Mein Leben als Papa

Warum Hannes im Moment am liebsten aufs Wochenende verzichten würde

Bei Nachmittagsangeboten taucht der Name Hannes neuerdings regelmäßig auf. Foto: lf
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Bei Nachmittagsangeboten taucht der Name Hannes neuerdings regelmäßig auf.

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Spätestens ab Donnerstag steigt bei mir die Vorfreude aufs Wochenende und ich stimme auch Hannes und Michel gerne darauf ein. „Hoch die Hände. . .“, rufe ich. „. . .Wochenende!“, antworten die Jungs. „Diesmal haben wir alle sogar drei Tage frei“, teilte ich ihnen überschwänglich mit. Michel freute sich, bei Hannes war von Euphorie nichts zu spüren. Im Gegenteil: „Dann kann ich ja drei Tage nicht in den Kindergarten“, stellte er enttäuscht fest.

Seit Hannes Vorschulkind ist, hat sich etwas verändert. Er kann gar nicht genug Zeit im Kindergarten verbringen. Das zeigt sich schon beim Abholen: Unterbrach er früher sofort jedes Spiel und rannte los, wenn er seine Mama oder seinen Papa erspähte, tut er jetzt manchmal so, als sähe er uns nicht.

Richtig sauer wurde er neulich, als ich nachmittags beim Stand von 6:8 mitten in ein Fußballspiel hineinplatzte. Erst als Hannes das 9:9 erzielte und ich mir erlaubte, die Partie abzupfeifen, ließ er sich überreden, mit mir nach Hause zu fahren. Mit einer klaren Ansage im Auto: „Ich möchte nicht mehr so früh abgeholt werden.“

„Mein Leben als Papa“ gibt es als Buch für 12,90 Euro in den ST-Geschäftsstellen, im Buchhandel und im Internet: bergisch-bestes.de

Ein Grund dafür, dass Hannes im Moment jede Minute im Kindergarten genießt, ist der neue Erzieher im Anerkennungsjahr. 20 Jahre alt und die perfekte Ergänzung zu all den Erzieherinnen.
„Mein Leben als Papa“ gibt es nun auch als Buch.

Es ist schon viel darüber geschrieben worden, dass männliche Erzieher wichtig für die Identitätsentwicklung und die Rollenfindung von Kindern sind. Bei Hannes klingt das so: „Der ist cool.“ Er mag es, dass der Erzieher mit dem Motorrad zum Kindergarten kommt, dass er Wettbewerbe organisiert und beim Fußballspielen den Torwart und Stadionsprecher gibt.

Kein Wunder, dass mich Hannes beim Abendessen nicht mehr mit Papa, sondern mit dem Namen des Erziehers anspricht. Michel wird dafür häufiger zu Julian, Hannes’ bestem Kumpel im Kindergarten, mit dem er mittlerweile an fast allen Angeboten teilnimmt.

Bis vor kurzem interessierte sich Hannes nur dafür, was es mittags zu essen gab, heute möchte er wissen, wie das Nachmittagsprogramm aussieht. Kartoffeldruck? „Trag mich bitte ein, Papa!“ Drachen basteln? „Trag mich ein!“ Herbstgeschichten vorlesen? „Bitte eintragen!“ Und das alles neben der Vorschule am Mittwoch und dem Englisch-Kurs am Donnerstag mit Frau Günther, die Hannes morgens schon mit einem „I love you, Miss Günther“, begrüßt.

Hannes’ Hirn kann im Moment gar nicht genug Futter bekommen. Das eine Jahr, das er länger im Kindergarten verbringen darf, weil er kurz nach dem Stichtag geboren wurde, ist kein verlorenes Jahr.

Ein bisschen Schule durften wir in dieser Woche schon einmal spielen. Nach längerer Pause geht es für Hannes mittwochs mit dem Kindergarten wieder in die Turnhalle. Treffen um 8.15 Uhr – eine eigentlich unmenschliche Zeit für Langschläfer Hannes und unsere auf 9 Uhr eingespielten Abläufe am Morgen. Aber Hannes überraschte uns mal wieder. „Ich bin bereit“, stieg er um 7.30 Uhr gut gelaunt aus dem Bett. Stress? Gab es nicht.

Hoffentlich bleibt auch das Wochenende stressfrei. Ich jedenfalls freue mich drauf.
Alle Folgen von „Mein Leben als Papa“ finden Sie hier.

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