Netzwerkveranstaltung

Künstliche Intelligenz kann Menschen nicht ersetzen

Die Redner und Moderatoren der fünften Ausgabe von „Meet & More“ gaben Impulse zum Thema Künstliche Intelligenz.
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Die Redner und Moderatoren der fünften Ausgabe von „Meet & More“ gaben Impulse zum Thema Künstliche Intelligenz.

Bei der Netzwerkveranstaltung „Meet & More“ ging es um Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts.

Von Manuel Böhnke

Ein kurzer Impuls des IHK-Präsidenten Henner Pasch (2. v. l.) ist zu Beginn jeder „Meet & More“-Ausgabe vorgesehen.

Solingen. Sie ist in aller Munde: Künstliche Intelligenz (KI). Doch eigentlich sei die Bezeichnung irreführend, ein Marketingbegriff, betonte Mirko Novakovic. „Die Idee ist nicht, menschliche Intelligenz nachzubilden“, führte der Solinger IT-Unternehmer aus. Vielmehr sei das Ziel, Maschinen für bestimmte Zwecke zu trainieren, indem Algorithmen mit Daten gefüttert werden. Ob man nun von KI oder „Machine Learning“ spricht, eines wurde am Dienstag bei „Meet & More“ in der Alten Maschinenhalle deutlich: Es gibt wohl kaum einen Bereich, den dieser technologische Fortschritt nicht tangieren wird – und doch macht er den Menschen nicht obsolet.

Es war die fünfte Ausgabe der Netzwerkveranstaltung. Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsjunioren haben sie im März 2022 ins Leben gerufen. Vierteljährlich kommen rund 120 Vertreterinnen und Vertreter der Solinger Wirtschaft zusammen, um sich auszutauschen. Jeweils steht ein Thema im Fokus. Am Dienstag: „Künstliche Intelligenz: Morgen ist schon heute!“

„Es wird immer Ärzte vor Ort geben.“

Patrick Lang, Dermanostic-Gründer
Zu den Gästen zählten die Sparkassen-Vorstände Stefan Grunwald (v. l.) und Sebastian Greif sowie Projektentwickler Sam Jordan.

Besondere Aufmerksamkeit hat in den vergangenen Monaten Chat GPT auf sich gezogen. Der Chatbot des US-Unternehmens OpenAI basiert auf maschinellem Lernen. Er wurde mit großen Datenbeständen trainiert und kann binnen Sekunden mit Texten auf Benutzeranfragen reagieren. Die aktuelle Version offenbare noch Schwächen, gestand Sebastian Oremek ein. Er ist bei Eon One, der Digitalisierungstochter des Energieversorgers, für digitale Produkte verantwortlich. Chat GPT gibt keine Quellen an, die aktuellsten Daten, auf die er zurückgreifen kann, stammen aus dem Jahr 2021. Und doch zeigte sich Oremek überzeugt: Erstmals sei es OpenAI gelungen, KI für den Massenmarkt zugänglich zu machen. Das könne der „iPhone-Moment“ sein, der der Technologie zum Durchbruch verhilft.

„Chat GPT löst ein bislang nicht erfülltes Versprechen von Künstlicher Intelligenz ein – Produktivitätssteigerung“, führte Oremek aus. Das Programm könne Textzusammenfassungen liefern, Produktbe- oder Stellenausschreibungen verfassen. Noch immer brauche es Menschen, die dem „digitalen Sparringspartner“ die nötigen Parameter zur Verfügung und die richtigen Fragen stellen. Nichtsdestotrotz sei die Zeitersparnis enorm.

Seit März 2022 findet die Netzwerkveranstaltung vierteljährlich in der Alten Maschinenhalle statt.

Diese Chancen Künstlicher Intelligenz sieht Mirko Novakovic auch in anderen Bereichen. Das gebe personelle Ressourcen frei, die angesichts des Fachkräftemangels dringend benötigt werden. In den kommenden fünf Jahren sieht er die große Möglichkeit für deutliche Produktivitätssteigerung in der Produktion – in den vergangenen drei Jahrzehnten sei die ausgeblieben. Die Entwicklung scheint unaufhaltbar. Kein Start-up, in das Novakovic mit seiner Firma New Forge investiert, komme ohne KI aus.

Auch in auf den ersten Blick überraschenden Branchen spielt das Thema eine Rolle. Die Solinger Dr. Estefanía Lang und ihr Mann Patrick haben im Oktober 2019 Dermanostic gegründet. Die Idee: Bei Hautproblemen können Menschen ein Foto der betroffenen Stelle sowie einen Anamnesebogen per App an einen Hausarzt übermitteln. Dieser stellt digital eine Diagnose, schlägt Behandlungsmöglichkeiten vor – oder rät, bei Unsicherheiten einen niedergelassenen Dermatologen aufzusuchen.

Derzeit arbeitet das Team an einer KI, die – Erfolg beim komplizierten Zertifizierungsverfahren vorausgesetzt – zukünftig Teil des Prozesses sein soll. „Es wird immer Ärzte vor Ort geben“, versicherte Patrick Lang. Die Anzahl werde jedoch demografisch bedingt sinken. Die digitalen Kanäle könnten dazu beitragen, einigen Patienten ohne Praxisbesuch weiterzuhelfen – und das System so entlasten.

Ablauf

Fester Programmpunkt: Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Henner Pasch, Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer, eröffnen jede Ausgabe von „Meet & More“ mit kurzen Impulsen.

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