Sichere Rückkehr für Mitarbeiter

Lebenshilfe-Werkstatt bereitet Öffnung vor

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Alexandra Kappes näht Masken für die Rückkehr der Mitarbeiter, Kollege Andreas Groß probiert sie schon mal an.

Die Einrichtung am Südpark erarbeitet Strategien für die sichere Rückkehr ihrer rund 120 Mitarbeiter.

Von Stephanie Licciradi

Solingen. Wo sonst Kabel montiert, emsig geschraubt und Gespräche von Tisch zu Tisch geführt werden, herrscht Stille. In der 70 Quadratmeter großen Kabelkonfektion und Elektromontage der Werkstatt am Südpark der Lebenshilfe Solingen sitzen an diesem Vormittag zwei Mitarbeiter an den Arbeitstischen. Ralf Hoffmann und Steffen Kühl sehen sich lediglich durch eine mit Plastikfolie bezogene Konstruktion.

Das Betretungsverbot der Werkstätten für Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung hat die Einrichtung am Südpark hart getroffen. Kühl und Hoffmann sind sonst in der Elektromontage für knapp 20 Mitarbeiter zuständig, nun stemmen sie mit dem Standortleiter der Werkstatt am Südpark, Andreas Groß, die Produktion weitestgehend selbst. „Der persönliche Kontakt zu den Rehabilitanten fehlt schon“, so Steffen Kühl.

„Unsere Produktion sollte nicht ins Stocken kommen“
Andreas Groß, Standortleiter

Wie es am Tag X, wenn die Beschränkungen des Betretungsverbotes aufgehoben werden, für die rund 120 Mitarbeitenden am Südpark weitergeht, ist noch offen. Dr. Stephanie Weber vom Vorstand der Lebenshilfe Solingen hofft, dass die geplanten Vorbereitungsmaßnahmen, um die Beschäftigten schnell und unter Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen wieder in Beschäftigung zu nehmen, ausreichen.

„Gemeinsam mit den Werkstätten werden umfassende Exitstrategien entwickelt. Hierzu werden beispielsweise benachbarte Arbeitsplätze im Arbeitsbereich der Elektromontage mit Folien voneinander getrennt,“ erklärt Andreas Groß. Auch im Eingangsbereich des Gebäudes in der Alexander-Coppel-Straße ist eine Konstruktion aus Acrylgals montiert. Groß weiter: „Wir haben überlegt, wie es hier weitergeht, wenn das Personal die Arbeit wieder aufnehmen darf.“

Die Produktion müsse weiterlaufen, Kundenaufträge erfüllt werden, ist Standortleiter Groß überzeugt. „Daher sollte unsere Produktion nicht ins Stocken kommen.“ Zudem verstehe sich die Werkstatt als „Betrieb mit sozialem Hintergrund und das Medium Arbeit als Fördermittel“.

In allen sechs Bereichen am Südpark steht das Arbeitsleben still. Im ersten Stock läuft die Herstellung von Stoffmasken auf Hochtouren, eine weitere Schutzmaßnahme für die Rückkehrer. Etwa 30 bis 40 Stück schafft das Hauswirtschaftsteam um Lebenshilfe-Mitarbeiterin Alexandra Kappes pro Tag. Das Material hat die Nähwerkstatt gespendet bekommen. Aus den Rollen Baumwollstoff fertigt Kappes die Schutzmasken, die an die Mitarbeiter verteilt werden.

Auch in ihrem Bereich sind erste Schutzvorkehrungen getroffen. Dr. Stephanie Weber vom Vorstand: „Unser Lebenshilfe-Personal übernimmt zurzeit nicht nur Produktionsarbeiten, sondern sorgt auch dafür, dass unsere Mitarbeiter außerhalb der Werkstätten am Arbeitsleben weiterhin teilnehmen können.“

Die Angebote umfassen hauptsächlich den Bereich der Berufsbildung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Damit dies möglich ist, war eine „digitale Lösung“ gefragt, erklärt Standortleiter Andreas Groß. Mathematik, Deutsch- und Sachkundeaufgaben werden per E-Mail weitergeleitet, damit eine gewisse Tagesstruktur erhalten bleibe, ergänzt er. Fragen werden am Telefon beantwortet.

„Ein täglicher Austausch ist wichtig, um abzustimmen, welche Aufgaben erledigt werden müssen und damit es weitergeht.“ Die Mitarbeiter in der Alexander-Coppel-Straße sind und bleiben optimistisch: „Wir freuen uns auf jeden Fall auf den Zeitpunkt, wenn es wieder richtig losgeht“, betonte Andreas Groß.

Verbote

Das Betretungsverbot von Werkstätten für Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung wurde vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Rahmen der Schutzverordnungen vor Infizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zuletzt bis Sonntag, 3. Mai, verlängert.

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