haben und findet nicht immer gleich im strafrechtlich relevanten Bereich statt. Um Mädchen und Frauen insbesondere beim Ausgehen in solchen Situationen zu schützen, hatten sich die Jugendförderung der Stadt Solingen und die Frauenberatungsstelle Solingen im Verein „Frauen helfen Frauen“ bereits 2020 der bundesweiten Kampagne „Luisa ist hier!“ angeschlossen. Nachdem diese durch die Corona-Pandemie zunächst ins Stocken geraten war, soll die Aktion jetzt wieder Fahrt aufnehmen.

Das Prinzip ist simpel: Wann immer sich eine Frau etwa in einer Kneipe oder Diskothek bedrängt fühlt, kann sie sich mit der Code-Frage „Ist Luisa da?“ an das Personal wenden. „So muss die Betroffene nicht groß erklären, um was es geht und kann diskret um Hilfe bitten“, erklärt Beraterin Beate Standop von der Frauenberatungsstelle im Verein Frauen helfen Frauen. Die Einrichtung schult Mitarbeitende in Bars, Restaurants oder an anderen Orten des öffentlichen Lebens und gibt Tipps, wie sie Hilfesuchende am besten unterstützen können.

Mitarbeitende sollen „einen sicheren Rahmen bieten“

Vor allem gehe es darum, Mädchen und Frauen in einer unangenehmen Situation „einen sicheren Rahmen zu bieten“, erklärt Standop. „Wichtig ist zunächst einmal, die Betroffene aus der Situation herauszuholen.“ So könnten Mitarbeiter sie in die Küche oder einen Aufenthaltsraum bitten und fragen, was sie benötigt. „Die Fragen sollten allerdings nicht zu sehr ins Detail gehen, da es sein kann, dass die Frau selbst unter Schock steht“, rät Standop.

Hilfreich könne beispielsweise sein, der hilfesuchenden Frau ein Taxi zu rufen, eine vertrauenswürdige Begleitperson vor Ort zu benachrichtigen und – sofern es erforderlich ist – die Polizei zu verständigen. „Vielleicht muss jemand die Tasche vom Platz der Frau holen, damit kein weiterer Kontakt zu der Person stattfindet, die als Bedrohung empfunden wird. Frauen sollten dann einfach das Gefühl haben, mit ihrem Problem nicht allein zu sein.“

So hat die Frauenberatungsstelle bereits das Team des Kinos Lumen entsprechend geschult – weitere Aufklärungsaktionen sollen folgen. „Wir haben schon viele Solinger Gastronominnen und Gastronomen angefragt und bislang durchweg positives Feedback erhalten“, sagt Yvonne Enders, Koordinatorin der städtischen Jugendförderung. Bei deren eigenen Veranstaltungen sei „Luisa“ als Hilfskonzept schon angeboten worden, so zuletzt etwa bei der Party „Let's fetz“ in der Ohligser Festhalle. „Zum Glück musste das Hilfsangebot aber nicht in Anspruch genommen werden.“

Auch das Restaurant Hitzegrad schließe sich der Luisa-Schulung an, berichtet Inhaber André Hitzegrad. „Ich hasse respektloses Verhalten gegenüber Frauen. Gewisse Grenzen dürfen einfach nicht überschritten werden.“ Deshalb habe das Team nicht gezögert, bei der Kampagne mitzumachen. Ein größeres Problem mit Belästigung oder Gästen, die anderweitig unangenehm auffallen, gebe es bislang glücklicherweise aber nicht. „Wenn so etwas aber mal vorkommen sollte, ziehen wir relativ schnell die Reißleine und erteilen gegebenenfalls auch Hausverbot.“ Solche drastischen Maßnahmen seien bisher aber höchst selten gewesen.

Hintergrund

Gastronomen und Verantwortliche anderer Einrichtungen, die ihr Personal für die Aufklärungsaktion schulen möchten, können sich an die Frauenberatungsstelle oder an Patricia Bennertz von der Jugendförderung wenden. Die Ansprechpartnerinnen sind per Mail erreichbar unter p.bennertz@solingen.de und info@frauenberatung-sg.de

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