Osterwochenende

Händlern von Lebensmitteln bleibt das große Chaos erspart

Die Kundenfrequenz verteilte sich auf Gründonnerstag und Karsamstag. Am Samstag hielten sich die Schlangen deshalb in Grenzen.
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Die Kundenfrequenz verteilte sich auf Gründonnerstag und Karsamstag. Am Samstag hielten sich die Schlangen deshalb in Grenzen.

Karsamstag gehört zu den umsatzstärksten Tagen im Jahr – das ST war dabei.

Von Timo Lemmer

Solingen. Der kleine Zeiger der Uhr hat am Morgen des Karsamstags noch nicht die Acht erreicht. Über Wald liegt Beschaulichkeit und Ruhe. Vor dem Edeka auf der Friedrich-Ebert-Straße gibt es zu dieser Zeit noch keine Einlass-Schlange, und auch der Netto-Markt unweit des Rundlings strahlt Gelassenheit aus. Drinnen schafft eine routinierte Kassiererin die Frühaufsteher noch problemlos allein. „Wenn das alle so machen würden“, schwärmt die Mitarbeiterin, als ihr jemand passend abgezählte 2,34 Euro gibt. „Frohe Ostern“, ruft sie noch – derart ruhige Minuten wird es in den folgenden Stunden kaum geben. Aber: Der ganz große Ansturm bleibt aus.

Schlangen hielten sich auch im Edeka-Markt von Thomas Pauli in Grenzen.

Zwar ändert die Ruhe am frühen Samstag in Wald nichts daran, dass es im Laufe des Karsamstags bei vielen Lebensmittelhändlern sowie auf den beiden Wochenmärkten in Ohligs und Mitte in Spitzen noch rappelvoll werden wird. Der oftmals umsatzstärkste Tag des Jahres hat auch diesmal viele Kunden auf die Beine gebracht. Aber: Das teilweise befürchtete Chaos gab es nicht, wie Händler bestätigten. Dafür sprechen sie von einem teils übervollen Gründonnerstag.

Vor dem Karsamstag hatte es auch deshalb kurzzeitig Sorge gegeben, weil ursprünglich am Gründonnerstag geschlossen bleiben sollte. Dass diese „halbe Osterruhe“ entfiel, bewerteten die Solinger Lebensmittelhändler als positiv. „Alles andere hätte zum Chaos geführt“, ist sich Kerstin Heinemann-Wodarz sicher, die den Edeka an der Friedrich-Ebert-Straße sowie einen Getränkemarkt am Elisabethweg betreibt. Man merke, dass über Ostern mehr gekauft werde als in anderen Jahren: „Viele sind nicht im Urlaub und kochen selbst. Man merkt aber auch, dass viele Menschen die lokale Gastronomie unterstützen, was super ist.“

Der Ohligser Markt: gut besucht, aber nicht zu voll.

Sie lobt, dass die Kunden auch rund um die Feiertage einmal mehr sehr diszipliniert gewesen seien. Außerdem sei die Verweildauer der meisten Einkäufer kurz gewesen: Haltbare Lebensmittel wurden wohl schon vorher gekauft – und dann oft nur noch frische Waren wie Fleisch abgeholt.

Solingen: Vorbestellungen entzerren die Situation am Karsamstag

Nun hat am Karsamstag gegen 9.20 Uhr auch Isabel Rehmann Zeit für einen kurzen Plausch. Das hat mehrere Gründe, wie sie erklärt. Mit ihren Kollegen vom Wünnerhof und Gut Marienhof verkauft sie auf dem Ohligser Markt Gemüse & Co. in Bio-Qualität. Die vielen Vorbesteller, deren Ware bereits im Vorfeld abgepackt werden konnte, sorgten für reibungslose Abläufe. Außerdem verrät Rehmann mit Blick auf die Uhr, dass es rund eine Stunde vorher an einigen Ständen durchaus längere Schlangen gab: „Die Frühaufsteher sind jetzt aber gerade durch. Jetzt gleich, meistens so ab 9.30 Uhr, kommen dann die, die später aus dem Bett gefallen sind.“

Richtig voll wird es auf den beiden Wochenmärkten später nicht mehr. Franz-Josef Padberg von der Betreiber-Gesellschaft erklärt: „Der Ansturm hat sich gut verteilt.“ Einerseits am Samstag selbst: „Da kamen die ersten Kunden bereits um 5.40 Uhr.“ Auch am Donnerstag seien ab kurz nach 6 Uhr die ersten Kunden gekommen. Auch dadurch habe sich der Ansturm verteilt.

Auf dem Ohligser Markt, wo unter anderem Bettina Wamseler (links) und Isabel Rehmann verkauften.

Die Osterbilanz auf den Wochenmärkten: „Am Karsamstag hatten die Händler schon deutlich mehr Umsatz als an normalen Samstagen. Alles hat sich aber gut verteilt. Der stärkste Tag war sicherlich der Donnerstag.“ Da seien die Schlangen teilweise „doch sehr lang“ gewesen. Gegen 10 Uhr ist das am Karsamstag auch in Mitte zu beobachten: Der Markt ist zwar ordentlich besucht, es gibt kleinere Schlangen – aber alles im bekannten Rahmen. Identisches Bild kurz zuvor auch in Aufderhöhe bei den drei großen Supermärkten vor Ort: Die Parkplätze auf der Lebensmittel-Meile Friedenstraße sind ziemlich voll, Schlange stehen muss trotz streng kontrollierter Begrenzung aber niemand. Auch vor dem Edeka im Hofgarten ist es halbwegs ruhig. Hier stehen Absperrbänder bereit. Aber nicht, weil sie später noch zum Einsatz beim Einlass kommen müssen – die einzigen Schlangen gab es auch hier am Karsamstag gegen acht Uhr.

Einkaufen vor Ostern

Ärger: Dass sich der Andrang über mehrere Tage verteilte, sorgte bei den Beschäftigten für etwas Entlastung. Teilweise seien sie aber an ihre Grenzen gelangt, berichtete Kassiererin Monika Michl dem ST. „Leider bin ich unter 60 und somit in der Impfreihenfolge noch lange nicht vorgesehen. Wir im Lebensmitteleinzelhandel werden im Zusammenhang mit der Pandemie nicht mehr erwähnt.“

Schlangen: Sowohl in Mitte (Turm-Apotheke) als auch in Wald (Stadtsaal) waren am Karsamstag vor Testzentren Schlangen zu sehen.

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