Walder Theatertage

„La Signora“ wusste gleich, dass Corona nichts für sie ist

„Ich bin keine Lady, ich bin nur eine Frau“ – unter dem Motto sorgte Carmela de Feo im Stadtsaal für beste Unterhaltung. Foto: Tim Oelbermann
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„Ich bin keine Lady, ich bin nur eine Frau“ – unter dem Motto sorgte Carmela de Feo im Stadtsaal für beste Unterhaltung.

Kabarettistin Carmela de Feo fegt im Stadtsaal über die Bühne.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Der erste Programmpunkt am Mittwochabend im Walder Stadtsaal fand schon statt, bevor Carmela de Feo die Bühne betrat. Die 2G-plus-Empfehlung hatte die Veranstalter der Walder Theatertage reagieren lassen: Wer seinen zusätzlichen Test nicht schon vorab gemacht hatte, konnte das direkt am Eingang im Testzentrum des Stadtsaals vornehmen. „So sicher wie sonst nirgendwo“, begrüßte der Vereinsvorsitzende Peter Wirtz dann die Besucher im mit viel Abstand bestuhlten und ausverkauften Saal.

Die Kabarettistin „La Signora“ hatte dann natürlich auch gleich ihr erstes Thema. „Ich werde mich bemühen, euch abzulenken und zu bespaßen. Wenn das nicht klappt, liegt das nicht an mir, sondern daran, dass das Leben gerade Scheiße ist“, griff sie die allgemeine Stimmung auf.

Keiner habe sie vor zwei Jahren gefragt, ob sie an dem Pandemie-Projekt mitmachen wolle. „Dann hätte ich gleich gesagt, dass Corona nichts für mich ist.“

Die „Italienerin aus dem Ruhrpott“ machte klar, dass das Publikum nicht nur in der Zuschauerrolle ist. Schnell machte die Powerfrau die Gäste in der ersten Reihe zum Running-Gag-Programmpunkt und bewies so ihr Improvisationstalent. Mit scharfer Zunge, singend, tanzend und mit dem Akkordeon fegte sie über die Bühne.

Sie hatte dabei die Männer auf dem Kieker: „Das Männer-Wichteln kann heute aus pandemischen Gründen nicht stattfinden, die müsst ihr wieder mit nach Hause nehmen.“ Und konnte sich auch selbst auf die Schippe nehmen, wenn aus „Under the Boardwalk“ ihr Song „Unter dem Cordrock“ wurde.

Aber es wurde auch immer wieder tiefgründig und feinsinnig. „Du wirst deinen Körper nie in einer Modezeitschrift wiedererkennen, aber du bist ein Original, keine Kopie“, machte sie den Ü-50-Frauen Mut. „Und das unterm Arm, das ist kein Wellfleisch, das sind Flügel.“

Zum Schluss gab sie den Zuschauern die drei besten Möglichkeiten mit auf den Weg, in dieser verrückten Zeit Trost zu finden: Schnaps, Schokolade und Schlager. Mit dem Tipp „Kümmer dich um dich selbst, es macht ja sonst keiner“, zwei Zugaben und begeistert-lachenden Gesichtern im Publikum ging der außergewöhnliche Kabarett-Abend zu Ende.

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