Gräfrather Wahrzeichen

Lichtturm: Zwangspause für Umbau genutzt

Bislang diente der Raum im Erdgeschoss als Eingangs- und Durchgangszimmer. Die neuen Fenster ermöglichen es, auch dort Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Fotos: Christian Beier
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Bislang diente der Raum im Erdgeschoss als Eingangs- und Durchgangszimmer. Die neuen Fenster ermöglichen es, auch dort Veranstaltungen stattfinden zu lassen.

Nach der coronabedingten Schließung hat das Gräfrather Wahrzeichen wieder geöffnet.

Von Manuel Böhnke

Der Lichtturm auf der ursprünglichen Architekturzeichnung.

Solingen. Es ist eines der markantesten Gebäude der Stadt: der Gräfrather Lichtturm. Normalerweise finden nahe dem höchsten Punkt Solingens Tagungen, Seminare und kulturelle Veranstaltungen statt. In den vergangenen eineinhalb Jahren beschränkte sich das Programm im Wesentlichen auf einige Trauungen. Die coronabedingte Zwangspause verstrich allerdings nicht ungenutzt. „Wir haben einen lange geplanten Umbau realisiert“, erklärt Daniel Klages. Seine Ehefrau Jule Dinnebier und er sind Inhaber und Betreiber des Wahrzeichens.

Vor fast 120 Jahren, 1904, wurde der ehemalige Wasserturm nach dem Intze-Prinzip erbaut. Bis 1983 kam das Gräfrather Trinkwasser aus dem Behälter. Nach der Stilllegung war zunächst der Abriss des marode gewordenen Bauwerks geplant. Es kam anders: Aufgrund seiner historischen Bedeutung wurde der Turm unter Denkmalschutz gestellt. Zehn Jahre blieb der ehemalige Wasserspeicher ungenutzt, ehe der Anfang dieses Jahres gestorbene Lichtplaner Johannes Dinnebier ihn für einen symbolischen Preis kaufte und vollkommen umgestaltete.

„Der Denkmalschutz wurde damals zwar aufgehoben, wir orientieren uns aber dennoch am Ursprungszustand“, betont Daniel Klages. Das unterstreicht die jüngste Veränderung. In den vergangenen zwei Monaten wurden im Erdgeschoss des Lichtturms vier Fenster – eins in jede Himmelsrichtung – eingebaut.

„Im Zuge umfangreicher Reparaturarbeiten nach dem Krieg wurden die Fenster verschlossen und waren im Ziermauerwerk der Fassade nicht mehr zu erkennen“, erklärt Daniel Klages. Eine Bombe beschädigte den damaligen Wasserturm im Zweiten Weltkrieg. Die originale Architekturzeichnung beweist jedoch, dass ursprünglich Fenster vorhanden waren. Im Inneren waren bis zuletzt zudem Überreste der ehemaligen Fensternischen erkennbar. Diese ließen eine exakte Rekonstruktion zu. Die Solinger Firma Wigger steuerte die Metallfenster in der ursprünglichen Größe bei.

„In einen kreativen Modus zu kommen, funktioniert in einer so speziellen Umgebung besonders gut.“

Daniel Klages, Inhaber und Betreiber des Lichtturms

Klages freut sich nicht nur über den „völlig neuen Raumeindruck“, der entstanden sei. Vielmehr bietet das Projekt den Betreibern neue Möglichkeiten. Bisher diente das Erdgeschoss hauptsächlich als Durchgangszimmer. Veranstaltungen fanden in der gläsernen Kuppel in mehr als 30 Metern Höhe statt. Nun steht zusätzlich der frühere Eingangsbereich zur Verfügung. „Auch die Hochzeitspaare können dort mit ihren Gästen anstoßen“, betont Klages. Seit rund zehn Jahren finden im Lichtturm Trauungen mit bis zu 30 Personen statt.

Nun soll auch darüber hinaus wieder das Leben in den Turm zurückkehren. „Nach fast zwei Jahren ohne Veranstaltungen müssen wir Gas geben“, sagt Klages. Regelmäßige Vermietungen seien wichtig für den Erhalt des Wahrzeichens. Fest steht, dass der Lichtturm in diesem Jahr für mindestens fünf Wochen in der Hand verschiedener Künstler ist. Sie quartieren sich jeweils eine Woche lang ein, um im und rund um das Gebäude zu arbeiten. „In einen kreativen Modus zu kommen, funktioniert in einem so speziellen Umfeld besonders gut“, ist Klages überzeugt. Außerdem seien öffentliche Konzerte geplant, für die allerdings noch keine Termine bekannt sind.

Fest steht dagegen, dass es in Kooperation mit dem Verein Solinger Ehrenamt für Kultur auch in diesem Jahr wieder Führungen durch den Lichtturm geben wird. Der erste Termin ist der 11. Juli (siehe unten).

www.lichtturm-solingen.de

Führungen

An den Sonntagen 11. Juli und 8. August finden jeweils um 15 und 16 Uhr kostenlose Führungen durch den Gräfrather Lichtturm statt. Anmeldung per E-Mail: info@lichtturm-solingen.de

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