Reaktion

Leser kritisieren wild geparkte E-Scooter im Stadtgebiet

Schon oft hätten sich gefährliche Situationen ergeben.

Von Kristin Dowe

Solingen. ST-Leser, die dem Aufruf des Tageblatts gefolgt waren, ihre Beobachtungen und persönliche Meinung zur Einführung der E-Scooter in der Klingenstadt mitzuteilen, stehen dem aktuellen Nutzungskonzept überwiegend kritisch gegenüber. Viele Solinger schickten der Redaktion Fotos von wild abgestellten Fahrzeugen, die Gehwege oder Einfahrten versperrten und schilderten ihre Sicherheitsbedenken.

Mit gemischten Gefühlen blickt etwa Jörg Dahlmann auf die Entwicklung: „Einerseits finde ich E-Mobilität in all ihren Facetten sehr interessant. Aber ausgerechnet diese E-Scooter finde ich verzichtbar, da die meisten Kunden, die man auf diesen Scootern sieht, zwei gesunde Beine haben und die letzten 100 Meter von der Haltestelle ins Büro auch gut laufen könnten.“ Für gebrechliche Menschen käme diese Transportmöglichkeit ohnehin kaum infrage. Zudem beobachte er vor allem bei Jugendlichen waghalsige Fahrmanöver, die oft auch zu zweit auf einem Roller unterwegs seien. „Ich frage mich, wie es im Falle eines Unfalls mit der Haftung aussieht.“

Eine gefährliche Situation beschreibt auch Birgit Greiner, die das Konzept zwar nicht vollständig ablehnt, aber vor allem die falsche Handhabung der E-Scooter mancher Solinger kritisiert. „Ich stand auf der Aufderhöher Straße in einer Autoschlange vor der Ampel. Auf dem Gehweg fuhr ein Erwachsener mit einem Kind vor sich auf dem Roller auf dem Gehweg. Das Kind trug einen Helm. Aber besorgniserregend fand ich das Tempo, mit dem vermutlich der Vater über den Gehweg fast schon raste“, erinnert sich die Leserin – sie bezweifle, dass ein Rollerfahrer rechtzeitig bremsen kann, wenn jemand aus einem Haus oder Geschäft auf den Bürgersteig tritt. Tatsächlich dürfen Gehwege nicht mit E-Scootern befahren werden – erlaubt sind nur Radwege und Radfahrstreifen. Nur wenn diese fehlen, dürfen Nutzer auf die Straße ausweichen.

„Eine Zigarettenkippe darf ich nicht wegwerfen – den Roller schon.“

ST-Leser Jürgen Zahrt

Auch nebeneinander dürfen E-Scooter eigentlich nicht fahren – eine weitere Regel, die laut ST-Leser Rainer Windgassen häufig missachtet wird: „Ich bin heute Morgen über die Trasse vom Frankfurter Damm bis zum Südbahnhof mit dem Fahrrad gefahren – allein auf diesem kurzen Teilstück lagen 17 Elektroroller im Gebüsch oder standen mitten auf der Trasse abgestellt“, ärgert er sich. „Gestern Nachmittag bei schönem Wetter war das Nutzen der Trasse fast nicht mehr möglich, weil Gruppen von bis zu 15 Jugendlichen mit den Rollern die Trassen entlangfuhren, mit bis zu drei Fahrern nebeneinander.“ Ein ähnliches Bild beschreibt Jürgen Zahrt: „Es sieht wirklich schrecklich aus, wenn überall diese Roller herumliegen. Eine Zigarettenkippe darf ich nicht wegwerfen – den Roller schon.“

Ins gleiche Horn stößt Simon Wurtscheidt mit seiner Kritik: „Auch wir in Höhscheid und Widdert leiden schon nach den ersten Stunden unter dem Elektroschrott. Hier werden die Roller mitten auf dem Bürgersteig abgestellt, so dass man auch mit einem Kinderwagen nur noch über die Straße ausweichen kann. Oder er wird einfach vor einer Einfahrt abgestellt.“ Entweder stellten die Nutzer der E-Scooter das Gefährt zu weit von der Straße entfernt auf den Grünstreifen oder parkten es mitten auf der Straße. Zwar befürworte er die Idee insgesamt, plädiert aber für feste Stellplätze für die E-Scooter. Dabei ist es fester Bestandteil des Geschäftsmodells der Anbieter, dass Nutzer einen Roller quasi vor der Haustür abstellen können und ihn nicht zur Station bringen müssen. Auch würden die Roller eher von Kindern und Jugendlichen als Freizeitspaß genutzt, so der Tenor bei den Lesern.

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