Kundenansturm

Lebensmittelhandel erwartet heiße Ostern

Auf den Wochenmärkten wird es vor Ostern voll. Doch die Corona-Regeln haben sich dort längst eingespielt. Marktbesucher und -beschicker sind diszipliniert. Foto: Christian Beier
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Auf den Wochenmärkten wird es vor Ostern voll. Doch die Corona-Regeln haben sich dort längst eingespielt. Marktbesucher und -beschicker sind diszipliniert.

Super- und Wochenmärkte sehen sich für den Kundenansturm gewappnet.

Von Timo Lemmer

Solingen. Nach kurzer Aufregung war die Idee der Osterruhe mit geschlossenen Geschäften am Gründonnerstag vergangene Woche binnen anderthalb Tagen wieder gekippt. Das Zurückrudern der Bundesregierung erleichtert die Händler der Klingenstadt – denn sie wissen, dass die Ostertage zu den kundenstärksten überhaupt gehören.

Marcel Pauli von Edeka Pauli im Hofgarten sagt gar: „Wir haben die ursprüngliche Regelung mit Verwunderung aufgenommen und die Logik gesucht. Denn letztes Jahr hieß es noch, der Lebensmitteleinzelhandel solle auch an Feier- und Sonntagen öffnen, um den Kundenstrom zu entzerren. Bei uns und vielen anderen ist es im Regelfall so, dass der Karsamstag noch vor den Weihnachtstagen der umsatzstärkste Tag des Jahres ist.“ Dass die Kunden sich nun auf mehrere Tage verteilen können, weil Gründonnerstag eben doch geöffnet werden darf, sorgt daher für Erleichterung.

Denn nicht nur im Hofgarten erwartet man heiße Ostertage, wie Lebensmittelhändler gegenüber dem ST äußerten. Höhere Umsätze als ohnehin schon zu Ostern werden nicht zuletzt deshalb erwartet, weil Restaurants und Gaststätten weiterhin geschlossen sind. Und es sich die Kunden aus Erfahrung dann „umso schöner zu Hause machen wollen“, wie Marcel Pauli berichtet.

Große Bedeutung kommt traditionell besonders zu Feiertagen auch den Wochenmärkten mit vielen frischen Produkten von regionalen Händlern zu: Sie sollen das Festtagsessen veredeln. Für die Solinger Wochenmärkte UG hat Franz-Josef Padberg gute Nachrichten zum Start der Karwoche, in der es an Karfreitag freilich keinen Markt in Wald geben wird: „Dafür wird der Markt in Wald, der sonst mittwochs recht klein ist, am Mittwoch vor Ostern von fast allen Marktbeschickern angefahren.“

Warteschlangen werden nicht vermeidbar sein.

Marcel Pauli, Edeka

Neben dem vergrößerten Mittwochs-Markt in Wald locken rund ums Osterfest die Wochenmärkte in Mitte an Gründonnerstag und Karsamstag sowie in Ohligs an Karsamstag. An beiden Standorten ist zudem – wie gewöhnlich – dienstags Markttag. Padberg rechnet für die Wochenmärkte mit viel Andrang: „Zur Vorbereitung auf den Ansturm nehmen viele Händler bereits in den Tagen zuvor Vorbestellungen entgegen, so dass die Kunden ihre Waren nur abholen müssen. Erfahrungsgemäß sind die Tage vor Ostern sehr umsatzstark. Deshalb kaufen die Händler in der Regel deutlich mehr Ware auf den Großmärkten ein und haben teilweise zusätzliches Personal an den Ständen.“ Um dem Zulauf zu entgehen, seien viele Kunden bereits ab 6 Uhr auf den Beinen. Padberg ist froh, dass sich die Corona-Regeln längst eingespielt haben. Auf den Wochenmärkten hätten sich die großen Freiflächen bewährt.

Auf genügend Raum in ihren Gängen verweisen auch die großen Lebensmittelmärkte in Solingen. Kaufland-Sprecherin Alisa Götzinger erklärt: „Aufgrund unserer großen Verkaufsflächen sowie den breiten Gängen können wir die geforderte Kundenanzahl sowie die Mindestabstände in der Regel gut einhalten.“ Trotzdem sei es wünschenswert, wenn haltbare Lebensmittel schon frühzeitig vor Ostern gekauft würden. Und Aldi-Sprecher Christian Salmen bittet gegenüber dem ST: „Für einen möglichst schnellen und unkomplizierten Einkauf bitten wir unsere Kundinnen und Kunden jedoch, alle verfügbaren Tage der Woche sowie die gesamten Öffnungszeiten für ihre Einkäufe zu nutzen.“

In diese Kerbe schlägt auch Pauli, der Bestellungen an den Frischetheken empfiehlt, und: „Warteschlangen werden nicht vermeidbar sein, aber gerade zwischen 10 und 13 Uhr ist es extrem voll.“ Bereits gegen 8 oder aber erst um 15 Uhr zu kommen, sei ratsam. Überfüllt sei der Edeka in Mitte indes ohnehin nie: Bei 2250 Quadratmetern Verkaufsfläche ist er auf 161 Kunden begrenzt.

Und die Kunden sind inzwischen zumeist diszipliniert, heißt es. Padberg berichtet: „Die Marktbesucher sind sehr diszipliniert.“ Das gelte auch für die Marktbeschicker, was sich in Summe bezahlt mache: „Wir dürfen mit Recht stolz darauf sein, dass wir in den letzten zwölf Monaten nicht eine Corona-Erkrankung hatten.“

Entzerrung

Nicht nur bei den Wochenmarkt-Händlern sind Vorbestellungen möglich. Das Angebot bieten auch die Frischetheken vieler Supermärkte an. Auch andere Services dienen der Entzerrung: Die Supermarkt-Kette Rewe setzt beispielsweise auf einen Abholservice, der in Solinger unter anderem in den Filialen an der Unnersberger Allee und der Düsseldorfer Straße nutzbar ist.

Ab dem 29. März gelten veränderte Regeln beim Einkaufen (nicht für Einkäufe des täglichen Bedarfs). Hier finden Sie die wichtigsten Corona-Regeln für Solingen im Überblick.

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