Galerie im Südpark

Kunst entsteht aus Objekten aus dem Müll-Container

In seiner Ausstellung „Shibari – Variationen in Seilkunst“ demonstriert Boshi Nava die japanische Seil- und Fesselkunst. Foto:Christian Beier
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In seiner Ausstellung „Shibari – Variationen in Seilkunst“ demonstriert Boshi Nava die japanische Seil- und Fesselkunst.

Boshi Nava stellt im Atelier Pestprojekt bei Peter Amann aus. Für den Besuch der Südpark Galerien ist ein Termin nötig.

Von Philipp Müller

Solingen. Peter Amann ist die Freude anzusehen, dass es jetzt in seinem Atelier Pestprojekt wieder Kunst zu sehen gibt. Doch so einfach in der Galerie im Südpark vorbeikommen, das ist durch die Corona-Auflagen nicht möglich. Amann, der auch im Vorstand der Künstler-Kolonie sitzt, erklärt das Verfahren: Am einfachsten sei es, in den einzelnen Ateliers jetzt anzurufen oder eine E-Mail zu schicken. Dann könne ein Termin für die Besichtigung der Ausstellungen vereinbart werden. Momentan arbeite der Künstlerverein aber an einer übersichtlichen Lösung für alle Galerien und Ateliers im Südpark.

Zum Neustart hat Amann Boshi Nava Raum in der ersten Etage über seiner Werkstatt gegeben. Der Sauerländer ist Fesselkünstler, Lebensphilosoph und Objektgestalter in einer Person. Inspiriert sind die Arbeiten, die er im Südpark zeigt, von der japanischen Fesselkunst. Konsequent trägt die Werkschau den Titel „Shibari – Variationen in Seilkunst“.

Die Basis für seine Skulpturen sind ausgediente Seile aus seinen Fessel-Performances. Diese will er bei gutem Wetter auch sonntags um 15 Uhr vor dem Pestprojekt auf der Rampe präsentieren. Zweite Basis sind Objekte, die andere nicht mehr brauchen. Er lebt auf einem Campingplatz in einem kleinen Haus. Dort in der Nähe habe er in einem Bauschutt-Container angefangen, alles das auszusortieren, was er für seine Kunst brauchen kann. So sind es vor allem Gegenstände aus Holz und Metall, die er in die Form einer gefesselten Parson bringt.

Die hängen dann in einen Bilderrahmen gespannt in den alten Seilen. Aber es dürfen auch große Mobiles sein, die von der Decke hängen. Ausrangierte Notenständer dienen auch als schmaler Fuß für die gefesselten Figuren.

Die Ausstellung soll zunächst mit einem offenen Ende laufen, berichtet Peter Amann. Er will erst den Verlauf der Pandemie abwarten, bis er wieder zu regelmäßigen Wechselausstellungen greift.

Ich zeige Dinge, die später noch Kunst werden wollen.

Peter Amman, Pestprojekt

Amman hatte sich im vergangenen Jahr eine schöpferische Pause gegönnt. Doch die nutzte er zu einer Idee, die er auch ausstellen will. „Ich will Dinge zeigen, die später noch Kunst werden sollen.“ Seine Werkstatt ist voll von solchen Sachen. Damit werde er auch die Fantasie der Betrachter anregen, wie diese Kunst denn aussehen könnte.

www.gueterhallen.de

Solinger Museen bereiten sich auf die Wiedereröffnung vor.

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