30.407 Personen betroffen

Kurzarbeit: Arbeitsagentur zahlt fast 157 Millionen Euro aus

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Noch immer stellen viele Unternehmen Anträge auf Kurzarbeit.

Seit März 2020 sind aus Solingen 2121 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Es ist eine beeindruckende Zahl. Fast 157 Millionen Euro Kurzarbeitergeld wurden im vergangenen Jahr in Solingen, Remscheid und Wuppertal ausgezahlt. Zum Vergleich: 2019 waren es in ganz Nordrhein-Westfalen lediglich etwa 108 Millionen Euro. Auch zu Beginn des neuen Jahres bleibt die Zahl der Anzeigen von Unternehmen auf Kurzarbeit hoch. Im Januar dieses Jahres gingen 130 ein. Im Vorjahresmonat – also bevor die Pandemie Fahrt aufnahm – lag der Wert bei sieben.

Potenziell betroffen von den jüngsten Anzeigen sind in Solingen 1522 Arbeitnehmer. Wie viele davon Kurzarbeitergeld beziehen, ist noch nicht klar. Denn eine eingereichte Anzeige ist noch nicht gleichbedeutend mit einer Auszahlung. „Daten zur tatsächlich erfolgten Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten“, erläutert Kerstin Dette. Sie ist Sprecherin der hiesigen Agentur für Arbeit.

Daraus folgt, dass die aktuellsten Daten zur tatsächlich erfolgten Kurzarbeit aus dem Juli des Vorjahres stammen. Damals waren 6682 Solinger Arbeitnehmer in 708 Betrieben betroffen. Mit 1178 war im April 2020 die Zahl der Unternehmen am höchsten, im Mai mit 12 266 Personen der Wert der Arbeitnehmer. Die Kurzarbeiterquote, also der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, lag seinerzeit bei 22,8 Prozent.

Betrachtet man den Krisenzeitraum Anfang März 2020 bis Ende Januar 2021 sind bei der Agentur für Arbeit aus Solingen 2121 Anzeigen auf Kurzarbeit für 30 407 Personen eingegangen. Daraus folgt, dass mehr als die Hälfte der Solinger Arbeitnehmer seit Beginn der Corona-Pandemie von Kurzarbeit bedroht war. Kerstin Dette schränkt jedoch etwas ein: „In den angegebenen Zahlen sind Mehrfachzählungen von Unternehmen und Personen möglich.“ Dies hängt damit zusammen, dass die Betriebe vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der Arbeitsagentur machen müssen. Diese muss spätestens bis zum Ende des Monats erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Ist der angegebene Zeitraum abgelaufen, allerdings weiter Kurzarbeit erforderlich, ist eine neue Anzeige nötig. So können in der Statistik Dopplungen entstehen.

Nimmt man das gesamte bergische Städtedreieck in den Blick, waren in Remscheid, Solingen und Wuppertal seit Beginn der Corona-Krise mehr als 110 000 Personen von Kurzarbeit bedroht. Im Juli 2020 am stärksten von Kurzarbeit betroffen war das verarbeitende Gewerbe mit 14 253 Betrieben im Bergischen. Es folgten der Kfz-Handel (3426 Betriebe) und das Gastgewerbe (1280).

Umfrage zur Konjunkturlagebeurteilung der Bergischen IHK.

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