Landtagswahl NRW

Politiker in Solingen fordern Hilfe gegen Inflation

Die Podiumsdiskussion begann mit einer Schnellfragerunde. Die Kandidaten sollten statt einer Antwort aufstehen („Ja“) oder sitzenbleiben („Nein“).
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Die Podiumsdiskussion begann mit einer Schnellfragerunde. Die Kandidaten sollten statt einer Antwort aufstehen („Ja“) oder sitzenbleiben („Nein“).

Kandidaten für die Landtagswahl stellten sich den Fragen des Jugendstadtrats.

Von Andreas Römer

Solingen. Der Klimawandel und die Flutkatastrophe, die sozialen und kulturellen Folgen der Corona-Pandemie oder die Überschuldung der Kommunen: Das waren nur einige Themen bei einer Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten im Theater und Konzerthaus.

Auf dem Podium stellten sich den Fragen des Nachwuchses: Sebastian Haug (CDU), Marina Dobbert (SPD), Silvia Vaeckenstedt (Grüne), Frederick Kühne (AfD) sowie Jules El-Khatib (Linke). Da im Wahlkreis Solingen I kein Direktkandidat für die Linke antritt, hatte man den NRW-Spitzenkandidaten der Partei eingeladen. Nina Brattig (FDP) musste absagen.

Alles zur Landtagswahl 2022 in Solingen

Ebenfalls abgesagt hatten zwei Klassen, so dass die Zahl der jungen Menschen etwas hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückblieb. Rund 100 Schülerinnen und Schüler hatten den Weg in den großen Saal gefunden. Sie erlebten eine lebendige Diskussion, wofür vor allem Tabitha Brandt und Karsten Römling vom Jugendstadtrat verantwortlich waren. Als Moderatoren konfrontierten sie die Politikerinnen und Politiker mit Zitaten aus den Wahlprogrammen und forderten immer wieder Klarstellungen, was man sich konkret darunter vorzustellen habe.

Sind Sie für das Wahlrecht mit 16?

Frage der Moderatoren aus der Schnellfragerunde

Gleich zu Beginn brachten die beiden Bewegung in die Kandidaten: Statt ausführlicher Antworten sollten diese durch Aufstehen oder Sitzenbleiben ihre Zustimmung oder Ablehnung zu Fragen ausdrücken wie „Sind sie heute mit dem ÖPNV angereist?“, „Sind Sie für das Wahlrecht mit 16?“ oder „Schafft es NRW bis 2040 klimaneutral zu sein?“

Der lebendige Auftakt setzte sich in der folgenden Diskussion fort. Die Landtagskandidaten antworteten nicht nur auf die Fragen der Moderatoren, sie ließen auch die Antworten der anderen nicht einfach so stehen. Während die Grünen NRW bis 2035 klimaneutral machen wollen, wie Silvia Vaeckenstedt betonte, hält die CDU am Ziel fest, das im Jahr 2045 zu schaffen, so Sebastian Haug. Marina Dobbert will mit der SPD die 1000-Meter-Regel kippen – so weit müssen Windräder derzeit Abstand zu Wohnbebauung haben.

Diese Regel ist auch dem Linken Jules El-Khatib unverständlich, dürfe man doch 500 Meter neben einer Müllverbrennung wohnen, aber nicht 500 Meter neben einem Windrad. Frederick Kühne hatte so seine Zweifel, ob man das bis 2040 schaffen könne. Oberstes Ziel sei für ihn und die AfD, dass das alles bezahlbar bleibe.

Staatliche Eingriffe und Hilfen bei den aktuell explodierenden Preisen forderten alle Parteien. „Wir sollten über eine zeitlich begrenzte Absenkung der Energiesteuern nachdenken“, sagte Sebastian Haug. Es müsse für alle möglich sein, jeden Tag zur Arbeit zu pendeln. Man müsse Anreize zum Energiesparen für alle schaffen, meinte Marina Dobbert. Und was den Öffentlichen Nahverkehr angehe, sollten Strecken wiederbelebt sowie kostenfreie Schüler- und Azubi-Tickets aufgelegt werden. Silvia Vaeckenstedt erklärte, man müsse die einzelnen Verkehrsmittel noch viel besser vernetzen, um den Nutzen für die Menschen zu erhöhen. Die Linken plädierten für eine Sondersteuer – zum Beispiel für Mineralölkonzerne.

Zu guter Letzt durfte auch das Publikum Fragen stellen. Da wurde die AfD nach ihrer Forderung für ein Kopftuchverbot gefragt – die Partei wird vom Verfassungsschutz als „rechtsextremistischer Verdachtsfall“ beobachtet. Die Jugend interessierte aber auch, wie es mit der Inklusion weitergeht und ob die Politiker glaubten, Deutschland tue genug für die Ukraine.

Landtagswahl 2022 in Solingen: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis 34

Veranstalter und Moderatoren

Der Jugendstadtrat hatte gemeinsam mit dem Ring Politischer Jugend und mit Unterstützung der Jugendförderung und des Kommunalen Integrationszentrums die Diskussion auf die Beine gestellt. Tabitha Brandt und Karsten Römling hatten sich durch die Wahlprogramme der Parteien gekämpft und Unterschiede herausgearbeitet. Dabei darf Tabitha Brandt am Sonntag nicht einmal wählen: Sie ist erst 17 Jahre alt. Mit sich und der Veranstaltung war sie am Ende – wie alle Beteiligten – rundherum zufrieden.

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