Prozess

Landgericht bestätigt Urteil im Geldfälscher-Prozess

Angeklagter vor dem Landgericht Wuppertal erhält nachträglich Bewährung.
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Angeklagter vor dem Landgericht Wuppertal erhält nachträglich Bewährung.

Angeklagter hat gestanden – Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach dem Gebrauch eines gefälschten 500-Euro-Scheins in einem Solinger Supermarkt hat das Landgericht Wuppertal die Strafe gegen einen 25 Jahre alten Angeklagten bestätigt. Rechtskräftig verhängt sind ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe wegen Geldfälscherei und versuchten Betrugs. Der Angeklagte erhält allerdings nachträglich nun doch Bewährung: Grund ist, dass er in der Berufungsverhandlung gestanden hat und ein Arbeitgeber außerhalb ihm einen Aushilfsjob anbietet. Zur Tatzeit war der Mann arbeitslos und lebte ohne feste Bleibe bei wechselnden Bekannten.

Laut Geständnis betrat der Angeklagte am 14. April 2020 den Lebensmittel-Discounter, suchte sich eine 100-Euro-Gutscheinkarte für ein Internet-Versandhaus aus und ging damit zur Kasse. Als Beute habe er sich die Ware und das Wechselgeld erhofft, sagte der Mann. Er sei in Geldnot gewesen. Der gefälschte 500-Euro-Schein geringer Qualität fiel bei der Routineprüfung der Kassiererin mit einem Zählgerät auf. Den Richtern erläuterte der Angeklagte, er habe den Schein für 100 Euro gekauft gehabt: „Ich wollte den zu Geld machen, damit ich meinen Vorteil habe.“ Dem 25-Jährigen zufolge erhielt er es „über drei Ecken“ von einer Person in Bochum. Von der wisse er nur den Vornamen.

Angeklagter sitzt bereits eine Geldstrafe wegen Betrugs im Gefängnis ab

Der Mann ist ohne abgeschlossene Berufsausbildung und war laut eigenen Angaben zuletzt 2017 bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt. Seine Meldeadresse hatte er bei seinen Eltern außerhalb. Dort habe er sich aber nicht aufgehalten. Er ist vorbestraft wegen eines Waffenverstoßes und wegen einer unerlaubten Fahrt mit einem fremden Auto. Derzeit sitzt er eine Geldstrafe wegen Betrugs im Gefängnis ab: Er hat bei drei Gelegenheiten Ware im Internet verkauft, ohne zu liefern.

Die Falschgeld-Tat hatte der Mann vor dem Amtsgericht zunächst bestritten. Dass er nun doch gestand, begründete er mit seiner Situation in der Untersuchungshaft, in der er sich Februar dieses Jahres befindet. Er habe keine Freunde im Gefängnis, erläuterte der Mann: „Ich möchte keinen Kontakt mit den Leuten da haben. Die sind gewalttätig oder haben mit Drogen zu tun. Das ist eine ganz andere Welt.“

Als Geldfälscherei strafbar ist die Herstellung, das Beschaffen und das Inverkehrbringen von Falschgeld. Die Mindeststrafe beträgt ein Jahr. Die lilafarbenen 500-Euro-Banknoten gibt die Europäische Zentralbank seit 2019 nicht mehr aus. Das soll kriminellen Geldfluss erschweren. Die bestehenden Scheine behalten aber ihren Wert. Laut Statistik sollen sich Ende Februar noch 400 Millionen Stück davon im Umlauf befunden haben.

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