Landtagswahl 2022

Marina Dobbert (SPD): Bildung ist Sozialpolitik

Für Marina Dobbert ist Sozialpolitik in erster Linie auch Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Foto: Michael Schütz
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Für Marina Dobbert ist Sozialpolitik in erster Linie auch Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Das Solinger Tageblatt stellt die Kandidaten für die Landtagswahl am 15. Mai im Porträt vor. Heute: Marina Dobbert von der SPD. Sie kandidiert im Wahlkreis Solingen I für den Landtag.

Von Andreas Tews

Solingen. Marina Dobbert gehört zu den Politikerinnen, die jahrelang Erfahrung in einem anderen Beruf gesammelt haben. Die Kenntnisse aus ihrer Tätigkeit als Arbeitsvermittlerin bei der Arbeitsagentur bringt die Landtagsabgeordnete in die Politik ein. Dies ist ein Schwerpunkt ihrer Arbeit in Düsseldorf. Der 64-Jährigen, die vor einem Jahr in das Landesparlament nachgerückt ist, ist es nach eigenen Angaben aber auch wichtig, sich in neue Themengebiete einzuarbeiten und dabei etwas dazuzulernen.

Landtagswahl 2022 in Solingen: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis

In nicht selten langen Sitzungen werde den Abgeordneten von Experten viel Fachwissen vermittelt. Dies erfuhr Dobbert zum Beispiel im Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe von 2021. Sich auf dieser Basis eine Meinung zu bilden, sei spannend. Aus der Kommunalpolitik kenne sie dies nicht so ausführlich. Da die Politiker dort ehrenamtlich arbeiten, fehle oft die Zeit für Informationsveranstaltungen mit einem solch hohen zeitlichen Aufwand.

Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen.

Marina Dobbert (SPD)

Im Wahlkreis Solingen I ist Dobbert eine von neun Kandidatinnen und Kandidaten. Im Rennen um das dortige Direktmandat ist mit einem knappen Ergebnis zwischen ihr und dem CDU-Bewerber Sebastian Haug zu rechnen.

Punkten will sie mit ihren sozialpolitischen Ansätzen. „Zur Sozialpolitik gehört auch die Bildungspolitik“, erklärt Dobbert. Denn dabei gehe es um den Berufsabschluss. Die Sozialdemokratin will es allen ermöglichen, das für sie jeweils beste an Bildung und Ausbildung herauszuholen. „Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, betont Dobbert.

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Dies fange bereits im Kindesalter an. Dobbert unterstützt den Ansatz ihrer Landespartei, die Eltern von Kita-Kindern komplett von Gebühren zu befreien. Besser personell ausstatten will sie auch die Schulen. Dabei gehe es nicht nur um Lehrerpersonal, sondern zum Beispiel auch um die Schulsozialarbeit. Die dafür vorgesehenen Stellen dürften nach ihrer Meinung nicht auf die Lehrerstellen angerechnet werden.

Auch für einen Ausbau des Ganztags an Grundschulen tritt die 64-Jährige ein. Hier müsse das Land nicht nur für ausreichend viele Lehrkräfte sorgen. Auch beim Schaffen von geeigneten Räumen müsse es die Städte unterstützen. Anzustreben seien Schulen, die ähnlich wie die Familienzentren im Kita-Bereich funktionieren, in denen unter anderem „Bildungslotsen“ tätig seien.

Strengere Regeln für Arbeitgeber wünscht sich die Sozialdemokratin bei der beruflichen Ausbildung. Sie hält es für ungerecht, dass kleine und mittelständische Unternehmen im Verhältnis zu ihrer Mitarbeiterzahl oft viel mehr ausbilden als Großfirmen. Die Ausbildung müsse „umlagefinanziert“ werden. Soll heißen: Unternehmen, die zu wenig ausbilden, sollten eine Art Strafe („Umlage“) bezahlen. Von diesem Geld sollen die ausbildenden Firmen profitieren. Die berufliche Ausbildung hält Dobbert für wichtig: „Wir brauchen nicht nur Professoren, sondern auch Handwerker und andere Facharbeiter.“

Wichtig ist ihr auch das Thema Nachhaltigkeit. Dabei müsse klar sein, dass nachhaltiges Handeln nicht immer mit großen Aktionen zusammenhänge, sondern schon im Kleinen anfange. Sie selbst stopfe zum Beispiel Socken und werfe sie nicht gleich weg, wenn sie ein Loch hätten. Genauso sinnvoll sei es, defekte Gebrauchsgegenstände zu reparieren. Darum setzt sie sich für die Vorgabe ein, dass elektrische Geräte reparabel sein müssen. Stück für Stück müsse man sich von der Wegwerfgesellschaft verabschieden.

Nicht nur im Wahlkampf kann Marina Dobbert emotional sein. Auch geht sie gerne auf Menschen zu. „Wenn jemand mit einem Problem zu mir kommt, kümmere ich mich.“ Dazu gehöre es aber auch so ehrlich zu sein und zu sagen, wenn man nicht helfen könne. Unter anderem im Sport habe sie gelernt, dass man im Team oft mehr erreichen könne als alleine.

Zur Person

Marina Dobbert (64) ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie ist seit 2021 im Landtag. Zuvor war sie 20 Jahre bei der Arbeitsagentur tätig. Kommunalpolitisch aktiv war sie unter anderem im Sportausschuss und in der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid.

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