Kritik

Solinger Kulturnacht - Westkämper-Aussage führt zu heftigen Diskussionen

Marc Westkämper, Bezirksbürgermeister von Ohligs. Foto: Uli Preuss (Archivfoto)
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Marc Westkämper, Bezirksbürgermeister von Ohligs.

Der Ohligser Bezirksbürgermeister warnt mit scharfen Worten vor der Solinger Kulturnacht. Dafür erhält er Kritik.

Von Stefan Prinz

Der Ohligser Bezirksbürgermeister Marc Westkämper (CDU) kritisiert das Management von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) in der Corona-Krise: „Der Oberbürgermeister spielt mit dem Leben der Bevölkerung“, betont Westkämper. Einerseits setze Kurzbach zahlreiche Maßnahmen, wie Homeoffice oder Kontaktregeln zum Schutz der Rathausmitarbeiter um. Andererseits sage Kurzbach aber die für den 28. März geplante Solinger Kulturnacht nicht ab, so der Bezirksbürgermeister. „Das ist einfach unverantwortlich“, ärgert sich Westkämper.

Denn während der Kulturnacht würden die Stadtbusse Tausende Besucher zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten transportieren. „Die Menschen stehen in den Bussen eng gedrängt“, so Westkämper. „Sollte dort ein Corona-Infizierter mitfahren, könne er das Virus leicht auf Hunderte andere Besucher übertragen“, warnt Marc Westkämper. 

Die Stadtverwaltung hatte am Mittwoch erklärt, dass die Kulturnacht bisher nicht abgesagt werde, weil an keinem der Veranstaltungsorte mehr als 1000 Menschen gleichzeitig in einem Raum seien. Ein Sprecher der Stadt betonte am Donnerstag, dass keine Schnellschüsse nötig seien. Man stehe mit den Veranstaltern der Kulturnacht in Kontakt, um sich über die aktuelle Coronavirus-Situation auszutauschen. Diese Lage werde täglich neu bewertet. Eine Absage der Kulturnacht sei deshalb auch nicht ausgeschlossen.

BfS-Ratsmitglied Bender verteidigt den Oberbürgermeister

Ratsmitglied Martin Bender (BfS) verurteilt dagegen die Äußerung von Marc Westkämper scharf: „Das ist billigster Populismus und eines Bezirksbürgermeisters nicht würdig“, ärgert sich Bender im Gespräch mit dem ST. „Auf diese Art und Weise den Oberbürgermeister in einer Krisensituation anzugreifen, ist reißerische Panikmache“, betont Bender. Man dürfe die Bevölkerung jetzt nicht mit solchen Aussagen verunsichern.

Die Stadtwerke Solingen wollen ihre Busfahrer vor der Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Daher bleiben die vorderen Bustüren in Solingen künftig geschlossen.

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