Konzert

Letzte Proben sorgen für den Feinschliff

Die Holzbläser der Musikschule arbeiteten am Dienstagabend am Feinschliff für das Konzert des Jugendsinfonieorchesters – auf Abstand und nur mit einem Teil des Ensembles. Foto: Christian Beier
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Die Holzbläser der Musikschule arbeiteten am Dienstagabend am Feinschliff für das Konzert des Jugendsinfonieorchesters – auf Abstand und nur mit einem Teil des Ensembles.

Jugendsinfonieorchester und Piratenstreicher geben am Freitag das erste Konzert seit Beginn der Pandemie.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Das Konzert am kommenden Freitagabend im Theater- und Konzerthaus wird für das Jugendsinfonieorchester (JSO) der Musikschule und die Piratenstreicher ein ganz besonderes sein. Für beide Ensembles der Musikschule ist es nämlich der erste Auftritt seit Beginn der Pandemie und die Freude, sich nach den langen Monaten wieder zurück zu melden, ist groß. „Es wurde Zeit, wieder auf ein Ziel hin anvisieren zu können“, sagt Peter Wuttke, Leiter des Jugendsinfonieorchesters. „Die jungen Leute sind total glücklich und sehr motiviert, mit der Musik zu arbeiten.“

Seit März jagte eine Absage-Email die nächste: „Keine Proben, kein Sommerkonzert, keine Konzertreise“, zählt Wuttke auf. Dass das Ensemble im Mai überraschend im Nachrückverfahren den Zuschlag bekommen hatte, beim Bundeswettbewerb der Jugendsinfonieorchester mitzumachen, war im Lockdown zudem auch untergegangen. „Der musste ja sowieso ausfallen und war dann gefühlt irgendwie egal geworden“, sagt Birgit Walter, die Leiterin der Musikschule.

Auch sie freut sich, dass am 9. Oktober nun endlich wieder öffentlich konzertiert werden kann. Orchester-Leiter Peter Wuttke habe aus der „Corona-Not“ eine echte Tugend gemacht, berichtet sie. „Da ist was richtig Schönes entstanden.“ Werke von Edward Elgar, Arenski, Raff und Susato werden zu Gehör gebracht, alle jeweils ein musikalisches Kleinod.

„Derzeit muss jeder so präzise sein wie ein Solist.“
Peter Wuttke, Leiter des Jugendsinfonieorchesters

Weil aufgrund des Abstandsgebotes nicht das gesamte Orchester gleichzeitig proben durfte – und nach wie vor nicht darf –, habe man das Jugendsinfonieorchester in vier Ensembles aufgeteilt. Holzbläser, Blechbläser, Streicher und Schlagwerk probten jeweils für sich. Eine logistische Herausforderung, was Orte und Uhrzeiten anging.

Es sei so mancher Sonntag eingesetzt worden, lobt Wuttke. „Anders hätten wir das mit dem Abstand nicht lösen könne.“ Dankbar ist er dem Team der Kulturstätte Cobra, die zusätzlichen Raum zur Verfügung gestellt hat. „Mit den Ressourcen des Standorts Florastraße wären wir nicht hingekommen.“

Das Konzert am Freitag wird ein hohes Niveau haben

Mit Blick auf die nun beginnende kalte Jahreszeit springt künftig die Stadtkirche ein, mit ihrem Kirchenraum und Bürgersaal. „Unser großer Saal in der Musikschule ist nicht heizbar, da kann man keine zwei Stunden am Stück sitzen, wenn es draußen friert“, sagt Birgit Walter.

Das Mitspielen in kleinen Kammerensembles sei für jeden einzelnen der jungen Musiker deutlich anspruchsvoller geworden als im großen Orchester mitzuwirken, berichtet Wuttke. „In einem großen Klangkörper kommt es längst nicht so ultimativ auf das einzelne Instrument an wie bei einer kleinen Besetzung. Derzeit muss jeder so präzise sein wie ein Solist, man hört Fehler sehr unbarmherzig.“ Gerade das sei aber eine „großartige Erfahrung“ und hätte den Jugendlichen auf ihrem Weg mit ihrem Instrument viel gebracht.

Das Konzert am kommenden Freitag habe also ein hohes Niveau, ein Besuch lohne sich garantiert. Gemeinsam mit dem Nachwuchs-Ensemble, den „Piratenstreichern“ unter der Leitung von Katrin Geelv-nik freut sich das JSO auf ein möglichst großes Auditorium.

Am letzten Dienstagabend ging es bei den einzelnen Ensemble-Proben um den nötigen Feinschliff. Hier ein bisschen genauer die Tempi zählen, dort ein bisschen besser aufeinander hören – ansonsten waren Peter Wuttke und Katrin Geelvnik zufrieden. Intensiv und konzentriert waren zunächst die Holzbläser dabei, sich final vorzubereiten.

Freie Plätze

Von den 289 zu vergebenen Plätzen im großen Konzertsaal sind noch knapp vierzig zu haben. Wer Interesse hat, kann per Mail nach einer Reservierung fragen:

Musikschule@solingen.de

Auf einem Formular müssen dann die üblichen Kontaktdaten hinterlegt werden, um eine schnelle Rückverfolgung von Infektionsketten durch das Gesundheitsamt zu ermöglichen.

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