Auszeichnung

Solinger Künstlerin erhält den City Artist-Preis des NRW-Kultursekretariats

Die Solinger Künstlerin Judith Funke stellte 2022 anlässlich der Vernissage zum Turmstipendium in Geldern aus. Bald zeigt sie einige ihrer Werke im niederländischen Amsterdam.
+
Die Solinger Künstlerin Judith Funke.

Die Solinger Künstlerin Judith Funke stellte 2022 anlässlich der Vernissage zum Turmstipendium in Geldern aus. Bald zeigt sie einige ihrer Werke im niederländischen Amsterdam.

Von David Bieber

Haben Sie eigentlich ein künstlerisches Vorbild, Frau Funke?

Judith Funke: Selbstver-ständlich; jede Menge. Jede Menge Frauen, es sind hauptsächlich Künstlerinnen, die ihren eigenen Weg gegangen sind. Die teilweise spät bekanntgeworden sind. Isa Genzken, Louise Bourgeois, Maria Lassnig – aus den verschiedensten Bereichen. Oder aktuell: Anne Imhof, die in Venedig die Biennale bespielt hat, und den „Goldenen Löwen“ erhalten hat. Da gibt es jede Menge.

Was bedeutet Ihnen der kürzlich an Sie verliehene „City Artist-Preis“ des NRW-Kultursekretariats?

Funke: Ich habe mich absolut über diesen Preis gefreut, weil er für Künstler und Künstlerinnen ab 50 Jahren gedacht ist. So eine spezielle Ausschreibung und solch einen Preis kenne ich überhaupt nicht. Toll, dass es initiiert worden ist. Selbstverständlich würde ich auch andere Preise nehmen, wenn ich sie denn erhalten würde.

„Wir leben in einer Grenzsituation – das versuche ich auf vielfältige Weise zu bearbeiten.“

Judith Funke

Was treibt Sie in Ihren Werken an? Gibt es eine Triebfeder?

Funke: Das ist eine komplizierte Frage. Es ist mein innerer Antrieb. Seit längerem beschäftige ich mich in meiner Kunst mit dem fragilen Gleichgewicht in unserer Gesellschaft. Diese Grenzsituation, in der wir momentan leben, versuche ich auf vielfältige Weise künstlerisch zu bearbeiten.

Sie können von der Kunst gut leben. Aber was geben Sie talentierten Jung-Künstlern mit auf dem Weg, um später tatsächlich von der Kunst leben zu können?

Funke: Hart arbeiten, ganz hart arbeiten. Und vor allem sich nicht beirren zu lassen. Niemals den Atem zu verlieren. Es ist ein ganz mühsamer Weg, der sehr frustrierend sein kann, permanent Absagen zu erhalten. Es gibt einfach sehr viele wunderbare Künstler und natürlich wollen alle etwas vom Kuchen abhaben. Als junger Künstler muss man sich überlegen, was man möchte und wohin man gehen möchte. Und: Immer dranbleiben.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Funke: Bis zum 9. Oktober hatte ich eine Einzelausstellung in Solingen in der Galerie SK. Die nächste Ausstellung steht schon an, ist aber etwas weiter weg: Ich werde in Amsterdam einige meiner Werke zeigen. Bedeutet aber auch: Ausstellung vorbereiten, die ganze Arbeit drum herum zu erledigen. Künstlerisch würde ich mich gerne mehr multimedial ausprobieren und interdisziplinär arbeiten. Also Musik und Lyrik miteinbeziehen. Das bedeutet viel Erarbeitung, dazu ist natürlich ein Preis wie der „City Artist-Preis“ ganz wunderbar. Da er mich unterstützt und mir die Freiheit gibt, das auch zu tun.

Zur Person

Judith Funke wurde 1963 in Erlangen geboren, kam zum Studium nach Essen und ist seit 1993 in Solingen. Seit 2010 ist die bildende Künstlerin Mitglied im Verein „Solinger Künstler“. In ihren Arbeiten spürt Funke aktuellen gesellschaftlichen Befindlichkeiten nach. Stets geht es ihr um ein Überlagern von Sinnschichten, die sich von der Vergangenheit in die Gegenwart, durch Raum und Zeit ziehen.

www.judithfunke.de

Auch interessant: „Sie ist schöner, jünger, geiler“: Skulptur zeigt Bordellbesitzerin Layla - und stellt damit eine politische Anklage dar

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Borbet schließt Standort in Solingen
Borbet schließt Standort in Solingen
Borbet schließt Standort in Solingen
Schlägerei auf Feier: 17-Jähriger schwer verletzt
Schlägerei auf Feier: 17-Jähriger schwer verletzt
Schlägerei auf Feier: 17-Jähriger schwer verletzt
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
St. Lukas Klinik: „Abriss ist wohl die einzige Alternative“
Diskussion über Chancen für den Standort Solingen
Diskussion über Chancen für den Standort Solingen
Diskussion über Chancen für den Standort Solingen

Kommentare