Kultur

Künstlerin installiert „Geborgenheiten“ als gemeinsame Skulptur

Die Künstlerin Ines Baumgart arbeitete in der Galerie Kirschey bis zuletzt an ihrer Schau „Geborgenheiten“. Foto: Christian Beier
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Die Künstlerin Ines Baumgart arbeitete in der Galerie Kirschey bis zuletzt an ihrer Schau „Geborgenheiten“.

Ines Baumgart hat sich im Rahmen eines NRW-Förderstipendiums mit Natur und alter Handwerkskunst auseinandergesetzt

Von Philipp Müller

Solingen. Normalerweise wünscht man der Vernissage einer Ausstellung viele Besucher. Doch wenn am Sonntag um 14 Uhr in der Galerie von Astrid Kirschey die Arbeiten von Ines Baumgart vorgestellt werden, müsste man eigentlich nur von außen oder vom Rand zuschauen. Denn die Werke der Leichlinger Künstlerin sind ein riesiges Ensemble geworden. Jede der Skulpturen korrespondiert unmittelbar mit den anderen Werken, und sie schaffen so einen großen Raum der Fantasie.

Fast bis zum letzten Moment arbeitete Baumgart an „Geborgenheiten“, wie sie ihre Schau betitelt hat. Zuletzt sitzt sie an einer Wandskulptur aus Wolle. Die bekomme sie direkt vom Schäfer, sie sei nur gewaschen und gekämmt. Jetzt flechtet sie, häkelt und formt.

„Ich will die Fantasie nicht durch Namen einschränken.“

Ines Baumgart, Künstlerin

Ein NRW-Förderstipendium habe ihr ermöglicht, ganz tief in das Thema Geborgenheit einzutauchen. Herausgekommen sind Kokons von Insekten, Vogelnester, wilde Bienstöcke, abgestreifte Schlangenhäute. Richtig? Wer weiß es genau, Titel tragen die Werke nicht. „Ich will die Fantasie nicht durch Namen einschränken.“

Papier verwendet sie, Kunststoff auch, dazu Pappe, Holz und weiß ummantelten Draht. Weiß ist ihr ganz wichtig. Es kommt nicht als reine Nichtfarbe daher. Mal als Pastellton sticht es hervor, mal mit grauen Schleiern und dann wieder zart blinkend, wenn die Oberflächen glänzend sind. Das schafft die angesprochene Harmonie der Skulpturen untereinander. Dieses „Gespräch“ der Werke wird von einer an kleinen Flaschenzügen getragenen großen Papiernester-Form „moderiert“.

Sie orientiert sich an der uralten Technik des Nadelbindens. Daraus habe sich das Stricken, Häkeln und Nähen entwickelt. Das baut sie jeweils in die verschiedenen Gruppen von „Geborgenheiten“ ein. Dies sei ein Kunstwort. Den Plural von Geborgenheit gebe es nicht. Und damit will sie die Betrachtenden in die Gefühlswelten von Schutz, Sicherheit, Wärme und des sich Einkuschelns entführen. Das gelingt. Vernissage, Sonntag, 8. August, 14 Uhr, Galerie Kirschey, Alexander-Coppel-Straße 22

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