Bergisch Smart Mobility

Lidar ermöglicht intelligente Verkehrssteuerung

An der Kreuzung der Hildener Straße mit der Unteren Benrather Straße in Ohligs werden die Lidar-Sensoren während der vierwöchigen Testphase erprobt. Ihr Platz ist in mehr als vier Metern Höhe an den Ampelmasten. Foto: Christian Beier
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An der Kreuzung der Hildener Straße mit der Unteren Benrather Straße in Ohligs werden die Lidar-Sensoren während der vierwöchigen Testphase erprobt. Ihr Platz ist in mehr als vier Metern Höhe an den Ampelmasten.

An der Hildener Straße startet eine vierwöchige Testphase mit moderner Sensortechnik.

Solingen. Es klingt ein wenig nach Science-Fiction. Ein Gerät setzt gepulste Laserstrahlen ab, um die Entfernung zu Objekten und Personen zu messen. Auf der Hildener Straße geschieht voraussichtlich ab dieser Woche genau das. An der Kreuzung zur Unteren Benrather Straße werden für einen Monat zwei sogenannte Lidar-Sensoren installiert. Sie liefern Informationen für die Verkehrsplanung.

Die vierwöchige Testphase ist Teil des Projektes Bergisch Smart Mobility (vollständige Bezeichnung „bergisch.smart: KI als Enabler der Mobilität von Morgen“). „Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Künstliche Intelligenz zu einer effizienten Verkehrssteuerung beitragen kann“, erklärt Thomas Lämmer-Gamp. Er ist der Leiter der Geschäftsstelle von Bergisch Smart Mobility.

Die Sensoren erkennen alle Objekte, sind aber dennoch datenschutzkonform.

Thomas Lämmer-Gamp, Geschäftsstellenleiter von Bergisch Smart Mobility

Das Akronym Lidar setzt sich aus den englischen Begriffen Light Detection and Ranging zusammen. Es geht also um Lichterkennung und Entfernungsmessung – sowohl bei stehenden als auch bei sich bewegenden Objekten und Personen. Eine intelligente Software verarbeitet die Daten und visualisiert die Ergebnisse als 3-D-Punktewolke.

Im Vergleich zu herkömmlichen Verkehrskameras hat dieses Vorgehen einige Vorteile, ist Lämmer-Gamp überzeugt. Zum einen erfassen die Lidar-Sensoren laut seiner Aussage alle Verkehrsteilnehmer an einer Kreuzung. Also auch Fußgänger auf dem Gehweg und Radfahrer auf dem Fahrradweg. „Die Sensoren haben alles im Blick, sind aber dennoch datenschutzkonform“, erklärt Thomas Lämmer-Gamp. Zu erkennen sind in dem Programm keine Gesichter oder Kennzeichen, sondern lediglich Umrisse und Bewegungsabläufe.

Solingen: Die Ampelschaltung kann der Verkehrssituation angepasst werden

Die Technologie soll kurzfristige Reaktionen auf bestimmte Verkehrsereignisse ermöglichen. Beispielsweise sei denkbar, dass Lkw umgeleitet werden, wenn die Lidar-Sensoren ein erhöhtes Lastwagen-Aufkommen auf einer Route feststellen. Oder die Ampelschaltungen variabel an die Verkehrssituation anzupassen. Hier haben die Sensoren einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Induktionsschleifen. Die befinden sich im Asphalt, während die Lidar-Anlage ihren Platz am Ampelmast hat. Benötigt wird lediglich eine gute Internetverbindung. Das war ein Argument dafür, das System an der Hildener Straße zu testen. Dort besteht Zugang zum Glasfasernetz.

„Die Testphase dient dazu, dass die Technischen Betriebe Solingen überprüfen können, welche Daten die Lidar-Sensoren liefern und wie gut diese zu verarbeiten sind“, erklärt Thomas Lämmer-Gamp. Die Anlagen sowie die Software zum Auswerten der Daten stellt das Technologieunternehmen Liang Dao mit Hauptsitz in Peking kostenfrei zur Verfügung. Bei einer Delegationsreise nach China sei der Kontakt zustande gekommen. Die Universität Wuppertal und die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft begleiten die Testphase.

Ob sich die Lidar-Sensoren in der Verkehrssteuerung und -planung auf lange Sicht durchsetzen, vermag Thomas Lämmer-Gamp nicht zu sagen. „In diesem Bereich gibt es so viele Technologiesprünge, das Vorhersagen kaum möglich sind“, erklärt er. Vielversprechend sei der Ansatz aber allemal. Vor allem für Städte wie Solingen, deren Ampelnetz stellenweise ohnehin einer Modernisierung bedarf.

Bergisch Smart Mobility

Bergisch Smart Mobility ist Teil der Digitalen Modellregion Bergisches Städtedreieck. Das Ziel ist, ein „Reallabor“ für Mobilität zu schaffen, die auf Künstlicher Intelligenz basiert. „Die wesentlichen Ziele umfassen zukunftsfähige Lösungen als Chancen für die Region zu entwickeln, Machbarkeiten prototypisch nachzuweisen und Standards zu definieren, die auch als Blaupause für eine überregionale Umsetzbarkeit dienen können“, erklären die Verantwortlichen. Weitere Informationen gibt es hier: www.bergischsmartmobility.de

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