Konzert mit Lesung und Vernissage

Kultur bringt Licht ins Dunkel der Welt

Almuth Wiesemann, Ira Goyne, Viola Fey, Ecki Schwandke und Rayle Bligh (v. l.) fanden in der Ballettschule im Hof zusammen – und dabei die richtige Mischung von Lesung und Musik, um die Kultur zu feiern. Foto: Rouven Böttner
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Almuth Wiesemann, Ira Goyne, Viola Fey, Ecki Schwandke und Rayle Bligh (v. l.) fanden in der Ballettschule im Hof zusammen – und dabei die richtige Mischung von Lesung und Musik, um die Kultur zu feiern.

Begleitet von Musikern der Bergischen Symphoniker trug Ira Goyne ihre Utopie „Vom Verschwinden“ vor.

Von Susann Jörges

Solingen. Wie wäre es gewesen, wenn in der Pandemie nur Kultureinrichtungen geöffnet gewesen wären? „Vom Verschwinden“ lautet der Titel des Textes, den Ira Goyne dazu im Analogen Raum für Kunst, Kultur, Kommunikation und Klima anlässlich eines Konzerts mit Lesung und Vernissage vortrug. Auf der Beethovenstraße wurde die Inhaberin der gastgebenden Ballettschule im Hof dabei von Violinen und einem Kontrabass begleitet.

Als Kultureinrichtungen für mehr als sieben Monate schließen mussten und es in Konzerthäusern, Museen und Tanzsälen gespenstig still wurde, sei ihr bewusst geworden, wie dunkel und bedeutungslos die Welt ohne den Ideenreichtum von Kultur sei: „Wenn Normalität herrscht, denkt man selten an die Krise. Während der Pandemie habe ich meinen Gedanken freien Lauf gelassen und die Vorstellung einer Gesellschaft, in der Kunst und Kultur an erster Stelle stehen, weitergedacht“, erklärt Goyne die Entstehung ihrer Utopie.

Diese lautet in etwa so: Die ganze Welt steht wegen eines Virus still. Endlich sinken die Fallzahlen, doch nicht Industrieproduktion und der weltweite Handel werden zuerst hochgefahren, sondern Theater, Konzerthäuser, Museen und Galerien öffnen ihre Türen. Menschen strömen in Kultureinrichtungen, diskutieren, denken nach, schließen Freundschaften. Prioritäten verschieben sich, statt Wirtschaftswachstum um jeden Preis stehen Umweltschutz, Menschenrechte und Wohlergehen der Bevölkerung an erster Stelle.

Musiker spielen bekannte Stücke und lockern das Publikum auf

„Vom Verschwinden“ stellt grundlegende Fragen des Lebens: Was braucht eine Gesellschaft, um glücklich und gesund zu sein? Was ist tatsächlich lebenswichtig, wie viel Konsum braucht der Mensch? Finale Antworten auf große Fragen wie diese hat auch Goyne nicht. Mit ihrem Text schaffte sie es allerdings, neue Gedankenwelten zu eröffnen und Gegebenes zu hinterfragen.

Begleitet wurde die studierte Tänzerin und Choreographin von drei Streichern der Bergischen Symphoniker, die zwischen den Erzählpassagen bekannte Stücke aus Barock und Romantik spielten. Ecki Schwandke lockerte das Publikum mit schwedischem Folk auf – schon im vergangenen Jahr hatte Goyne mit Musikern der Symphoniker kooperiert.

Wie es sich anfühlt, wenn Theaterhäuser und Konzertbühnen geschlossen sind, haben auch die Geigerinnen der Bergischen Symphoniker, Almut Wiesemann und Viola Fey, und der Kontrabassist Rayle Bligh erfahren. Während des Lockdowns hatten sie kleine Konzerte etwa für Altenheimbewohner gespielt, um Musik unter Menschen zu bringen.

Nach der Lesung konnten sich die Gäste thematische Fotografien des Solinger Künstlers Giosue Cassata anschauen. Auch hier stand das Verschwinden im Vordergrund: Pulsierende Industriegebiete verwandeln sich im Zuge der Energiewende in brachliegende Areale, weichen Windanlagen und Grünflächen.

Wer am Wochenende Kultur erleben wollte, konnte das bei der Veranstaltung „Spot-on-Kultur.

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